Aufsatz 
Cruces Philologicae. Beiträge zur Erläuterung der Schulautoren / von Theodor Maurer
Entstehung
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instituto. 94: namque his verbis in gaudium prodiit:is ipsis ludorum meorum diebus sidus crinitum per septem dies in regione caeli guae sub septentrionihus est conspectum. id oriebalur circa undeéecimam horam diei clarumgue et omnibus e terris conspicuum fuit. eo sidere significari volgus credidit Caesaris animam inter deorum immortalium numina receptam, quo nomine id insigne simaulacro capitis eius, quod mox in foro consecravimus adiectum est.

Dem gegenüber müssen wir freilich geltend machen, dass für die Richtigkeit der Deutung unserer Stelle der Vergleich des brennenden Pfeils mit einem Kometen(v. 528) allein für sich so wenig beweisen würde, dass eben umgekehrt die, wie es von uns geschehen, aus sich heraus zu begründende richtige Deutung der ganzen Stelle erst mit Sicherheit jenen Vergleich auf dasDionaei Caesaris astrum Verg. Bucol. 9, 47(vergl. Iulium sidus, Horat. Carm. 1, 12, 47) zu beziehen erlaubt. Wie recht wir mit dieser Erinnerung haben, wolle man folgender Stelle des Heyne'schen Commentars entnehmen, woraus erhellt, dass jene ja nunmehr, wir denken evidente Beziehung schon zu Heyne's Leit ausgesprochen war, aber weil es ihr an der ausreichenden anderweitigen Begründung fehlte, auf ein Jahrhundert wieder, eben durch Heyne, verhüllt werden durfte. Die wegwerfende Art, womit derselbe davon Notiz nimmt, wird uns entschuldigen, wenn wir erst, nachdem College Noiré uns auf die Stelle in Sueton aufmerksam gemacht, den Wink, der in nachstehendem Satze des Heyne'schen Commentars liegt, nutzten und der Sache weiter nachgingen. Es heisst dort zu unserer Stelle:Ad Tulium sidus haec referre velle, hoc est ingeniose ludere, et intercedit ipse poeta, cum terrificos vates apposuit. Der Erfolg dieses allerdings höchst leichtfertigen Einwands zeigt uns, wie wenig der blosse Bezug auf den Kometen für das volle Verständniss unserer ganzen Stelle ausreicht; vielmehr gilt es, wie oben von uns dargethan, vor Allem den Bezug auf die Apotheose in ihrer Bedingtheit durch den Mord Cäsar's klar ins Auge zu fassen. Wie dies jenem, uns unbekannten, Vorgänger Heyne's, auf den die angeführte Stelle des Commentars zielt, offenbar verhüllt blieb, so gilt das Gleiche noch immer auch selbst von der neuesten Ladewig'schen Ausgabe.

Wenn es v. 523 heisst: docuit post ewitus ingens, so kann dies nur im Sinne der Erfüllung jenes Auguriums durch ein bedeutendes Ereigniss gefasst werden, nicht aber so, wie es, den Sinn der Stelle verwirrend, bei Ladewig heisst, es seien Vergil's Leser durch obigen Vergleich v. 528 des brennenden Pfeils mit einem Kometen erinnert wordenan eine ihnen wohlbekannte Erschei- nung, welche ein ähnliches Bild dargeboten hatte und von Augustus auf den Abschluss einer grossen Entwicklung(ingens exitus 523) gedeutet war. Dasterrificus derterrifici vates v. 524, wodurch eben jener exitus ingens seine wesentlichste Bestimmung erhält, wird bei Ladewig charakteristisch genug mit der Bemerkung abgethandichterisch und nachklassisch (s. d. Eingang unserer Nummer 5). Noch verkehrter womöglich ist die Deutung des maxumus Aeneas v. 530, sowie in Folge die des lactus Acestes(v. 531). Da heisst es: Aeneas, den seine Kraft hier nicht verlässt(maæimus v. 530), bezieht das Omen auf den soeben beendeten Wettkampf (v. 530 532) und Acestes geht gern(laetus v. 531) auf diese Deutung ein. Wir meinen, da hat der Dichter der magnitudo animi seines Helden denn doch einen etwas weiteren Horizont gezogen, als er seinem Commentator aufgegangen erscheint. Aeneens Grösse liegt eben darin, dass er das Omen annimmt, obwohl ihm dessen schreckliche Seite nicht weniger auf die Seele fällt, als sämmtlichen Zuschauern, wie deren bange Ahnungen auch nachmals durch das omina canere der terrifici vates ihre Rechtfertigung fanden. Ist es doch zunächst eine zerstörende Wirkung durch das Element des Feuers, was sich den Blicken zeigt. Aber dem ahnungsvollen Heldengemüth geht zugleich der hohe Sinn auf, dass hier die Zerstörung ein Entrücktwerden in die Region des Himmels