Aufsatz 
Die Behandlung des Kirchenliedes im katholischen Religionsunterricht / von J. May
Entstehung
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Erweckung der Stimmung. Zu diesem Zweck lasse man die schöne Belehrung über das Weih- nachtsfest im Gesangbuch lesen vor Nr. 28.

Vortrag des Liedes, wobei nach Str. 3 eine kleine Pause gemacht wird.

Darbietung. Str. 1. Preis des neugeborenen Heilandes. Warum sollen wir ihn preisen? Weil er als Mensch geboren ward, d. h. einen Leib und eine Seele annahm, wie wir Menschen haben(Kat. I Fr. 106). Von wem wurde Christus geboren?(Fr. 110) Warum wunderbar?(Fr. 106); denke an denEngel des Herrn, wann und warum wird er gebetet? Wie heisst das Gesetz des freudenreichen Rosenkranzes? Warum freuen sich auch die Engel über die Geburt des Herrn? Alleluja, hebr. Wort= lobet den Herrn, worin das Gefühl der Freude zusammengefuasst ist. Inh.:Gelobt seist du, Herr Jesu Christ.

Str. 2. Preis der hl. Jungfrau. Warum sollen wir auch sie preisen? Für wen ist Christus Mensch geworden? Warum ist es ein Trost? Wovon hat uns Christus erlöst?(Kat. I Fr. 138). Welcher Fall ist hier gemeint und warum heisst er schwer?(Kat. I Fr. 83 87). Inh.:Gelobt sei auch die Jungfrau zart.

Str. 3. Preis der Engel, die bei der Geburt Christi auf Bethlehems Fluren erschienen. Vgl. b. G. Nr. 5 N. T. Was thaten diese Engel? Mit welchen Worten lobten sie Gott? Wie heisst dieser Lobgesang, und wo wird er immer wiederholt? Was verhiessen sie den Menschen? Seinen(= Gottes) Frieden oder den Frieden mit Gott, der durch die Sünde vernichtet war und durch die Erlösung wieder hergestellt werden sollte. Inh.:Gelobt sei auch die Engelschar.

Str. 4. Gott so selig, wird so armselig; so reich, wird so arm. Wer ist derjenige, welcher so arm in der Krippe liegt? Welches sind die Boten(Diener) Gottes? Übten die Engel auch auf Erden dieses Amt aus? (bei der Geburt, Versuchung b. G. Nr. 12 N. T., Todesangst Nr. 69, Auferstehung Nr. 80 und Himmelfahrt Nr. 86). Beachte die Gegenüberstellungdessen Diener Engel sind undarmes Kind,alles schuf und erhält und nackt und dürftig, wodurch die opferfreudige Liebe des Heilandes besonders scharf hervortritt. Inh.:Er liegt in der Kripp als armes Kind.

Str. 5. Gott so gross, wird so klein; so stark, wird so schwach. Warum wird Gott nicht durch den Erd- kreis umschlossen(beschränkt)? Durch welche Eigenschaften zeigt sich Gott räumlich unendlich? Was heisst Gott ist allgegenwärtig, allwissend, allmächtig?(Kat. I Fr. 38 40). Vgl. auch Salomons Gebet bei Einweihung des Tempels b. G. Nr. 63 A. T. Beachte auch hier wieder die Gegenüberstellung. Inh.:Für uns ward er ein schwaches Kind.

Str. 6 und die folgenden Strophen stehen im Gegensatz zu den beiden vorangehenden. Obwohl arm und schwach, zeigt sich der Heiland herrlich, reich und freigebig. Unter dem Licht, das aus Bethlehem hervor- bricht, ist zunächstdie himmlische Herrlichkeit zu verstehen, welche die Engel umleuchtete(b. G. 5 Nr. N. T.), dann aber auch das göttliche Kind selbst, das der fromme Simeon nenntein Licht zu erleuchten die Heiden b. G. Nr. 6 N. T. und Joh. 1. 9das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet. Inh.:Es bricht aus Bethlehem hervor ein Licht.

Str. 7. Wie kam Jesus auf die Welt(vgl. Str. 4 u. 5)? Warum so arm? Damit er auch als Mensch unsere Armut und Not kennen lerne, um desto barmherziger, zu sein, und um uns die Herrlichkeit des Himmels zu ewigem Besitz, wie den Engeln zu erschliessen. Inh.:Auf Erden kam er nackt und arm, auf dass er unser sich erbarm.

Str. 8. Was hat er gethan? Zühle es auf mit den Worten des Liedes. Welches war der Beweggrund? Wozu fordert uns diese Liebe auf? Inh.:Nichts grösseres die Liebe kann.

Bau des Liedes: Es besteht aus zwei Teilen. I. Preis a) dem neugeborenen Heiland Str. 1, b) seiner jungfräulichen Mutter Str. 2, c) der Engelschar Str. 3; II. Betrachtung des göttlichen Kindes a) wie arm Str. 4, b) wie klein und schwach Str. 5, c) aber doch wie herrlich Str. 6, und wie freigebig Str. 7, es aus Liebe zu uns geworden ist Str. 8.

Verwertung.Lasset uns Gott lieben, der uns zuerst geliebt hat.