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ein etwas ungünſtigeres Verhältniß, nämlich: 1:1198,33. Deſſenungeachtet finden wir in unſern mehr gebirgigen Gegenden im Amte Uſingen, um den Feldberg, auf 1000 Einwohner 1, 3 Taubſtumme, im Amte Idſtein, in der Nähe des Feldbergs, auf 1000 Einwohner 1, 10 Taub⸗ ſtumme, im Amte Wetlburg auf 1000 Einwohner 1 Taubſtummer; während ſich in den mehr ebenen Gegenden im Amte Höchſt und im Amte Hadamar nicht einmal die Hälfte, nämlich nur 9,40 bis 0 50 Taubſtummen auf 1000 Einwohner aufweiſen laſſen.
Im Verhältniß zu ihrer Einwohnerzahl haben nachſtehende Orte unſeres Landes die meiſten Taubſtummen.
1. Brombach hat bei 202 Einw. 3 Taubſt., alſo 1 Taubſt. auf 67,3 Einwohner. 2. Iſſelbach„, d, 5ſ„,„bt, i„4,9 3. Engenhahn 228 2 3 77 1 7 76,0 4. Espenſchied„„, 314 4„„ 1„„ 78,5„ 5. Bechtheim„, 246„ 3„,„ 1„„ 85,0 7 6. Rettershein, 2 9⁷„ 3„„ 1„„ 92,3 3 7. Oberwalluf 7.„ 102„ 3„„ 1„„ 134,0„ 8 Pfaffenwiesbach 77 2 861 7 5 7 7 1 77 7 172,2 7 9. Straßeversbach 77 7 742 77 4 2 7 1 8 185,5 7 10. Eitelborn„„ 45, 3„„ 41„„ 248,3„, 11. Dauſenau„„ 186„ 3„ 771 e, e 262, 12. Nordenſtadt„„ 809„ 3 5 41 7„ 269,6„ 13. Arzbach„„„ 941 2, 3„„ 1„„„ 313,5„ 14. Würges„„ 1487„ 4„„ 111„„ 371,7„ 15. Weilmünſter„I„, 115041„ 4„„ 4„„ 376,0„ 16. Grenzhauſen„„ 1133„ 3„„ 1„„ 372,6„ 17. Oberbrechen 1142„ 3„„ 4„„ 380,6„, 18. Hallgarten,„ 1176„ 3„„ 1„„ 392,6 2 19. Braubach 2,„ 1861„ 4„ 71 85„ 415,2. 20. Oberurſel 6, 13322„ 8„„4„„ 415,2„ 21. Idſtein 2„ 1982„ 4„„ 1„„ 495,6„ 22. Niederlahnſtein„„ 2743„ 5 4„91„„ 548,6„ 23. Kronberg„„ 2003„ 3 9,„ 4„„ 667,6„ 24. Villmar„ 2035„ 3 8„ 1 2„ 678,3„ 25. Weilburg„„ 2708„ 4„„4„„ 699,5. 26. Geiſenheim 7,„ 2586 3 1 861,0 1
Ich habe hier nur die Orte angeführt, welche 3 und mehr Taubſtumme haben, denn Orte, in welchen 2 Taubſtumme vorkommen, gibt es viele in unſerem Lande.
Dieſe Zuſammenſtellung zeigt auch, daß ſich die meiſten Taubſtummen in kleinen, häufig unbemittelten Gemeinden vorfinden. Zudem gehören dieſelben meiſtens armen Familien an, die ſelten in der Lage ſind, irgendwie materielle Opfer für die Ausbildung ihrer unglücklichen Kinder bringen zu können. Dies veranlaßt mich, hier in Kürze die bisherige Beſchaffung der Mittel zur Unterweiſung und Erziehung dieſer Unglücklichen, ſowie die Thätigkeit des in Camberg gegründeten Vereins zur Beförderung des ganzen Taubſtummen⸗Unterrichtsweſens in unſerem Herzogthum zu beleuchten.
Zuvörderſt iſt hierbei in dankbarer Anerkennung hervorzuheben, daß ſeit dem Beſtehen der Taubſtummen⸗Anſtalt zu Camberg unſere Hohe Landesregierung ſtets dieſen Unglücklichen die huldvollſte Fürſorge zugewendet hat, damit alle bildungsfähigen derſelben den gehörigen Unter⸗ richt und die nöthige Erziehung erhalten ſollten. Vermögende Eltern haben die Unterhaltungs⸗ koſten ihrer taubſtummen Kinder am Orte der Anſtalt ſelbſt zu beſtreiten. Für arme Zöglinge


