Aufsatz 
Cruces Philologicae. Beiträge zur Erläuterung der Schulautoren / von Theodor Maurer
Entstehung
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ihm schon bekannt war und ihn zu denselben Bedenken veranlasste. Von einerZeichnung bei Möbius erfahren wir, dass darnachdie ganze Last des über die Brücke gehenden Transports auf den halb in den Tragbalken eingefügten fibulis(Querhölzern) ruhte, woran Feldbausch die Kritik übt:Aber wie könnte man die Last einer Brücke solch dünnen Klam- mern anvertrauen wollen, die kaum dazu genügen möchten, die dicken Querbalken nebst der Ueber- lage von Holz, womit sie bedeckt waren, zu tragen?

Wird man sich, nachdem nunmehr das dem Wortlaut, wie der Sache gleichmässig entspre- chende Einfache gefunden ist, wohl entschliessen allen gesuchten Deutungen endgültig den Abschied zu geben? Ja, wäre nicht die deutsche Besserwisserei!

5) Noch bezüglich eines letzten Punktes muss ich Feldbausch widersprechen. Die grossen Schwierigkeiten, welche das Einrammen der Pfähle nach vorausgegangener Verbindung zu Paaren haben mag, ²) lässt ihn bezüglich desinter se iungebat einer Erklärung Held's sich anschliessen, der sage,es hiessen diese Worte nichts anderes, als dass zwei Pfähle nur zwei Schuh von einander entfernt so eingerammt wurden, dass sie ein zusammengehöriges Paar ausmachten. Das heisst Cäsars klarsten Worten ins Gesicht schlagen. In einem selbstständigen Satze, noch ohne jede Andeutung dessen, was weiter zu geschehen habe, theilt uns Cäsar§ 3 die Verbindung zu Joch- pfahlpaaren mit, und nun erst geht es mit§ 4 und 5 an das Einrammen. Und da soll der Leser, was seine Phantasie vorher nach des Schriftstellers Anleitung zusammengefügt, ohne dass dieser mit einer Silbe darauf hinwiese, wieder als unverbunden betrachten, um zu späterer Zeit etwa jenes Zusammenfügen, wieder ohne jeden Wink des Schriftstellers, von sich aus noch einmal nach- zuholen! Nein, an jener Fundamentalthatsache, die der römischen Bautechnik solch glänzendes Zeugniss ausstellt, kann nicht gerüttelt werden. Eben darum brauchten wir auch noch nicht Feldbausch's Ausführungen beizupflichten, wie wir wohl geneigt sind, es zu thun(auch konnten Schwierigkeiten, als treffliches Disciplinarmittel, Cäsars Soldaten gewiss nicht schaden; wollte man doch dem furchtbarsten Feinde, mit dem man noch zusammengetroffen, den Krieg ins eigene Land tragen, dabei einen Fluss wie den Rhein im Rücken! Da mussten im Schweisse ihres Angesichts, die daran bauten, selbst ihren Glauben an das Werk stärken, auf welchem im schlimmen Falle ihre ganze Hoffnung ruhte.) Feldbausch also sagt pag. 5:Dass übrigens Julius Cäsar auf den Bau dieser Brücke stolz war, davon zeigt schon die ziemlich ausführliche Beschrei- bung, die er davon lieferte, und die Aeusserung, dass er trotz aller Schwierigkeiten, die sich in der reissenden Strömung(rapiditas) und der Breite und Tiefe des Flusses ihm entgegenstellten, dennoch lieber gar nicht, als auf blossen Schiffen über den Strom zu setzen gedachte, weil er dieses nicht nur nicht für sicher, sondern auch in seinem Feldherrnstolze weder seiner noch des römischen Volkes Würde angemessen fand(neque suae neque populi Romani dignitatis esse statuebat). Ver- stehen wir seine ferneren Andeutungen recht, so ist wohl auch sein Baumeister(wir unsererseits glauben, bei der Einfachheit des Princips, in Cäsar selber den Baumeister zu erkennen)in einem Punkte von dem früher gewöhnlichen Pfahlbrückenbau abgewichen und hat zum Vortheile des Werkes sich eine Neuerung erlaubt. Diese bestand nämlich darin, dass den Tragbalken(sublicis) keine perpendiculäre, sondern schräge Stellung gegeben wurde, wie dies jetzt, so viel ich weiss, allgemein bei Pfahlbrücken üblich zu sein pflegt. Wir meinen nun, da das Grössere das Kleinere in sich fasst, so sei kein Grund, warum wir, wie es ja ebenfalls nurzum Vortheil des Werkes sein konnte, das obligue agebantur§ 9, so gut es von den sublicae cum omni opere conjunctae gilt, nicht auch als Prädicat zuet aliae item supra pontem mediocri spatio gelten lassen

2) Siehe I, Anm. 4.