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gängige Gegenüberstellung seines Rivalen im Peloponnes auf Grund seiner kulturellen und kriegerischen Verdienste um Hellas loben konnte, hatte Isokrates selbst im ersten Teile des Panegyrikos bewiesen. Allein einmal mochte es ihm wohl nicht erwünscht sein, sich selbst zu wiederholen, wie er dies an anderer Stelle betont hatte,¹) dann aber war dieser Weg schon von gar zu vielen betreten worden. Hicher gcehören die Worte des Spartaner- freundes§ 237:„So dachtest du denn, wenn du nur über sie(die Stadt Athen) allein sprächest und jene sagenhaften Erzählungen vorbrächtest, die alle Welt im Munde führt, dann würde deine Darstellung den Leistungen der andern ähnlich erscheinen, worüber du dich sehr schämen und kränken würdest.“ Außerdem lag ein Vergleich der beiden Staaten, die seit jeher Nebenbuhler gewesen waren, sehr nahe und schon 380 war Isokrates, übrigens im Einklang mit dem Zwecke seiner Rede, ins Fahrwasser des Parallelisiereus geraten; im Panathenaikos jedoch werden als bestimmendes Moment ganz glaublich noch die Anklagen der Lobredner Spartas erwähnt(§ 37. 39. 66. 98). Daß aber kein tieferes persönliches Motiv den Redner bei diesem Ver- gleiche leitete, scheint aus§ 39 deutlich hervorzugehen, wo die Parallele mit Sparta durch den Wunsch begründet wird, eine Folie für Athen zu gewinnen. Hält man diese Stelle mit dem oben Gesagten zusammen, so ergibt sich, daß der Vergleich im wesentlichen ein technischer Behelf war: je stürker die Farbe aufgetragen, je schwärzer Sparta gemalt wurde, um so heller mußte das Lichtbild Athens erstrahlen, um so glänzender das Thema durch- geführt erscheinen.
So mochte es leicht geschehen, daß sich Isokrates weiter hinreißen ließ als er ursprünglich beabsichtigte(§ 95), und zuletzt des grellen Widerspruches zwischen der Rede und den herrschenden Verhältnissen inne wurde; denn entbehrte die scharfe Sprache des Panathenaikos schon 342 des tatsächlichen Hlintergrundes, so noch vielmehr 339, zur Zeit der amphiktionischen Wirren.
Waren aber für den Redner die bezeichneten Momente, die Angriffe der Lobredner der Lakedämonier auf Athen und der Wunsch, an Sparta eine wirksame Folie zu gewinnen, bestimmend für Wahl und Durchführung des Themas, ohne daß eine besondere Animosität gegen jenen Staat voraus- zusetzen wäre: dann muß sich aus diesen Prämissen unter Berücksichtigung des durch die Zeitverhältnisse gegebenen Standpunktes die Antwort auf die offenen Fragen des Anhanges erschließen lassen, die Berufung des Spartaner- freundes, die unvermittelte Reue über den Tadel Spartas und das Stillschweigen zu der Umdeutung der Rede in ein Lob desselben.
Die verletzenden, weithergeholten Anklagen gegen eine seit vierzig Jahren mit Athen verbündete Macht waren, wie erwähnt, gerade damals wenig angebracht und konnten den Athenern, die mit Philipp im Kriege lagen und, wenn auch oft getäuscht, vielleicht doch noch auf tätige Mithilfe Spartas hofften, kaum erwünscht sein. In diesem Falle war aber der Erfolg der Schrift geführdet; denn daß dieselbe auch in Sparta gelesen werden und dort peinliches Aufsehen erregen würde(§ 250), war bei dem Rufe des Ver- fassers gar keine Frage. Der selbstgefällige, auf seine Kunst, die er besonders dicemal zu zeigen gedachte(§ 3), nicht wenig stolze Mann muß die Tragweite
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¹) Phil. 81.


