Aufsatz 
Steins Rücktritt aus dem preußischen Ministerium : und das sogenannte politische Testament / von Heil
Entstehung
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dans les journaux de quelle manière on parle de la lettre de M. Stein. Jai demandé quiil füt chassé du Ministère, sans quoi le roi de Prusse ne rentrera pas chez lui. De plus j'ai fait mettre le sequestre sur ses biens en Westphalie. Der vierte geheime Artikel der Pariſer Kon⸗ vention, wonach alle Beamten zu entlaſſen ſeien, die aus abgetretenen preußiſchen Provinzen ſtammten, iſt allein aufgenommen worden, um die Vertreibung Steins vertragsweiſe zu ſichern. Selbſt die be⸗ deutungs⸗ und nahezu verhängnisvollen Ereigniſſe in Spanien vermögen keinen Augenblick, ihn dieſes Gefühl vergeſſen zu laſſen. Er ſchreibt bei Gelegenheit der Erſtürmung von Burgos:II faudrait que les hommes comme M. de Stein, qui au défaut des troupes de ligne qui n'ont pu resister à nos aigles, méditent le sublime projet de lever les masses, fussent témoins des malheurs qu'elles entrainent et du peu d'obstacles que cette ressource peut offrir à des troupes réglées».

Welches Schickſal Stein erwartet hätte, wenn er in die Gewalt Napoleons gelangt wäre, ſieht man aus der Inſtruktion des franzöſiſchen Generalkonſuls de Clerembaut, der dem Miniſter v. d. Goltz mitteilen ſollte:«Vous ne cacherez point que l'ordre est donné de se saisir de la personne de M. Stein dans tous les pays occupés par les armées françaises, et vous laisser ez entendre que, s'il etait saisi par les troupes de sa Majesté, il aurait le sort qui partout est réservé aux traitres» ¹).

Napoleon verzögert zwar die Ausführung ſeines Racheplans eine Zeit lang, einmal um, wie Champigny ſich ausdrückt, das Verhalten des preußiſchen Königs zum Prüfſtein ſeiner Geſinnung gegen Napoleon zu machen, hauptſächlich aber, um erſt die Niederwerfung von Spanien zu vollenden, damit er alsdann um ſo nachdrücklicher auf ſeiner Forderung beſtehen könne. Dies iſt wohl der Grund, weshalb der décret impérial erſt am 16. Dezember 1808, alſo ein Vierteljahr nach dem Ereigniſſe erfolgte, das ihn hervorrief).

Iſt es Napoleon auch nicht gelungen, dennamens Stein in ſeine Gewalt zu bekommen, ſo hat er doch erreicht, ihn aus dem preußiſchen Miniſterium zu vertreiben, und zwar muß hier betont werden, nur die Furcht vor dem Unwillen Napoleons und kein anderer Grund bewog den König, am 24. November 1808 die Kabinettsordre auszufertigen, durch die Stein aus dem preußiſchen Staats⸗ dienſt ausſchied. Ohne Erfolg waren die geheimen Anſchläge und die Selbſtverherrlichungen der Kalk⸗ reuth und Zaſtrow, der König ſchickte ſie zur Begutachtung ſeinem Miniſter; vergeblich ſandte der Ex⸗ miniſter Voß ſeine 42 Berichte an den König und ſucht durch plumpe Lügen ſeine Pläne zu unter⸗ ſtützen.Dank ſei es der Verblendung der Verleumder, ſchreibt Stein darüber),daß dieſe Lüge gar zu hirnlos war, um auf einen ſo verſtändigen und edlen Mann als den König nur den leiſeſten Eindruck zu machen. Wirkungslos waren die Einflüſterungen der Neider à la Nagler und die pathe⸗ tiſchen Expektorationen der York, der König wußte, was er von ſeinem Miniſter zu halten hatte. Er gab den klarſten Beweis von ſeiner Denkweiſe, indem er durch v. d. Goltz den Kaiſer Alexander bitten ließ, bei Napoleon zu Gunſten Steins zu reden, und indem er an den ruſſiſchen Kanzler Romanzoff ein eigenhändiges Schreiben richtete, worin dieſer gebeten wurde, Steins Sache bei ſeinem Herrn zu führen. Er hob jeden Zweifel darüber, indem er der zweimal wiederholten Bitte ſeines Miniſters ſtets die Antwort entgegen hielt: Ehe der Kaiſer Alexander, ehe der Miniſter v. d. Goltz aus Erfurt zurück ſind, kann ein endgültiger Beſcheid nicht erteilt werden. Welch' anderer Gedanke kann ihn dabei geleitet haben als der: Erſt wenn ich durch dieſe gleichſam aus dem Munde Napoleons ſelbſt ſeinen unabänderlichen Entſchluß, Stein zu verdrängen, erfahren habe, erſt dann will ich mich von meinem Miniſter trennen.

Sobald dies Ereignis eingetreten war, iſt auch die Entlaſſung beſchloſſene Sache, und die ſcheinbare Verzögerung vom 13.(an dieſem Tage traf Goltz in Königsberg ein) bis zum 24. iſt be⸗

¹) Vergl. Revue historique(Janvier Avril) tome 24. p. 314. Die Worte von et vous laisserez bis aux traitres ſind ausgeſtrichen, wohl hatte man für beſſer befunden, ſeine Abſicht noch nicht offen zu zeigen. ²) Auch in ſpäterer Zeit ſcheint Napoleons Groll gegen Stein noch unverändert geweſen zu ſein. So erzählt Schön(B. IV. S. 220), daß Napoleon in einem Bericht über die Schlacht von Bautzen geſagt hätte: Die Einwohner von Bautzen hätten ſeine Truppen mit Freuden aufgenommen, weil ſie die Stadt von Stein, Kotzebue und den Koſaken befreit hätten. Ferner ſtünde im Moniteur: Stein hätte in Sachſen das loſe Geſindel gegen die Grundbeſitzer in Aufruhr bringen wollen. Beide Außerungen ſind doch grundloſe Verdächtigungen, die Napoleon durch ſeinen Haß diktiert wurden. 3) Vergl. Pertz. B. II. S. 282.