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IV. Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr hat der Anſtalt einen höchſt ſchmerzlichen Verluſt gebracht. Profeſſor Sommer hatte zwar 1895/96 mit Aufbietung aller Willenskraft, die er in hohem Grade beſaß, ſeinen Dienſt gethan, aber ſchon 3 Wochen vor dem Schulſchluß verſagte ihm die Kraft; die längſt gehegte Befürchtung, daß ſein Leiden unheilbar ſei, beſtätigte ſich. Nachdem er durch Min.⸗Verf. vom 10. März 1896 bis zum Schluſſe des Sommerhalbjahres und durch eine ſolche vom 31. Juli 1896 bis zum Schluſſe des laufenden Schuljahrs beurlaubt worden war, verſchied er ſchmerzlos am 14. September in Homburg v. d. H., wo er zur Kur weilte. Geſtützt auf vortreffliche Eigenſchaften des Geiſtes und Herzens, hat er es ver⸗ ſtanden, ſich die uneingeſchränkte Hochachtung aller derer zu erwerben, die mit ihm in Berührung kamen, und ganz beſonders dürfen wir den ſicheren Takt anerkennen, mit dem er in gleicher Weiſe ſeinen Pflichten als Prieſter ſeiner Kirche und als Beamter des Staates gerecht zu werden wußte. Einem Auffatze in der„Darmſtädter Zeitung“, der von einem Kollegen herrührt, entnehmen wir folgendes:
„Der Verſtorbene iſt geboren am 30. Januar 1845 zu Oſthofen. Schon als Mainzer Gymnaſiaſt zeichnete er ſich in jeder Beziehung durch gefälliges Betragen, Größe des Fleißes und der Kenntniſſe aus, wie der Schreiber dieſes bezeugen kann, der 7 Jahre lang mit ihm auf derſelben Schulbank geſeſſen hat. Herbſt 1864 verließ der Entſchlafene das Gymnaſium mit der Note: Eins. Mit gleichem Erfolge ſtudierte er Theologie in dem biſchöflichen Seminar zu Mainz. Am 9. Auguſt 1868 wurde er zum Prieſter geweiht, wirkte, allgemein beliebt, als Kaplan zu Offenbach, als Lehrer am Konvikt zu Dieburg, als Kaplan zu St. Ignaz in Mainz und ſeit dem 17. September 1881 als Benefiziat und Lehrer, ſeit 30. September 1893 mit dem Charakter als„Profeſſor“, an dem Gymnaſium zu Bensheim. In ſeinem Lehrerberuf war er die Gewiſſenhaftigkeit ſelbſt. Seine ungemeine Befähigung zum Lehrer hat ihm ein berufener Mund bezeugt. Als Direktor Dr. Dettweiler„dem lieben Freunde, dem treuen Mitarbeiter und Berater, dem bewährten, erfolgreichen Lehrer und Erzieher“ zur letzten äußeren Ehrenbezeugung am vfenei Grabe einen Kranz im Namen des Gymnaſiums auf den Sarg legte, hat er ſicherlich aus dem Herzen aller Amts⸗
Lenoſſen, Schüler und Eltern geſprochen.... Sein Andenken wird fortleben bei uns und unſern Kindern. öge ihm die Erde leicht ſein!“
Zur Vertretung des Prof. Sommer wurde durch Min. Verf. vom 9. April 1896 der Lehramts⸗ aſſeſſor Aloys Matthes beſtellt, der am 13. April in den Dienſt eingewieſen wurde. Eine Beſetzung der betr. Stelle mit einem Geiſtlichen iſt bis jetzt noch nicht erfolgt, ſo daß der katholiſche Religions⸗ unterricht allein in den Händen des Gymnaſiallehrers May liegt.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 29. Juli 1896 wurde dem Großh. Gymnaſiallehrer Dr. Rudolf Glaſer der Charakter als„Profeſſor“ erteilt.
Durch Min.⸗Verf. vom 25. April 1896 wurde im Einverſtändnis mit Großh. Oberconſiſtorium mit Wirkung vom 1. Mai ab der evangeliſche Religionsunterricht dem Pfarraſſiſtenten Karl Lampas an Stelle des abgehenden Religionslehrers Lic. Jacob übertragen. Lic. Jacob, deſſen zweijährige Lehrthätigkeit an der Anſtalt als eine treue, anregende und ſegensreiche bezeichnet werden muß, wirkt nach wiſſenſchaftlichen Reiſen jetzt als Pfarrverwalter in Mainz.
Dr. Schrohe, der zu einer Swöchentlichen Übung eingezogen war, wurde während 3 in die Unterrichtszeit fallender Wochen durch verſchiedene Kollegen vertreten. May mußte vom 15. November ab 4 Wochen lang wegen Krankheit bezw. wegen Gefahr der Übertragung auf kreisärztliche Anordnung dem Unterricht fern bleiben; ſein wiſſenſchaftlicher Unterricht wurde vertretungsweiſe aus dem Kollegium erteilt, der Religionsunterricht für 3 Wochen dem Leiter des biſchöflichen Konvikts Dr. Huppert auf Vorſchlag des Ordinariats durch Min.⸗Verf. vom 24. November übertragen. Weitere Störungen des Unterrichts ſind dadurch hervorgerufen, daß Schließmann gegen den Schluß des Schuljahres wegen Krankheit ſeinen Dienſt nur in beſchränktem Maße verſehen konnte und teilweiſe ganz ausſetzen mußte.
Die Allerhöchſten Geburtstage Ihrer Königl. Hoheiten des Großherzogs und der Groß⸗ herzogin ſowie Sr. Majeſtät des Kaiſers feierte die Anſtalt in üblicher Weiſe; es ſprachen dabei Dr. Schmidt über die große Landgräfin Karoline und Prof. Dr. Haeling.
Nach miniſterieller Verfügung vom 20. Januar 1897 wurde aus Anlaß des 100 j. Geburts⸗ tages Sr. Majeſtät des Höchſtſeligen Kaiſers Wilhelm des Großen am 22. März eine Schul⸗
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