kurzer Zeit alle übrigen Länder in Kunst und Wissenschaft übertraf. Denn vom Ruf Alcuins angezogen und von Wissensdurst gedrängt, begab sich Rhabanus
Schule mit zwölf Professoren nach dem Muster der sehola palatina ein und
die sie, treu den Ueberlieferungen des Rhabanus, mit Eifer und Sorgfalt pflegten. Autf gleiche Weise waren mit Fulda die Schulen zu St. Gallen, Constanz, Corwey ¹³⁶) verknüpft. Mit Recht also wird Rhabanus in zweiter Linie als der Vater des gesammten elehrten Schulunterrichtes und Erziehungswesens in Dcutschland angesehen, indem das Vort des Abtes von Fulda, unter dem er seine Schule gründete, für ganz Deutschland in Erfüllung gieng: Eum dicendi modum, quem ab Aleuino didicerat, etiam apud Fuldenses monachos tenere in violabilem jubefur. ³¹)) Denn in demselben Geist, mit denselben Mitteln klassischer Gelehrsamkeit wirkten, ausser den genannten, auch die Schulen in Trier, Utrecht, Magdebur. Osnabrück, Paderborn, Augsburg, Metz, St. Peter und St. Blasien im Schwarzwald, insiedeln, Weingarten, Weissenau(am Bodensee), Ellwangen, Weissenburg, Fritzlar, Hersfeld, Tegernsce, St. Emmeran in Regensburg, Meisen, Monsce, St. Paul und St. Emmeran in Oesterreich, Obernaltach, Weissenstephan in Freising, Benedikt- Beuren und Wessobrun in Baiern u. v. a.
Von Fulda aus aber strahlte des Rhabanus Gelehrsamkeit wieder nach Prankreich zu- rück, wo er sie empfangen hatte. Von ihr an zogen begab sich Lupus Serratus — de Ferrières) nach Fulda, und dort gebildet, that er nachher für die klassischen
tudien an der Schule zu Ferrières, was einst Rhaban in Fulda gethan. Von Lupus Schüler Heiric, dem gelehrtesten Manne seiner Zeit, ⁵²) gebildet, ward Romi von Auxerre Vorsteher der Schule zu Reims und verleiht dem zehnten Jahrhundert den Glanz, welchen das neunte dem Rhaban, Lupus und Heiric verdankt.
für die Vermehrung der handschriftlichen Mittel, wie noch später gezeigt wird, eifrigst besorgt. 6*) Gleichberühmt im zehnten Jahrhundert sind die Schulen zu Fleury, Paris, Bobbio, vor allen Clügny, von wo die grosse auch für die Wissenschaft ausserordentlich wichtige Reform des Benedictinerordens ausgieng.— Kehren wir nach Deutschland zurück, 80 indſen wir im eilften Jahrhundert den Ruhm des h. Meinwerk, Bischofs von Pader-
schliesslich unsern Bliek wieder nach England zurück, wo bisher öfters politische Drang- sale den Aufschwung der Schulen gehemmt; so sehen wir auch dort wieder noch im zwölften Jahrhundert an der Schule zu Cambridge den Geist Alcuins erneuert, indem der
.“) Seine Ideen über den Gebrauch der heidnischen Schriftsteller sind niedergelegt in seinem Werk:
De institutione Clerieorum IX. Buch, besonders c. 18 De arte gJrammatica.
60) Nicht zu verwechseln mit der Schule zu Corbey in Frankreich.
2¹) S. Trithem. Vit. Rhab. I. 1. und Rhab. opp. f. I. Col. Agr. 1626.
*²) P. Daniel am angeführten Ort. p. 109.
²³) Mabill. Act. Ord. S. Ben. T.„. 375.
63) Kieheri Histor. III. n. 45. ap. Pertz MMom. Germ. F. p. 617.
²*) Man erhält einen Begriff von dem, was an der Schule zu Paderborn, also auch an andern, zur Zeit Meinwerks und seines gleichberühmten Neffen Imadus getrieben wurde, wenn man liest, was darüber in der Fita§. Meinwerki ep. Paderb., ap. Aeta SS. junii t. I. p. 537 gesagt ist.


