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Rede der alte Groll gegen Theben wegen der Stellungnahme desselben für Philipp gemildert erscheint.¹)
Demnach fehlt es in den Sechriften des Redners, welche die Zeit vom Erscheinen des Panegyrikos bis zur Inangriffnahme des Panathenaikos um- fassen, stellenweise an feindseligen Kußerungen über Sparta freilich nicht,*) aber andrerseits, und zwar überwiegend, enthalten sie des Lobes genug, so daß es vollkommen berechtigt erscheint, wenn der Lobredner der Lakedä- monier§ 239 behauptet, Isokrates habe dieselben mehr als die andern ge- priesen. Ein kurzer Uberblick über die Werke des Rhetors aus jenen Jahren möge dies bestätigen.
Im Nikokles(III) ³) rühmt er die treffliche Verfassung Spartas(§ 24). Der Brief an Archidamos(um 356) enthält nicht nur ein Lob des Agesilaos (§ 11— 14), sondern auch eine glänzende Anerkennung der spartanischen Tugenden(§ 4). Im Archidamos(etwa zwischen 356—351) ⁴) weit er sich im Loben nicht genug zu tun; vgl. besonders§ 48. 59. 62(Rettung Athens durch Sparta),§ 63(die Besten unter den Griechen bringen den Spartanern Sympathien entgegen), 81. 91. 95 u. s. w. Der Symmachikos(356 oder 354) bringt§ 95— 103 allerdings eine abfällige Kritik über die Herrschaft der Lakedämonier, doch in durchaus gemäßigter Form und offenbar von dem Streben eingegeben, Athen ein abschreckendes Beispiel vor Augen zu stellen, denn gleich darauf(§ 105) wird anerkennend erwähnt, daß beide Städte einander in der Not heisprangen und sich gegenseitig ihre Rettung verdanken. Lobend äufßert sich Isokrates auch im Areopagitikos(355 oder Anfang 354) ſiber Sparta(vgl.§ 7. 56— 61). Im Philippos(Xpril 346) endlich finden wir § 86 ff. wieder ein Enkomion auf Agesilaos(= Brief an Archid.§ 11— 14) und§ 39, wo die Bezichungen der vier größten Städte Griechenlands, die Philipp versöhnen soll, berührt werden, ist nur von der Feindschaft Spartas mit Argos und Theben die Rede, wird also ein freundliches Verhältnis zwischen jenem Staate und dem verbündeten Athen vorausgesetzt; wo sonst in dieser Rede Spartas gedacht wird, ist das ÜUrteil kalt, ruhig und frei von Ge- hässigkeit.
Diese Stellen, die sich noch durch andere vermehren ließen, sprechen deutlich genug; um so mehr muß der Ton des Panathenaikos wundernehmen. klier kann sich der Redner nicht genug aufhalten über das ungerechte und grausame Vorgehen der Spartaner im Peloponnes, während er im Archidamos wiederholt versichert, diese Eroberungen seien vollständig gerecht; ⁵) hier sucht er die Taten derselben herabzusetzen, wo und wie es nur geht, der Archidamos hingegen ist voll des Lobes ihrer Tapferkeit, ihrer Asien und Europa erfüllenden Siege. ⁶)
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¹)§ 172, vgl. Blass S. 322. Uibrigens mag wohl auch die durch des Demosthenes Be- mühungen erfolgte Annäherung Thebens an Athen mitgewirkt haben.
²) V 39. 43. 51. 74. 86 f. 95; XI 20; XIV 13. 19. 26 f. 62.
²) Nach 380, vgl. Blass S. 269 f., 275. Isokr.III 31. 33 spricht nicht gegen Diodor XV 47, 8, der den Tod des Euagoras 374 setzt(vgl. Judeich, Kleinas. Stud. S. 131); denn da der kyprische Krieg erst 380 beendet wurde, hatte Euagoras schwerlich Zeit gefunden, Schütze zu sammeln.
4) So Blass S. 289; Judeich a. a. 0. 164 A. 1(nach Lipsius) 366.
*)§ 16. 18. 23. 24. 26. 31.
⁶)§ 54.


