Aufsatz 
Ueber Hydrodiffusion / Joseph May
Entstehung
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Röhre in einen grösseren Behälter gebracht hatte, überliess er den Apparat wochenlang sich selbst und erneuerte nur von Zeit zu Zeit das in dem grösseren Behälter befindliche Wasser.

Die unterste Schichte der Röhre hat in Folge ihrer Berührung mit dem Reservoir von Salzkrystallen fortwährend die Concentration der gesättigten Lösung, die oberste, an das reine Wasser stossende die Concentration Null. Es muss sich also schliesslich ein stationärer Zustand herstellen, der dadurch charakterisirt ist, dass jede Schichte im Zeit- element von der vorhergehenden eben so viel Salz empfängt, als sie an die folgende ab- gibt, so dass die Concentration in allen Schichten von der Zeit unabhängig ist. Dieser Zustaud, welcher durch die Gleichung:

5) 9 dt

ausgedrückt wird, bleibt, wenn er sich einmal hergestellt hat, bestehen. Die Differentialgleichung(1) geht in diesem Fall in die Gleichung über:

2 G9-e 7,=....(2) den Satz ausdrückt: die Concentrationen nehmen von oben nach unten zu wie die Ordinaten einer Geraden.

Aus dem Gewicht, welches ein an dem Balken einer Wage aufgehängtes Glaskügelchen in den verschiedenen Schichten des Diffusionsgefässes zeigte, bestimmte er die specifischen Gewichte desselben und aus diesen ihre Concentrationen mittelst des Erfahrungssatzes, dass die Ueberschüsse der specifischen Gewichte über Eins den Concentrationen proportional sind. Die so berechneten Werthe für die Concentrationen der einzelnen Schichten entsprachen den aus dem obigen Integral hergeleiteten innerhalb der Grenzen der Beobachtungsfehler.

Auch eine Bestimmung von k für Kochsalz wurde mit demselben Apparate versucht. Nach eingetretenem Beharrungszustand gilt die Gl.(2). Die Constanten a und b bestimmen sich aus den Bedingungen:

deren Integral:

2e= 0 für= 9, 2e= alo für W= h,

wo do die Concentrationen der gesättigten Lösung bedeutet, und wir erhalten

Die in einem Zeitelement dt durch den Querschnitt 7 eines cylindrischen oder pris- matischen Gefässes strömende Salzmenge d wird den Fourier'schen Hypothesen zufolge nach folgender Formel gefunden: