Aufsatz 
Über litauische Volkspoesie / von Richard Löbell
Entstehung
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Allepflücken an ihnen, flechten ſie zum Sträußchen(309)(= verleumden), er aber tröſtet

ſie darüber(307): Laß dich's nicht kümmern, Mein teures Mädchen, Tritt in den Staub die Worte.

Und welch' ſeliges Gefühl macht ſich Luft(100): 35 möchte bitten on früh bis Abend, Daß Gott beſcheerte Ein heitres Tagchen, Die Wäſche ſpület, Ein heitres Tagchen 8 Und helle Sonne.

Mein liebes Mädchen Hat ſchwarze Augen,

eenn in den Keller Sie niederſteiget, Dann braucht kein Licht ſie Und keinen Leuchter.

Mein liebes Mädche Wie ſie am Teiche

Könnt' ich dann ſehen

ch wurd' ihr bieten in Morgengrüßchen.

Die Bäume welken, Die Blätter fallen, Auch das Verleumden endet.

Ich würd' ihr bieten

Ein Morgengrüßchen, Ein Morgengrüßchen, Ein goldnes Ringlein, Ein goldnes Ringlein Auf ihren Finger.

Denn helle leuchten Die ſhwarzen Augen, Die ſchwarzen Augen Des lieben Mädchens, Und Flammen ſprühet Das goldne Ringlein.

n,

Dunkle Augen(118) und blondes Haar(281) werden mit Vorliebe beſungen, was ver⸗

eint manch' litauiſches Mädchen als beſondere Schönheit auszeichnet.

eegeben, Hand ich,

2. Dem hab' Die weiße Dem hab' geſchenkt

1. Dem, den ich wünſchte Und trug im Herzen, Dem hab gegeben Die weiße Hand ich.

4. Als zu den Pferden Er in den Stall ging, Da braucht' er nimmer Ein helles Lichtchen.

Aber das Glück iſt nicht ungetrübt. das Scheiden(104):

5. Sein Auge leuchtet Wie helle Kerzen, Sein Antlitz ſtrahlet Gleich der Päonie.

Das goldne Ringlein.

Und ſie ſingt(118):

3. Mein lieber Knabe at ſchwarze Augen, Ihm iſt nicht bange, n Nacht und Dunkel. 6. Gieb acht, o Knabe, Daß nicht anzünden Die dunkeln Augen Mein armes Herzchen.

ich

Wie alter deutſcher Minneſang tönt die Klage über

* dem Bächlein fließet Wie ſoll i nicht trauern? Nachts, da mich der Schlaf floh, heines klares Waſſer. Wie ſoll ich nicht klagen? Da prach ich das Wörichen: An dem Bache, Nichts von dem wiglich An der Quelle, Sah' ich, ach! Nun und nie

Warum klagſt du, Mädchen?

Den ich trag' im Herzen.

Mich von ihm zu trennen.

Ach, viel lieber ließ' ich Seel' und Leib ſich trennen,

Als daß i Ließe je 4

Von dem holden Knaben.

Die Sehnſucht macht ſie krank und bleich; ſie

möchte ſchlafen, vielleicht entführte ſie der

Traum als bunten Kuckuck auf des Geliebten Hof, und er erkennte ihre Stimme(108):

Komm, komm, mein Mädchen, Erbleicht auch iſt ja Komm, komm, du junge, Erkaltet ſind dir

Ja Händ' und Füße. Ihm erging es nicht anders(98):

Dein ſchönes Antlitz; Auf geht die Sonne, Hell iſt der Morgen.

P duseriy ir Händ' und e, Will neu beleben Dein ſchönes Antlitz.

Ach, das ſchöne, holde Mädchen, Wie des Blumenſträußchens Kern! Ach, die ſüßen, ſchönen Lippen,

Wie ein Apfel zart und Seh' ich ſie vor Aug Weiß nicht, wo ich

ſüß.

hen nicht, leiben ſoll,

Kann nicht eſſen, kann nicht trinken, Leide wie ein Kranker Schmerz.

Aber auch von Untreue wiſſen die Dainos zu ſingen.

Ihr Ringlein auf den weißen

Händen iſt verroſtet von der ſchweren Arbeit, ihr Kränzchen auf den blonden Zöpfen von bittern