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1 rbeigeführt, die wir so sehr beklagen und die unstreitig den Ruin der heuti Suuranan ke herbeiführon werden, wenn seht hlonnige Hilfe gebracht wird. Diese e aber besteht darin, dass man zu dem ÜUnterrichtsplan, welcher bis zum 12. Jahrhundert so segensreich gewirkt hat, zurückkehrt, dass man die Klassiker, welche das heidnische Gift in sich tragen, aus den Schulen verbannt und statt ihrer wieder die Schriften der Kirchenväter einführt.— Diese so schroff ausgesprochenen, durch eine Menge überra- schender Belege und Beispiele unterstützten und scheinbar begründeten Beschuldigungen theilten Frankreichs Gelehrte, besonders den Klerus, in zwei Parteien; Bischöfe und andere Kleriker, sowie die bedeutendsten religiösen Journale, wie das„Univers“ und der„Ami de la réligion“ traten der Ansicht Gaumes bei und vertheidigten sie mit gleich grossem, oft leidenschaftlichem Eifer. Dagegen nahm der Bischof von Orleans, Dupanloup, durch ein Schreiben vom 19. April 1852 den Fehdehandschuh für die Klassiker, besonders dem„Univers- gegenüber, auf. Xul seine Seite traten nahe an fünfzig Bischöfe, worunter der Cardinal und PoEbischof Bonald, der Cardinal und Erzbischof Donnet, der Bischof von Chartres, der von Gap und andere ausgezeichnete Kleriker, wie P. Lacordaire, Lenormant(im„Corre- spondent“), während andere wenigstens die Schroffheit Gaumes und des„Univers“ nicht theilten. Der mit aller Erbitterung geführte Streit wurde endlich in einer Erklärung des Cardinals Gousset an den Staatssecretär Antonelli in Rom vomn theologischen Gebiet, in das er fast schon übergegriffen, zurückgewiesen, indem er weder eine dogmatische, noch moralische oder kanonische Streitfrage betreffe. Diese Ansicht erhielt eine Billigung durch die schr Kluge Rückäusserung des Staatssecretärs vom 30. Juli-ejusd. a., während dem Kampf end- lich durch cine Stimme von höchster Autorität ²¹) eichram die Spitze abgebrochen wurde.
Noch vor der päpstlichen Entscheidung fand— Streit, der schon seiner Natur nach nicht auf F mac beschränkt bleiben konnte, auch in Deutschland seinen Wiederhall, indem die angeschensten katholischen Organe, wie die„deutsche Volkshalle“(1852 in mehreren Nummern) und die„historisch-politischen Blätter“ von Görres, Bd. 30 mit Entschiedenheit die klassischen Studien vertheidigten, und Dr. Hofmann durch eine An- zeige und Besprechung der deutschen Uebersetzung des Gaume'schen Werkes sowie des dadurch vera Nuasthn Kampfes dem Gegenstand auch in einer philologischen Zeitschrift eine Stelle anwies. ³²)
Während also viele Katholiken ihre Angriffe meist gegen die Klassiker als solche und deren Inhalt richteten, wurde protestantischerscits in Deutschland der Kampf mehr gegen die Gymnasien selbst und ihre Lehrer geführt. ²³) Ich erinnere bloss beispielsweise an die Aeusserungen, welche Dr. Rumpel, Director des„christlichen Gymnasiums“ zu Gütersloh, Pastor Feldner aus Elberfeld, Pfarrer Mann aus Baden und Dr. Krummacher aus Berlin auf dem Elberfelder Kirchentag im Jahr 1851 gegen die Gymnasien thaten, indem sie dieselben unchristlich nannten, sie als Schulen des Unglaubens bezeichneten, ihre Zurückführung zum Christenthum verlangten, u. s. w. ²*) Ich erwähne ferner, was auf der Philologenversammlung zu Erlangen in demselben Jahr zur Sprache kam, ²⁵) und dass noch im Januar 1854 auf der Pastoralkonferenz zu Berlin die meisten Gymnasial- lehrer des Rationalismus beschuldigt wurden. Praktisch trat der Kampf hervor durch die Gründung sog.„christlicher“ Privatgymnasien mit specifisch confessionellem Charakter zu Gütersloh, Stuttgart, Greiffenberg u. a.— Die nächste Folge des Kampfes ist die Klärung, Berichtigung und Befestigung der Ansichten über das richtige Verhältniss der Gymnasien und der klassischen Studien zum Christenthum, die entschiedenere Hervorhebung des christ- lichen Charakters der bestehenden Gymnasien und ihres Zweckes, vorzugsweise durch die klassischen Sprachen, auf Grundlage des Christenthums, unter entschiedener Festhaltung am
*) Rundschreiben des Papstes an den französ. Episkopat vom 21. März 1853, worin der Gebrauch der heidnischen Klassiker in gereinigten Ausgaben gebilligt wird.
²2²) Jahrb. für Philol. und Pädag. Bd. 67. Heft 1..
²¹) Damit soll jedoch nicht gesagt sein, dass die Katholiken die Bedeutung und Wichtigkeit der Lehrer verkannten..
¹3) S. Mützell Zeitschr. für Gymn. 1852. Februar- bis Aprilheft, pag. 307.
²³) S. ebendaselbst pag. 327..


