— 7—
Pikant ist, dass, wie wir mit Ueberraschung nachträglich zufällig gefunden, der sensus uns in unserem Arrangement von Streben und Querbalken zu einem„Bock“ bereits zuvorgekommen zu sein scheint: dem Zeichner der Cäsarbrücke in Lübker's Reallexikon zu dem Artikel pontes hat der Instinct das Gleiche an die Hand gegeben.⁰) Trotzdem wird man der Veranschaulichung eines Brückenbocks mit den neugedeuteten fibulae, wie sie beifolgende Abbildung gewährt, Dank wissen.*)
4B. intervallum pedum quadragenum. a. trabs bipedalis. 5. tigna sesquipedalia. c. intervallum pedum duorum.
d. fibulae.
Nachtrag zu Nr. I. Mit der obigen Annahme, es sei uns bezüglich der Zeichnung bei Lübker der Instinct des Zeichners zuvorgekommen, haben wir uns getäuscht. Dieselbe geht, wie der Augenschein lehrt, auf Feldbausch's Rastatter Programm von 1830 zurück, von dem wir erst nach Abschluss unserer Arbeit Kenntniss und Einsicht bekamen.
6) Siehe Nachtrag zu Nr. I.
7) Wenn wir, entgegen einer erst von uns angenommenen Beziehung des utrimgue auf das Jochpfahlpaar, nunmehr die auf den Holm vorziehen, sowie, gegenüber einer sachlich zustimmenden, aber hierin abweichenden Ansicht von befreundeter Seite, an der Beziehung des ab ewtrema parte ebenfalls auf den Holm mit Köchl y- Rüstow festhalten, so machen wir für Beides das Folgende geltend. Cäsar denkt sich den Bock aus drei Haupt- stücken bestehend: zwei stehen schon filx und fertig im Flusse: es sind die Jochpfahlpaare ober- und unterstrom. Nun gilt es ihm das dritte Glied zu beschreiben, mit dessen Aufgabe, die beiden ersten auseinanderzuhalten. Es ist der Holm, und das Auseinanderhalten besorgt derselbe mittelst der Nhulae, die für die Phantasie des Schrift- stellers bereits in den Holm, gewissermassen als dessen Gliedmassen, eingefügt zu denken sind. Wo sitzen diese nun? Das Jochpfahlpaar hat vorerst nur herzuhalten, um qurch seine volle Distanzweite das Mass für die Ent- fernung je der zwei fbulae herzugeben. Wo sie an dem Holm ihre Stelle haben, erfahren wir durch das utrimque und das ab entrema parte. Dass die fibulae zugleich utrimque sitzen in Bezug auf die Jochpfahlpaare, an sich klar, — wozu sollten sonst diese das Mass für die Distanz der binae fibulae hergeben?— erhält seine Bestätigung qurch das Prädicat, die Leistung des distinere tigna. In der Sache kommen, wie gesagt, beide Beziehungen auf Eines heraus.— Dass das quantum auf ein aus dem Relativsatz als Bestimmung des immiseis zu entnehmendes „ea distantia“ zu bezichen sei, leidet für uns keinen Zweifel; wesshalb es eben auch seine natürliche Stelle gleich hinter immissis fand; während der Relativsatz bei der früher angenommenen Bezichung auf bipedalibus, sowie des immissis auf trabibus, ordnungsgemäss nach bipedalibus wäre einzuschalten gewesen. Aus dem gleichen Grund steht nun fast mit Nothwendigkeit das prädicative immissis an der Spitze, sowie zur Znsammenfassung das Subject Hhbulis am Ende unseres Ablativ absolutus. Und nun beachte man den trefflichen Satzbau, der bei unsrer Con- struction gegen früher gewonnen wird, und wonach gewissermassen die immissae Rbulae syntaktisch das Gleiche leisten, was die Sache, in ihrer Einfügung in den Holm, für den Bau.


