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Wie man sieht, erheben sich die Angaben nirgends über die in anderen provenzalischen Bio- graphien vorkommenden allgemeinen Ausdrücke, so daſs Schlüsse aus der Biographie, auſser solchen betreffs seiner Tapferkeit, Höfischkeit(Vergleich mit seinem Vater Blacatz) und seiner Fertigkeit im Dichten, nicht zu ziehen sind.
No. 1.
Das Gedicht befindet sich nur in F pag. 159 No. 167 und ist danach gedruckt bei Stengel: Die prov. Blumenlese der Chigiana S. 57. Vgl. ferner den Druck(Z. 1— 8 und Geleit) bei Ray V, 106 und s. Kannegiesser S. 382.— Es bildet die Antwort auf Guill de Montaignagout 1, welches in F unserem Liede vorausgeht. Nach den beiden Hs. FT, in welchen dasselbe uns erhalten, ist es gedruckt Dkm. 50. Zu unserem Gedichte s. ferner No. 9. Orthographie nach der Hs.; nur u in v, i in j, q in qu geändert und die Auflösungen der Abkürzungszeichen nach Stengel beibehaften.
Wenn ein Gedicht, wie eben das nachfolgende, uns überhaupt nur in Einer Hs, darin aber unter einem bestimmten Dichternamen überliefert ist, so können wir diese Attribuirung nur in den Fällen verwerfen, dals Inhalt oder Form des Gedichtes in sicherer Weise zu diesem Schritte berechtigen (s. No. 7). Und hier scheint allerdings eine falsche Attribuirung vorzuliegen. Im Geleite des Gedichtes von Guill. de Mont. wird nämlich ein Amics Guiraut, li savi de Proenza, zur Antwort aufgefordert.— Sollte nun Blacassetz erwidern? Man bedenke ferner wohl, daſs nach diesem Gedichte Blac. 11: Sim fai etc. folgt und somit leicht, wie bei anderen Liedern(cf. Bereng. de Palaz 2, in C dem Guill. de Berg. zugeschrieben, wo aber die Lieder von Berenguier unmittelbar vorhergehen), eine Verwechslung eintreten konnte. Von den durch derartige Ursache hervor- gebrachten falschen Attribuirungen führe ich noch an:
Das Gedicht: Gasc, pec lagz(B. Gr. 173,4) steht in C unter dem Namen des Mönchs von Montaudon; ihm folgen die Lieder von Gausbert de Poicibot, dem auch dieses Gedicht gehört. In der Handschrift O begegnet sogar öfter der Fall, dass zwei Gedichte verschiedener Verfasser in eins zusammengezogen werden. Vgl. Gröber: Rom. Stud. II, 418 f, der übrigens, wie neben- bei bemerkt sei, irrig angibt, daſs p. 1— 34 die Verfasser der Lieder genannt und die Lieder nach den Namen der Dichter geordnet seien, während Grüzmacher's Beschreibung bereits andeutet, dals eine grolse Zahl Lieder hier anonym überliefert sind. Von der Hs. 0 liegt jetzt übrigens ein mir allerdings noch nicht zu Gesicht gekommener diplomatischer Abdruck vor, welchen C. de Lollis in den Memorie der Accademia dei Lincei 1886 geliefert hat.
Andererseits führt in F das Antwortgedicht, welches Blacassetz auf Sordel 9 verfaſste, nicht, wie unser Gedicht, einfach die Uberschrift: En Blanchazet, sondern Blacacet e repren en Sordel.— Leider kann Form und Metrik des Gedichtes nichts entscheiden, da es sich ja völlig an sein Vorbild anschlielsen muſs. In den übrigen Gedichten erwähnt Guill. de Montaign. diesen Amic Guiraut nicht mehr; es muls somit dahingestellt bleiben, wer es ist; demnach läſst sich mit Sicherheit unser Gedicht weder einem bestimmten Guiraut, noch unserem Dichter zusprechen
I. [(1. Amics ·Guillems, lauzan etz**maldicens*Guillem Ray*rmal dissens 2. Qu'en luna*ve del soleill resplandors;*ven 3.»Doncs, pos luna l'apellatz,**ve d'aillors*Donc*rVen
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