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gymnasii discipulis tradantur, quibus politi ad maiora illa veninnt paratiores bonaque supellectile aucti, ut aiunt, sanctissima academiarum limina intrare possint.
Non pauci sunt, qui arbitrentur, pueros literarum studiosos eo anno vel biennio, duo discessum in academiam parent, philosophiae parlibus quihusdam aut prolusione aliqua inficiendos esse, ut ad ea studia, qyuibus cives ncademici imbui solent, bene tractanda institnantur. Quae opinio maxime vulgata ex media aetate per saeculum sextum decimum ¹²) ad nostrum tempus obtinnit. Iaprimis autem quae disciplinae commendantur, logica formalis vel popularis, quam vocant, et psychologia empirica, quae vulgo dicitur; quarum diseiplinarum ant ntramque aut alterntram permulti viri docti aptissimam esse diennt, quam si pueri combiberint, ad reconditas literarum phi- losophiaeque partes se conferant instructissimi. Affirmant autem illi, in quibus fere
eine Apleitung zu eigeuem Studium gibt. Der zum Bewusstsein erwachende Meusch ist mit reger Kroft Aad sturkem Vermöggen ausgerüstet, nicht durch unsre Weisheit, sondern durch Gottes Gnade, dic sich den Kuaben und Jünglingen wie den Alten erweiset, und wir Aelteren stehen au geistigen Vorzägen bei weitem nicht so hoch über der Jugend, als es sich unsre Eigenlicbhe gern einbildet. Tritt nun der in gater Pflege der Gymnasicn gedichene Jängling zu den Stadien auf der Universität über, nus den U-hun- gen, die seinen Geist zu stärken, sein Urtheil zu schärfen berechnet waren; tritt er mit der Vorhereitung zur Wissenschaft in das Gebiet der Wissenschaft ein: so ist ein Gedeihen in ihr und durch sie nur in so weit möglich, als seine freie Thatigkeit durch den Unterricht selbst unterhalten und genährt, seine Selbst- bestimmung für die Fächer seiner Neigung geweckt, sein eigenes Fortschreiten auf der geöffneten Dahn erzielt, Lust und Freude an sich selbst und an seinen Geschäften genährt, und aus diesem Allem der wis- senschaftliche Geist, in ihm aber die Seele, der Segen derselben eutwickelt und gepflegt wird.“— Couf. BAunGAurEN-Gucsws, Briefe über Bildung in Gel. Schulen, Leipz. 1824. p. 99:„Hauptsüchlich ist zu bedenken, dass die Lehrstunden nur Anleitung geben, Kräfte erregen, Weg zeigen, Irrthümer verbessern können, dass aber die wahre und vollständige Bildung aus dem Privatfleisse hervorgeht. Hier sucht der Jüngling seine Arbeit, prüft seinen Willen und seine Kraft an ihren Schwierigkeiten, lernt den Umfang der Grenzen kennen, in deuen er sich bewegen soll; hier steigen die eigenen Ideen in scinem Geiste auf. und er lerat sie frei und unabhängig aussprechen und mit dem Eingelernten in Verbiodung bringen. Wenn die ersten Meister ihre Talente an einen jungen Menschen verwendeten, und wenn ein Engel vom Ilimmel herabstiege, es würde doch nur eine Maschine hervorgebracht werden, die vich bewegen und schieben lässt, aber nicht ein gebikletes Wesen, das sich und Andern klar werden soll.“
¹²) In gymnasiis et Hyceis priore illa actate pauloque post disciplinas pracceptas legimus, quibus academiae utuntur. Conf. N. G. Eicnnorrn, scholae nostrae quondam mafistri, historia, quae inscripta est: „Gesehichte des Herzogl. Nass. Landesghmnazitems zus Treilburg. Weilh. 1840. p. 57, ubi in numero carum artinm, quae hic olim traditae sunt, etiam dialectica et rhetorica Lossii anno 1392 et triginta annis post logica et rhet. ed. a Covr, Dieterico reperiuntur.— Add. A. H. NienrvEk I. c.(anuof. 1.) II., p. 269:„Wenn man in früheren Zeiten selbst die wissenschaftliche Philosophie dem Universitäts- Siudium vorangehen liess, so erklärt sich dies theils aus der gnanz anderen Verlassung der Gymnasien, theils aus dem weit längeren Verweilen der Schüler auf denselben. Dass man hier und da diese Methode. nachdem sich so Vieles geändert hatte, beibchielt, veranlasste mit Recht den Tadel verständiger Schul- männer.. Auch klaßten wol akademische Lehrer, dass durch solche Anticipationen der Eifer für philo- sophische Studien erkalte.— BzxvECRV, I. c. T. II. p. 442:„Es ist bekannt, dass bis vor etwa fäufzit Jahren Gymnasium u. Universität in Hinsicht der Unterrichtsgegenstände noch so gut wie gar nicht von einander geschieden waren. Auf dem Gymnasium trieb man neutestamentliche Exegese, Dogmatik, Kir- chengeschichte, Logik, philosophische Moral, Geschichte der Philosophie u. 8. w., ebenso, ja zum Theil in eben der Ausdehnung und Art. wie auf der Universität.“— Vid. Harxsius, Forbereitung a2 philos. Studien. Berl. 1835, pracf. p. X.—


