Aufsatz 
Bericht über die Schillerfeier des Gymnasiums zu Neuss
Entstehung
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Jüngling). Ein leichtes und ſpielendes Lernen paßt nur für die Kinderſchule, für das Lebensalter, wo der Geiſt noch einer kräftigen Nahrung gar nicht gewohnt iſt. Was der große Redner und Staatslenker, einer genußliebenden und eigenſüchtigen, nur auf den augenblicklichen Nutzen bedachten, Menge gegen⸗ über, als unantaſtbaren Grundſatz der Staatenbeglückung, als die durch Vernunft gebotene und durch Erfahrung beſtätigte Norm für die Ordner und Leiter des ſtaatlichen Vereins, wie für die Geſammtheit der im geſelligen Wirken auf gegenſeitige Hülfeleiſtung Angewieſenen ausſpricht: ατνα α 1⁴ 0⁴doοvraæ 16⁵ν doοαανν ⁸mνπ ν⁴στςυνν ετνοασιαοεεοων(Demosth. Phil. 2, 5.)Dem Edlen und Heil⸗ bringenden gebuͤhrt überall der Vorzug vor dem Leichten und Angenehmen: das gilt auch von der Jugendbildung, das muß nothwendig auch bei der Erziehung und dem Unterricht der Jugend zur Anwen⸗ dung kommen, ohne Rückſicht auf die Einreden Solcher, die da meinen, nur das für den nächſten Ge⸗ brauch Dienliche ſei auch das Nützliche, und es ſei das um ſo vortheilhafter, mit je weniger Anſtrengung man in deſſen Beſitz gelange.

Programm der Vorträge.

I.

Geſang: Integer vitae. Ode des Horaz, Compoſition von Fr. Ferd. Flemming.

Anſprache des Direktors.

Die Worte des Glaubens von Schiller(1797), vorgetragen von Wern. Schmitz(II b).

Die Theilung der Erde, Allegorie von Schiller(1796), vorgetragen von Carl Schmitz(IV).

Die Saͤnger der Vorwelt, Elegie von Schiller(1795), vorgetragen von Bündgens(I).

.Deutſchlands Beruf, Ode von Fr. L. von Stolberg(1815), vorgetragen von Urfey(I).

.Der Grenzſtein, Ode von Klopſtock(1782), vorgetragen von Conſt. Schmitz(I.

Graf Eberhard der Greiner von Würtemberg, Kriegslied von Schiller, vorgetr. v. Jak. Eſſer(III). Die Kraniche des Ibycus, Ballade von Schiller(1797), vorgetragen von Mathieu(II b).

Der Graf von Habsburg, Romanze von Schiller(1803), vorgetragen von Hellersberg(III). Vortrag des Oberprimaners Wartmann:In wiefern macht ſich der Dichter um ſein Vaterland verdient, und wie hat Schiller dies gethan?

12. Geſang: Vaterlandslied.

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II.

1. Geſang:Die Ehre Gottes aus der Natur, Dichtung von Gellert; Compoſition von L. van Beethoven.

2.Die Macht des Geſanges, Hymne von Schiller(1795), vorgetragen von Paffen(I.

3.Das verſchleierte Bild zu Sais, Parabel von Schiller(1795), vorgetragen von Schrick(I).

4.Das Lied von der Glocke von Schiller, vorgetragen von Blumberger, Frowein, Bremer, Sommer, Dahmen, Lowartz(II a).

5.Epilog zu Schiller's Glocke von Göthe(1815), vorgetragen von Plenkers(D.

6. Feſtrede, gehalten von Herrn Oberlehrer Hemmerling.

7. Geſang: Chor aus derMacht des Geſanges von Schiller; Compoſition von Andr. Romberg.

Anſprache des Direktors zur Eröffnung der Feier.

Eine Feier zum Ehrengedächtniſſe eines großen Dichters möchte wohl an einer Jugendbildungs⸗ Anſtalt, welche, wie die unſrige, als einen ihrer weſentlichen Zielpunkte Hebung und Pflege des ſittlich⸗ religiöſen Geiſtes, Erziehung zur Humanität auf dem Grunde ächter Religiöſität, hat, am zweckmäßigſten eingeleitet werden mit einer Hinweiſung auf den Zuſammenhang, in dem alle Kunſt, und insbeſondere auch die Poeſie, als die Kunſt der Sprache in ihrer höchſten Blüthe, mit der Religion ſteht. Ja, ver⸗