Der Troubadour Blacassetz.
Während eines mehrmonatlichen Aufenthaltes in Paris im Wintersemester 1885/86 besuchte ich die dortige Nationalbibliothek, um aus dem reichen Schatze derselben einiges zu schõöpfen. lch copierte eine grolse Anzahl von Tenzonen aus den Handschriften E, I, R und verschaffte mir von einer Anzahl Troubadours die Copien der Lieder, die bisher nicht gedruckt vorlagen. Zu diesen provenzalischen Troubadours gehörte auch Blacassetz.
Derselbe hat uns nur(s. Bartsch: Grundriſs der prov. Litteratur No. 96 S. 121) elf Lieder hinterlassen, von denen aber Gedicht 7, wie Paul Meyer: Derniers Troubadours 133 gezeigt(oder Bibliothèque de l'Ecole des Chartes 31,663) unecht ist. Es verbleiben unserem Dichter somit nur zehn Gedichte. No. 1 ist ebenfalls(s. die Vorbemerkung dazu) zweifelhaft; die übrigen Gedichte lassen sich ihm nicht absprechen.
Nur das von Bartsch a. a. O. unter No. 11(Sim fai etc.) aufgeführte Gedicht ist uns in zahlreichen(7) Handschriften erhalten; die Lieder No. 1, 2, 5, 6, 8 sind uns in je einer, die Lieder No. 4, 9 in je zwei, die Lieder No. 3, 10 in je drei Handschriften überkommen. Dazu tritt noch der Umstand, dafſs die Handschriften P, V, T, in welchen uns eine Anzahl Lieder überliefert ist, nicht den hohen Werth besitzen, wie etwa A, B, C, I. Es wird deshalb öfters schwierig sein, den handschriftlichen Text zu erklären und Anderungen an demselben werden nicht ausbleiben können.
Was uns in der Biographie über unseren Dichter mitgeteilt wird, ist sehr wenig. Wir besitzen dieselbe in den Handschriften I, K(K stammt mit I aus derselben Vorlage) und nach einer Notiz von Stengel: Die beiden ältesten prov. Grammatiken, Marburg, Elwert 1878, pag. X, Anmerkung auch in a. Auch die Biographie aus letzterer Handschrift stand mir zur Verfügung. Gedruckt ist die Biographie nach I(I fol. 109 r. a. vor Lied: Sim. fai etc.) bei Mahn: Bio- graphien No. XCV S. 61; Raynonard: Choix etc. 5, 106; Parnasse Occitanien 121. Sie lautet nach I:
En Blacassetz si(si fehlt Mſahn] u. a) fo fills d'En Blancatz(blacatz M a) que fon lo meiller gentils(fon meillor gentil I M) hom de Proenza el plus onratz baros el plus adreitz el plus larcs el plus cortes el plus gracios. Et el fon ben adreichamen sos fils en totas ualors et en totas bon- tatz et en totas larguesas. E fon grant amador et entendia se de(en a) trobar e fon bos trobaire(bon trobador I M a) e fez mantas bonas cansos.
[Rein orthographische Abweichungen der Hs a und des Textes von Mahn, welcher den von Ray. wiederholt und auch fast durchweg zu dem im Parn. Occ. stimmt, z. B. z= S etc. sind nicht berücksichtigt.]
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