das wurden die des h. Benediet für das Abendland. Von Italien, von Monte-Cassino, von Rom aus wurden diese Schulen und mit ihnen die damalige gelehrte Bildung durch die Sendboten der Kirche nach England ve So richtete der am Ende sechsten Jahrhunderts von Pabst Gregor I. nach England geschickte Mönch Augustinus die Schulen daselbst grade so ein, wie er sie in Rom und Italien kennen gelernt hatt. ⁵¹⁴ So gehen in der zweiten Häalfte des siebenten Jahrhunderts Adrian aus Atfrika, in grie- chischer und lateinischer Wissenschaft ausgezeichnet, und Theodor aus Tarsus, in welt- licher und geistlicher Wissenschaft gleich bewandert, im Auftrag des Pabstes Nitalian nach E d und arbeiten dort an der Ausbreitung des— und an der För- derung christlicher Schulen. Unter Theodor, als Erzbischof von Canterbury, blühete die Schule daselbst, an welcher Adrian die— und lateinische Sprache lehrte. Nach dem Muster dieser Schulen und der in Frankreich geschenen Anstalten gründete der h. Benediet Biscope, der nach zweijähri Autfenthalt in Rom mit Theodor zurückge- kehrt war, die Schulen zu Jarrow und Warmouth in Nordhumberland. In allen diesen Schulen wurden die alten Sprachen so eifrig betrieben, dass Beda venerabilis,*) der noch unter Benedict seine Studien machte und selbst Lehrbücher, mit Beispielen aus den Klas- sikern verschen, für seine Schüler verfasste, versichert, die Schüler hätten das Lateinische und Griechische besser gesprochen, als ihre Muttersprache. Besonders blühte in England im achten Jahrhundert de Schule zu York unter bischof Egbert, in welcher Aleuin gebildet wurde. Dieser rühmt in einem Lobgedicht ³³) auf den Bischof Aelbert, den Vor- steher dieser Schule, und dessen Nachfol. Eanbald sowol ihren tretflichen Unterricht und ihre Gelehrsamkeit, als auch ihren Eifer, mit welchem sie die Schule mit lateinischen und griechischen Klassikern— unter denen auch Homer genannt wird— bereichert hatten. Die Lehrbücher dieses für christliche Schule und klassische Bildung so verdienten, ja Epoche machenden Mannes über Grammatik, Dialektik und Rhetorik, welche sich am Schlusse seiner Werke befinden, enthalten zugleich eine Anleitung über Zweck und Nutzen der Wissenschaften und eine Menge Beispiele aus den klassischen Schriftstellern. ³*) Auch in Schottland blüheten auf gleiche Weise Schulen und Wissenschaft. ³)
Wubhrend aber so die gelehrte Bildung von Italien aus durch die Kirche verbreitet wurde; wührend, besonders seitdem die an literarischen Schätzen zwar reichen, aber für die Wissenschaft wenig thätigen, Byzantiner Italien durch ihre Statthalter unterdrückten, die Wissenschaft von in die Klöster von England, Irland und Schottland sich zurück- zog und hier, besonders durch die Hochherzigkeit Alfreds des Grossen ³⁸⁴) im neunten Jarhundent einer vorzüglichen Pflege sich erfreuten— ich erinnere nur noch an Jo- hannes Erigena, der durch eine auch das Griechische nicht ausschliessende klassische Bildung glünzte: wurden diese Länder wiederum die Ausgangspunkte, von denen aus, wie das Christenthum, so auch die Wissenschaft weiter verbreitet wurde. Von hier aus berief Karl der Grosse den schon genannten Alcuin, mit dem gleichsam eipe Periode der Wiederherstellung der klassischen Wissenschaften in höherem Sinn und eine frische Belebung der bereits bestehenden Schulen begann. Karls Encyclica de literis colendis ⁵⁷) vom Jahr 787 ist ein glänzendes Zeugniss seines Eifers und unermüdlichen Strebens für Wissenschaft und christliche Bildung. Er lernte nicht bloss selbst noch in hohem Alter das Griechische, sondern berief auch Lehrer der griechischen Sprache nach mehreren Städten Deutschlands. Wo immer er einen ausgezeichneten Gelehrten kennen lernte, zog er ilin an scinen Hof und an die Schule seines Hofes(sehola palatina), in der die meisten lateinischen Schriftsteller gelesen wurden. Der Mittelpunkt aller Gelehrten, aller wissenschaftlichen Bestrebungen war Alcuin, in dessen Schriften Reinheit der Sprache, strenge Beobachtung der metrischen Gesetze, Nachbildung klassischer Muster, Würde und Sorgfalt in der Wah des Stoffes und edle Gesinnung hervorleuchten.*²) In Folge so aus- gezeichneter Bemühungen blühten bald die Schulen in ganz Deutschland auf, welches in
²¹) Ppp.§. Greg. XI. 64.— ³²³) Heda, Iist. I. 27.— ³*) Anonym. Vit. Alcuini bei Froben.—
) Mabill. Act. ord.§. Bened. T. III. P. II.„. 510 u. 512.— 8 2. Mabill. a. a. O. s. VTit.§.
Cadros§. 2.— ⁴⁴) S. besonders Alfreds Biographie von Stolberg.— ³) S. Pertz, Mon. Germ. III. p. 52. *⁵⁴) S. Bähr, Röm. Literaturgesch. 3ter Suppl. p. 14.
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