Aufsatz 
De vi ac ratione antiquitatum Germanicarum adolescentibus literarum studiosis tradendarum
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

initio per ordinem de nomine ¹), de prima nostrae gentis patria ejusque cum aliis gentibus cognatione; de tempore, quo sedes mutaverit; de soli, quo novas fixerit sedes, ingenio; de mutua coeli solique et hominum vi

consilia honesta adhibucris, haud parvi habendas esse; neque tamen hominem humili sta- tura vel corpore imbecillo contemnendum; majora quaedam esse, qune nos hodie assequi studeamus, quam quae corporis viribus hellicaque virtute comparentur; cum excultiore vita auctoque numero hominum urbes incolentium varioque quaestu vitam sustentantium mala quaedam semper conjuncta esse; multo autem propendere, quae ex nostra vivendi ra- tione efflorescant bona. Haec et talia plus certe proderunt quam seniles illae temporis an- tiqui laudationes.

1) Haud paucos hoe loco libenter lecturos existimo, quae Jacobus Grimmius in tertia grammaticae germanicae editione p. 10 sqd. de nomine gentis nostrae accurate disputat: Für den Namen Germanen gibt es zwei Erklärungen. Die nächste ist aus dem lateinischen Worte. Germanus bedeutet genuinus,viσαοο, merus. Nun können die Römer auf deutsche Manner, deren gemeinschaftliche Abstammung sie wahrnahmen, den Ausdruck angewandt, oder auch auf ihr eignes Verhältniss zu sich angewandt haben. Doch Tacitus meldet uns eine römische, gallische Ueberlieferung. Der Name sei in Belgien aufgekommen, und von deu Tungern den hinter ihnen wohnenden Deutschen, die als ihre Brüder erscheinen sollten, ertheilt worden; und dann geblicben. Allein die Römer können jenen Ueberlieferungen zum Trotz dennoch einen ächt deutschen Volksnamen aufgefasst, und ihrer Sprâche assimi- lirt haben, so dass ihnen die Nebenbedeutung erst zufällig begegnet wäre. Unſern von Germanus zu liegen scheine unser alterthümliches Irman, Erman, Herman(nur kein zusammengesetztes Her-man, Ari-man darf man sich einbilden.) ags. Eormen, Geormen, das in früheren Sprachdenkmalen noch cine gewisse allgemeine und heilige Bedeutung ver- räth, und gar nicht mehr für sich, bloss in der Composition als Ueberbleibsel der Vorzeit dasteht. Auffallend gemahnen irmingot, irminman, irmindiot, irminsùl, zumal in den Eigennamen Irmanrih, Irmanperaht u. a. m. an die ähnlichen diotgot, Diotrih, Diotperaht. Das Praefix irman verstärkt, wie diot.

Der Name Deutsch erfordert längere Untersuchungen. Nachdem das gothische thiudiscò, 29ri*νε*ς, Gal. 2, 14. aufgefunden ist, darf an der Ableitung von thiudisks, eνν⁴ε aus thiuda z9vos nicht gezweifelt werden; folglich stammt auch das ahd. diutisc aus diot, das ags. theodisk aus theod. Der Sinn des Wortes ist gentilis, popularis, vulgaris, was vom ge- sammten Volk im Gegensatz zu den einzelnen Stämmen gilt, heimathlich, eingeboren, allge- mein verständlich. Aber auch den Nebensinn von heiduisch, barbarisch, den thiudisks wie s9riude, eben so 9 thiuda, vulgus im Munde der geistlichen Schriftsteller an sich tragen, darf man nicht abweisen. Hierin stimmt es zu germaniens, Beide Ausdrücke auf die Sprache bezogen, bezeichnen die gemeine, rohe Vulgasprache gegenüber der gebildeten, verfeinerten der Gelebrten, was wir noch jetzt Volkssprache nennen.(Aus gleichem Grunde war den romanischen Völkern lingua romana die Vulgasprache, lingua rustica, entgegenge-