Aufsatz 
Cruces Philologicae. Beiträge zur Erläuterung der Schulautoren / von Theodor Maurer
Entstehung
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Wir erhalten durch Feldbausch nach verschiedener Richtung eine schätzenswerthe Unter- stützung, ohne auch nur im kleinsten Punkte eine Berichtigung unserer Auffassung bezüglich der Sache verzeichnen zu dürfen. Folgendes sind zunächst die Punkte, worin Feldbausch mit uns übereinstimmt.

1) Auch Feldbausch hat es mit der Anordnung der tigna hintereinander versucht, wie Schneider in seinem Commentar zu Cäsar 1840 bezeugt, als der erste von allen Interpreten, und ist ihm, wie wir nunmehr uns überzeugt, Lübker mit Bedacht bei der bezüglichen IIlu- stration gefolgt. Wenn Feldbausch's tüchtige Arbeit in den 50 Jahren, die darüber ver- strichen sind, für die Förderung des Verständnisses unserer Stelle so ohne jede Nachwirkung ge- blieben, dass sie für die heutige Forschung so gut wie verschollen gelten musste, so liegt dies an anderen schweren Irrthümern, die zu meiden, bei dem richtigen ersten Schritt, gerade ihm am leichtesten wäre möglich gewesen. Mit folgenden Worten begründet Feldbausch unsere oben als die natürliche vorausgesetzte Anordnung der tigna:Dass wir aber die Tragbalken nicht quer in den Strom zwei und zwei zusammenstellten, sondern stromabwärts hintereinander, so dass die Querbalken nicht zwischen zwei und zwei Tragbalken eingesenkt werden können, sondern vielmehr oben auf denselben ruhen müssen: dafür spricht die für die breite Brücke erforderliche Festigkeit und auch die im Brückenbau jetzt übliche Construction der Tragbalken.

Daneben stehe die uns secundirende Kritik der vor Feldbausch versuchten Reconstructionen der Brücke, die aber im Wesentlichen auch heute noch Anwendung leidet, weil man sich eben nicht von dem 7r0ντ tεκνοs hat bekehren lassen. Er sagt pag. 4:Es möchte sich aus den Darstellungen der Brücke, welche die gelehrten Herausgeber Cäsars noch in den neusten Zeiten lieferten, die Meinung rechtfertigen lassen, dass derselbe ein sehr unhaltbares Gerüste in den Rhein- strom gesetzt, welches nicht einmal zu dem nächsten Zwecke zum Uebersetzen einer Armee von Fussvolk und Reiterei nebst dem damit verbundenen Train die nöthige Festigkeit be- sessen habe.

2) Auch Feldbausch bezieht quantum nicht auf bipedalis.

Irrig dagegen ist Feldbausch berichtet, wenn er

3)eorum tignorum iunckura auf das Ganze des Bockes deutetb diecompages binorum tignorum ulrorumque nennt es Schneider in seiner Kritik gegen Feldbausch und darum übersetzt:diese beiden Paare der Tragpfähle wurden durch zwei Schuh dicke, oben eingefügte Quer- balken...., soweit sie in ihrer beiderseitigen Verbindung von einander abstanden, fest aus- einandergehalten. Welche Gewaltsamkeit, das bereits fertig gedachte Ganze herhalten zu lassen zur Bestimmung eines Theiles des noch zu bauenden, und zwar um etwas durch und durch Selbst- verständliches zu sagen! Der Satzquantum... distabatek soll nämlich nach Feldb ausch zur Bestimmung dienen von distinere. Er sagt:Nach meiner Ansicht aber ist, wie schon die obige Uebersetzung andeutet, dieses quantum... distabat auf das nächstfolgende Verbum distinebantur zu beziehen. Nun wissen wir nach§ 5, dass dietignorum iuncturae(in unserem Sinne) ober- und unterstrom, als Entfernung(wir verstehen mittlere) einintervalluns pedum quadragenum haben; findet also überhaupt ein distinere je zweier solcher iuncturae statt, was will da noch eine ander- weitige Distanzbestimmung? Damit fällt zugleich Feldbausch's Beziehung von quantum.

Dies ist beiläufig der einzige Punkt, wo Schneider mit seiner Kritik Feldbausch's recht hat, freilich, um womöglich noch Verkehrteres zu leisten. Für uns ist dieser Schneider'sche Widerspruch gegen Feldbausch insofern von Werth, als er, um der Auffassung desselben von tignorum iunctura widersprechen zu dürfen, lieber für den Begriff voniunctura üherhaupt zu