Aufsatz 
Ueber Hydrodiffusion / Joseph May
Entstehung
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gefüllten und leeren Flasche bestimmte sich das Gewicht der eingefüllten Lösung. Zwei Portionen derselben, deren Gewicht durch den Gewichtsverlust der Spritzflasche angegeben wurde, wurden in zwei Platintiegel gespritzt und eingedampft. Das Gewicht dieser Abdampf- produkte liess auf die Salzmenge nach der Diffusion schliessen; aus dieser und αer konnte nun leicht 0o berechnet werden.

Hatte man nun noch auf den Beginn und das Ende des Versuches und auf die Dauer der einzelnen Unterbrechungen geachtet, so hatte man alle zur Bestimmung von k erfor- derlichen Grössen.

Unser Untersuchungsverfahren ist mit einer Reihe von Fehlerquellen behaftet, deren Einfluss jetzt beiläufig abgeschätzt werden soll.

Die Bestimmung von uoe und Qo geschieht aus Wägungen von Flüssigkeiten, die wegen der eintretenden Verdunstung stets mehr oder minder fehlerhaft sind. Wenn man aber bedenkt, dass eine Verdunstung von 5 mlgr. bei einer 5-procentigen Lösung und Co erst um 0,25 mlgr. fehlerhaft finden lässt, und dass so starke Verdunstungen bei unsern Wägungen geradezu unmöglich sind, weil bei denselben die Flüssigkeit mit der äusseren Luft entweder gar nicht, oder nur durch zwei feine Oeffnungen communicirt, so wird man- sich eine ungefähre Vorstellung von dem aus dieser Quelle stammenden Fehler machen können.

Bei dem Aufsteigen der Deckelplatte beobachteten wir stets, dass dieselbe einen Theil der Salzlösung aus dem Solutionsglas mitnahm. Versuche mit einer concentrirten Lösung von übermangansaurem Kali zeigten uns immer ein schmales, die Iitte der Oeffnung des Solutionsglases mit der Mitte der Deckelplatte verbindendes Band, dessen Ausdehnung und geringe Färbung uns auf den geringen Einfluss dieser Fehlerquelle schliessen liess. Bei diesen Versuchen hatten wir zugleich Gelegenheit zu beobachten, dass bei vorsichtigem Ein- und Ablassen des Ausspülwassers niemals Salzlösung verloren ging.

Ein weiterer Fehler ist in dem Abdampfen der Lösung begründet. Um uns einen Begriff von der Grösse desselben zu verschaffen, haben wir stets zwei Portionen der Lösung eingedampft und aus jedem Abdampfprodukt den Salzgehalt der Lösung berechnet. Beim schwefelsauren Kali zeigten die beiden so erhaltenen Werthe im Maximum einen Unterschied. von 1 mlgr. Bei anderen sich leicht zersetzenden oder verflüchtigenden Salzen dürfte der Unterschied etwas grösser ausfallen.

Nach der soeben ausführlich beschriebenen und bezüglich ihrer Fehlerquellen unter- suchten Methode wurden am Schluss des Sommersemesters noch einige Versuche ausgeführt. Trotzdem dass sich bei der Berechnung derselben ergab, dass sie zur Bestimmung von" ungeeignet waren, werde ich wenigstens einen derselben mittheilen, einmal um ein Bild von dem ganzen Rechnungsverfahren zu geben, und dann um das über den Einfluss der zuletzt betrachteten Fehlerquelle Gesagte bestätigen zu können.

Die zu Grund gelegte Längeu-, Zeit- und Gewichtseinheit ist der Centimeter, der Tag und das Gramm. Die Temperatur des zu dem Versuch benutzten Kellerraums schwankte während desselben zwischen 15 und 15,7⁰ C.