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einer anderen, allerdings gründlich verfehlten Deutung sich entschliesst, die ihn aber das distare in gleichem Sinne wie wir, als je nachdem die lichte oder volle Distanz bedeutend, interpretiren lässt. Er sagt nämlich:„nam zunctura tignorum duorum non totum illad quod iunctis constat, sed eam utriusque partem, qua iuncta sunt, significat; quae pars in duobus distantibus iunctis necessario dupleæ est et tantundem distat, quantum illa distant: itague distantia demon- stratur extremitatum vinculi eius quo bina tigna iungebantur, seu ipsius vinculi longitudo.
4) Nach dem Missverstand des„Quantumn... distabat“ ist Feldbausch nun auch mit seinen ſfihulis ganz daneben gekommen. Wie er sie sich so recht denkt, ist aus der Schrift selber nicht ganz deutlich zu entnehmen; auch gibt er am Schlusse seiner Arbeit zu, es möge ihm„wohl nicht gelungen sein, jede Dunkelheit und jeden Zweifel zu heben“. Seine Uebersetzung bietet an der betreffenden Stelle:„mittelst zwei Paar Hafteisen an beiden Enden“. Die beigefügte Abbildung zeigt, wie auch die getreue Nachbildung bei Lübker, dass er seine fibulae von der Seite am Querholm anbringt. Aber damit ist er auch gerichtet; denn von der Seite mit den fibulae bei- zukommen, sei ihre Façon, welche sie wolle, dass der Effect gewonnen werde, den Cäsar seinem Baue nachrühmt,„ut quo maior vis aquae se incitavisset, hoc artius illigata tenerentur“, erscheint, sobald der Holm auf den Jochpfählen ruhen soll, durch die Natur der Sache ausgeschlossen.—
Fassen wir pos. 1 und 4 zusammen, so steht die Sache so. Während bei der Annahme der sämmtlichen Uebrigen ausser Feldbausch, wonach die tigna nebeneinander stehen, sich eine Möglichkeit der fibulae mit ihrer Leistung wenigstens denken lässt, nur dass es an einem Träger fehlt, so hat Feldbausch wohl die Träger, nämlich gleich uns die tigna, kommt aber mit den fibulae nicht zum Ziel. Der Versuch gar, mit Zuhülfenahme moderner bautechnischer Kunstgriffe, die fibulae neben dem ihnen von Cäsar zugewiesenen Geschäft des discludere und revincire, auch noch als Träger des Holms fungiren zu lassen, wie Göler thut und mit doppelten IIlustrationen eine moderne„Ausstattungs“-Ausgabe für die Schule, ohne jede Andeutung der Bezugsquelle, ¹) nachfolgt, scheint uns zu beweisen, wie sehr es zur Rettung Cäsars vor solchen Willkürlichkeiten der Phantasie einer glücklichen Radicalkur bedurfte.
Also Cäsar koppelt zwei 1 ½ Fuss starke Balken, um wider die Gewalt des Stromes(die rapiditas fluminis§ 2) einen Ständer von 5 Fuss Mächtigkeit zu stellen, und wir begnügen uns nicht nur mit einem einzigen Pfahl von 1 ½ Fuss, nein, die fibalae mit Kunst einzulassen, schneiden wir diesen Pfahl, zwei Fuss weit übereinander, soviel eben die Höhe des Querholms ausmacht, von vorn und hinten auch
noch an! Wird nicht Folgendes damit die Alternative sein? Schont man bei diesem Anschneiden den Pfahl, so bekommen die schmächtigen fbulae bei dem combinirten Druck von oben, durch die Belastung der Brücke, wie von der Seite, durch die Kraft des Stroms, den Krach; will man den fihulae irgend Haltbarkeit geben, so schneiden wir den tigna ins Mark, und all die viele Mühe, die sich Cäsar gemacht mit schräger Einrammung, mit Verstärkung durch„sublicae pro ariete subjeckae“(§ 7), mit dem Schutz der Brücke durch andere, als„defensores“ dienende,(§ 7) wird den Schaden nicht heilen können, den er den Stützen seines ganzen Baues, den tigna, angethan. Aus Feldbausch lernen wir übrigens, dass jener Versuch der Verwendung der fibulae auch
1) Auch bezüglich der einverleibten Schlachtenpläne, die, soweit wir gesehen, von Anfang bis Ende, dem Napoleon'schen Werke entnommen sind, hält es die betreffende Ausgabe ebenso. Dass das auch nur in einer Schul- ausgabe, zumal einer durch ihre Ausstattung mit solcher Prätension auftretenden, gestattet sein soll, erscheint uns mehr als zweifelhaft. Die Beschwerde, die man von deutscher Seite wider Napoleon III. wegen einer Art inter- nationaler literarischen Freibeuterei, von Göler gegenüber, erhoben(s. v. Göler's Werk, Vorwort zur zweiten Auflage 1880 pag. VII), sollte der deutschen wissenschaftlichen Ehre doppelte Vorsicht vor Repressalien desselben
C harakters gebieten. 2


