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die meisten lateinischen Klassiker berücksichtigt sind.*¹) Thun wir noch einen Blick auf die poctischen Erzeugnisse nur der ersten Haltte des Mittelalters, so zeigt es sich, wie schr man die Sprache in der Gewalt hatte, wie eifrig man sich nach klassischen Mustern bildete und wie geschickt man sie nachzuahmen Verstand. Ich erwähne nur des Flav. Gesconius Heldengedicht auf Joh. Patricius, der 550 gegen die Mauren kriegte; des Posta Saxo Heldengedicht auf Karl M., der Nonne Roswitha auf die Ottone**²) sowie ihre lyri
Gedichte und ihre Schauspiele, die sie nach dem Muster des Terenz dichtete, um die Vorliebe für diesen Dichter zu schwächen; die gesta IFaltherü vom Mönch Ekkehard 22) († 973), Gottfrieds ludus St. Catharinae, die— Erzeugnisse des Avitus, Bischofs von Vienne(6tes Jahrh.„ des Orientius, Aratus(†F 556), Venantius Fortunatus, Theodulus (790— 853), Fulberts von Chartres(f 1028), Bedas, die dialogischen Gedichte Theodulphs
— Die früher von Ambrosius begonnenen, später von Gregor M. weiter geförderten Ge- sangstudien hatten einen grossen Einfluss auf die ateinische Hymnenpoesie und wurden die Quellen der herrlichen lateinischen Lieder, die wir noch bewundern.
steller und Dichter im Mittelalter zu überzeugen, und uns die so zu sagen in succum et sanguinem übergegangene Kenntniss derselben zu beweisen, als theils die
ganzer Stellen besonders aus den römischen Schriftstellern fast in den meisten Schrift- werken jener Zeit, wie schon pag. 13 von Joh. Salisburensis erwähnt ist; theils auch die Nachahmung der Weisen der alten Dichter und endlich die häufig vorkommende nament- liche Erwähnung der Autoren selbst. Ist das Erstere besonders mit Virgil und Horaz der Fall, so sind auch andere Schriftsteller nicht ausgeschlossen. Die Nachahmungen zeigen sich ebenfalls besonders in den Dichtun een, welche trotz des oft christlichen Inhaltes ange- füllt sind mit den heidnischen Namen des Parnasses, der Musen, der Pieriden, der Götter und mit mythologischen Fabeln.**)— Ganz besonders häufig ist die namentliche Erwäh- nung der alten Schriftsteller. Ich übergehe hier die unzühligen Stellen aus den Klassikern in den Werken der Kirchenväter, besonders des h. Hieronymus, Augustinus u. a., welche zur kritischen Feststellung der klassischen Texte wegen des höheren Alters der betreffenden Handschriften von grossem Werth, aber noch lange nicht genug gewürdigt und benutzt es sei mir j 5 1 1 Kellen nur ein-
Inelyta nam superat praeclara dicta Catonis, Lincit et hne magnum dulcedine Marcum, Atque suis dietis facundus cedit Homerus.
und bei der Schilderung des Anzugs von Karl's Tochter:
Clara Sophocleogue ornatur virgo cothurno ¹³) In Mgell. carm. in laud. Pipp. 1, 17: Si Maro, Naso, Cato, Flaceus, Lucanus, Homerus, Tullius et Macer, Cicero sive Plato, Sedulius nec non Prudentius atque Juvencus, Seu Fortunatus, Prosper et ipse floret,
*¹) Vergl. Stälin, Geschichte von Würtemb. 1. Bd. p. 404.
¹*) Ins Deutsche übersetzt von Nobbe, Gymn. Progr. Leipz. 1851.
*3) Zuerst herausgeg. von Grimm und Schmeller. Götting. 1838. Der neueste Uebersetzer San-Marte (Magdeb. 1853) schreibt das Gedicht dem Mönch Gerald, einem Schüler des Notker Balbulus, zu.
*¹) So bedient sich der Bischof Salomon II. der Stellen Virgils Georg. 3, 204 und Aen. 7, 280 zur Schilderung eines edlen Rosses(S. Pertz mon. Germ. II.); Aen 2, 174 findet sich bei dem Mon. Kang. de gest. Carol. M.(P. II.„. 742); Aen. 1, 63 in Thegans vit. Ludou.(P II. p. 601); Nachahmungen Virgils in Nigell. eleg. 2, 196; der Eclog. 1, 63 und Georg. 1, 30 bei Abbo de bel. Paris. 1, 76(. II.„. 778).
der Nachahmüngen verweise ich auf Daniel a. a. O. p. 131 und die dort mitgetheilten Proben. Ueber dic Fertigkeit der Schüler in der lateinischen Verskunst, in welcher Virgil als Muster galt, sowie über die Gel- tung der klassischen Verskunst vergl. auch San-Marte, Walther von Aquitanien, übersetat und erlüutert. Magdeb. 1853. p. 5 u. 6 u. 163.
*³) Pertz II. p. 394.


