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Jam vero quum intelligentis et liberaliter eruditi adolescentis sit, non leviter attingere literas sed penitus percipere, non aliorum sententias temere sequi sedd suo ipsius labore et studio rerum causas exquirere, neque deceat civem academieum in verba magistrorum iurare, quae, si diis placet, ad unum omnia tamquam inauditae sapientiae testimonia ad literam perseribat, sed eum, si quidem ita in literis versaturus est, ut in dies maiorem scientiae fructum capiat, quiequid legerit aut audierit, rationis legibus metiri oporteat ¹¹), efficitur, magni interesse, quae qua ratione artes disciplinaeque
lich machen, das ist, sie soll die Philosophie vorbereiten.“ p. 221.„Da nun aber die Philosophie auf der einen Seite von der Schule ausgeschlossen, auf der andern Seite jedoch der höchste Punct des Strebens ist, so ist klar, dass alle formelle Dildung der Schule nichts ist als Entwickelung des philos. Sinnes.— Rornuarhn, I. c.(Annot. 1.) initio pracclare scribit:„Der höchste Zweck der Gelehrtenschulen im wei- teren Sinne, nämlich der Gymnasien und Academien, ist Bildung der Jugend durch Wissenschaft zu ide- aler Vergeistigung ihres cinstigen Lebens in irgend einem staatsbürgerlichen Verhältnisse. Edle Ver- menschlichung, wie sie durch Bründlichen Unterricht und weise Erzichung zu geschehen pflegt und wie sie sich durch idealisch gesteigerte Auffassung der wichtigeren Erscheinungen im Leben einzelner wie der gesellig verbundenen Menschen durch Verfeinerung der Empfindungsweise, durch Ausdruck einer in der IHHandlungsweise bestätigten Gemüthserhabenheit zu erkennen gibt; ein solcher Seelenzustand des einzelnen Menschen, in welchem die Secelenkräfte in harmonischer Wechselwirkung stehen und ihre Thätigkeit, gemäss den angeborenen Vernunftgesetzen und angemessen den jedesmaligen Anfoderungen des Verhält- nisses zur Aussenwelt, üben; eine solche Vermenschlichung, welche ihrem Besitzer das Gepräge des Ueberirdischen, Himmlischen aufdrückt, ist das Ziel, welchem die Zöglinge der Gymnasien wie der Aca- demien zuteführt werden sollen. Auf dieses Ziel müssen die Einrichtungen dieser höheren Lehranstalten hinweisen, wenn sie anders ihre Wirksamkeit dem höchsten Zweck idealer Vernünltigkeit gemäss aus- üben wollen. Auch hat dieses Ziel den aufpcklärtesten, umsichtigsten und besonnensten Pacdagogen vor- keschwebt, wenn sie die vereinten Philologischen und wissenschaftlichen Studien auf Gymnasien unter dem Namen der Humanitäts-Studien zusammenfassten; da hingegen viele gelehrte Männer auf Gymnasien wie auf Academien, ohne die erhabene Richtung des Geistes auf jenes Ziel, weder selbst Anspruch auf wahre Bildung durch Wissenschaft hatten und haben, noch leider ihren Zöglingen Führer zur Humanität werden konnten und können. Freilich wäre zu wünschen, dass nur solche Männer der Jugend zu Lehrern und Führern gegeben werden könnten und möchten, deren Besammtes Wissen von jenem Geiste der Ver- edlung durchdrungen und deren ganzem Lebenswandel das Gepräte jener angedeuteten Erhabeuheit der Seele aufpedrückt ist.
²¹) Qui planius hanc rem cognoscere volet, is plura multis locis reperiet collata in C. HI. SonriprEan libro, qui inscriptus est: Grundlinien der Ifodegetil u. Methodik des academischen Studiums u. Lebens. Jena 1839., ut pag. 562:„Für den Gelebrten, also auch fͤr den Studirenden ist grade das Selbstdenken und die Aufklärung das weseutlichste Geschäft und sein höchster Deruf, da er nicht blos selhst in seinem Fuache, seiner Wissenschaft immer mehr fortschreiten, sondern auch die oberste Autfsieht über den wirklichen Fortgaug des Meuschengeschlechts in der harmonischen Eutlaltung aller seiner Anlagen zu führen hat.“— Add. Scurrtnx, Vorlesungen über die Methode des academ. Stucdiums, 5. Vorl.:„Nicht in der gegebhenen und besonderen Form, die nur gelernt sein kann, sondern in eigenthümlicher, selbstgebildeter den gegebenen Stoff zu reproduciren, vollendet sich erst das Aufnehmen selbst. Lernen ist nur negative Bedingung, wahre Iutussusception nicht ohne innere Ver- wandlung in sich selbst mößglich. Alle Regeln, die man den Studirenden vorschreiben könnte, fassen sich in der einen zusammen: Lerne nur, um selhst zu schaffen. Nur durch dieses göttliche Vermögen der Produetion ist man wahrer Mensch, ohne dasselbe nur eine leidlich klug eingerichtete Maschine.“— Tunenscu, Gel. Schulen(II.) p. 119:„Schon in den Jahren des zum Jüntling erwachsenden Knaben ist die Erwäßung, das eitene Studium die Hauptquelle seines Wachsthums an Keuntnissen und Einsicht, und jede Schulerzichung ist verfehlt, die nicht dahin ausgeht, dass zuletzt der Unterricht des Lehrers pur


