Aufsatz 
Über die klassischen Studien auf Gymnasien vom christlichen Standpunkt
Entstehung
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Das Lehrercollegium des liesiden Gymnasiums bestand sonach am Schlusse des Schul- jahres 1854 55 aus folgenden Gliedern: 1) Reg⸗Rath Kreizner, Director und Ordi- narius in 1; 2) Professor H. L. Schmitt,. Ordin. in VII; 3) Professor Conr. Müller, Fachlehrer für Mathematik; 4) Prof. Dr. Sporer, Ordin. in II; 5) Ausserord. Professor H. Barbieux, Fachlehrer für neuere Sprachen; 6) Conrector W. Bill, Ordin. in VIII und Fachlehrer für Naturwissenschaften; 7) Conrector M. Meister, Ord. in III; 8) Col- laborator H. Colombel, Ordin. in IV; 9) Hilfslehrer Dr. G. H. Deutschmann, Ord. in V; 10) Candidat W. Biehl, Ord. in VI im Sommer, und 11) Candidat Fr. Brand- scheid, dasselbe im Winter; 12) Elementarlehrer Ph. Weppelmann, für Rechnen, Gesang und Kalligraphie; 13) Zeichenlehrer Maler L. Diefenbach; 14) Musiklehrer Elementarlehrer EN agner; 15) Reitlehrer Stroh(auch für das Weilb

Religionslehrer waren a) für die kathol. Schüler Priester Herr Ph. Schmelzeis; b) für die evang. Schüller Herr Pfarrer Schellenberg. Der einzige israclitische Schüler der Anstalt wurde von dem Bezirksrabbiner Herr Dr. Wormser unterrichtet.

Die technischen Fächer Turnen und Tanzen sind am hiesigen Gymmasium nicht durch eigene Lehrer besetzt..

* B. Unterricht.

1) Allgeneine Bemerkungen. 1

Der dem Unterrichte an den Nass. Gymnasien seit 1846 zu Grunde gelegte Lehrplan erlitt im März 1854 eine Revision, welche den Bedürfnissen der Schule wie den darauf begründeten Wünschen der Lehrer, wie sich beide in einer Pührifen Erfahrun erßeben, mehr entsprechen sollte. Dieser Beweis der Vorsorge einer erleuchteten Behörie ie das Gebiet des Unterrichts und der Erzichung der Jugend eben so schr vor sich überstürzen- den Reformen zu wahren verstand, als sie Verbesserungen, die der lebendig fortschreitende Organismus der Sache selbst forderte, reiflich erwog und verfügte, wurde an den betref- fenden Landesanstalten mit Freuden begrüsst, und mit Hoffnungen ins Leben eingef über welche nun die weitere Erfahrung entscheiden wird. Der beigegebenen Detailüber- sicht lag zum ersten Male diese Revision zu Grunde.

Nach derselben ist 1) die Stundenzahl für die Lehrer im All inen erhöht. Dem Director fallen mit dem Ordinariate in I. wöchentlich 14 Unterrichtsstunden zu, den Leh- rern der Oberklassen 20, denen der Unterklassen 24 Lectionen.

2) Der deutsche Sprachunterricht ist von 30 wöchentlichen Stunden auf 20 beschränkt, und der extensive Ausfall soll durch eine zweckmässigere Methode, wie durch sorgfültigere Hereinzichung analoger Unterrichtsgebiete, ersetzt werden.

3) Der Untorricht im Lateinischen, bisher in 68 wöchentlichen Stunden ertheilt, er-

hielt deren 74. 4) Das Französische erhielt in II. 3 wöchentliche Stunden statt 2. w 5 Der geschichtliche Unterricht bekam eine andere Gliederung, indem der biogra- phische Kursus auf die zwei untersten Klassen beschränkt, und der Umfang der beiden übrigen dadurch erweitert wurde. Auch wurde die wöchentliche Stundenzahl im Ganzen von 19 auf 20 erhöht. Desgleichen wurden dem geographischen Unterrichte wöchentlich 11 Stunden statt der bisherigen 9 zugetheilt. 2

6) Der Unterricht in der Nlathematik wurde mit 2 wöchentlichen Stunden wieder in den beiden Abtheilungen der I. eingeführt, im Ganzen aber von 32 wöchentlichen Lectionen auf 30 zurückgebracht. 609 2 81 8

7) Die Naturwissenschaften wurden durch alle Klassen als Unterrichtsgegenstand eingeführt und zwar von Kl. VIII IV incl. als Naturgeschichte, von da bis zur I. als Naturlehre, mit je 2 wöchentlichen Stunden in jeder Klasse.

8) Die akademische Propädeutik erhielt das ganze Jahr hindurch wöchentlich je 1 Stunde.

9) Der Unterricht im Peichnen wurde mit 2 wöchentlichen Stunden auch auf Kl. V. ausgedehnt.