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Kampfe mit der Türkei einen wichtigen Stützpunkt und beher- bergte eine ägyptische Besatzung.
Während sich in römischer Zeit die Akropolis inmitten der Stadt befunden hatte, bildeten die Araber die Tempel mit ihren starken Unterbauten zum Hauptfestungswerk der äusseren Stadt- umwallung aus, die damals von Westen beträchtlich nach Osten zurückgezogen wurde. Man sperrte die Propyläen, und die Ring- mauer der Höfe sowie das Podium des grossen Tempels wurden mit Türmen, Zinnen und Schiessscharten bewehrt. Eine Mauer stellte im Osten die Verbindung mit dem kleinen Tempel her, dessen Freitreppe mit einer Curtine geschlossen wurde. Wie ein Mauerzug auf der Nordseite des kleinen Tempels dartut, bildete dieser, von einem besonderen Graben mit Contreescarpe umgeben, eine starke, letzte Zufluchtsstätte der Verteidiger. In das Tempel- innere wurden damals die jetzt wieder beseitigten Zisternen eingebaut.
Während sich also die Araber hier wesentlich an die Bauten der Römer mit ihren unverwüstlichen Mauern anlehnten, galt es für sie, an der Südwestecke zwischen dem grossen und kleinen Tempel durch fortifikatorische Neuschöpfungen die Lücke im Festungsring auszufüllen. Ruinen und arabische Inschriften geben uns Kunde von der unausgesetzten Erweiterung und Verstärkung dieser Werke. Aus der um 13 m unter dem Fussboden des grossen Tempels gelegenen Unterburg führte das nach seinen Torflügeln so genannte Kupfertor nach Westen in die Ebene hinaus; um 1290 wurde das starke Südtor zwischen dem kleinen Tempel und dem vom Sultan Bahram Schach 1213 angelegten Südwestturm weiter ausgebaut, sodass ein etwa eingedrungener Feind, nachdem er den vierfach geknickten Torweg hinter sich hatte, nochmals vor einem inneren Tore in einem rings um- schlossenen Hofe von oben her den Geschossen der Belagerten preisgegeben war. Auch der imposante Südostturm, dessen präch- tiges Stalaktitenportal wir bewundern, verdankt dieser Zeit seine Errichtung. Noch im Jahre 1394 hat der mächtige Mamluken- sultan Barkuk die Festungsgräben erneuert. Trotz dieser fort- gesetzten Umbauten macht die Festung den Eindruck der syrischen Kreuzfahrerburgen. Die alten Eingänge sind durch Pechnasen geschirmt, ein zweiter, unter dem Zinnenkranz herlaufender Wehr- gang ruft die Erinnerung an den Burgenbau der Franzosen in Avignon oder in Pierrefonds wach.
Mögen nun auch die arabischen Festungsbauer in ihrer Technik mit den römischen Baumeistern nicht in Wettbewerb


