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Wahrzeichen von Heliopolis geworden: Sein Bild schmückt unter Septimius Severus(183— 211) die Münzen der Stadt.
Die Erbauungszeit in der zweiten Hälfte des zweiten und im Anfang des dritten Jahrhunderts n. Chr. erhellt aber auch aus dem Baustil, dem römischen Barock. Die Architekten der ersten römischen Kaiserzeit halten sich noch an die ruhig und vornehm wirkenden Formen der Griechen. Im Streben nach Pracht- entfaltung und im Haschen nach Effekt bereichert sich aber das Profil, und das Schwülstige und Phantastische tritt an die Stelle der alten Einfachheit und Klarheit; man vergleiche nur in Ge- danken das römische Pantheon oder die Maison carrée in Nimes mit den Bauwerken in Baalbek und Palmyra.
Die Basilika.(Phot. Dittrich, Kairo.)
Noch streiten die Gelehrten über die Fortentwickelung des griechischen Stils unter den Händen der Römer, ob die in der Hauptstadt geübte Kunst auch nach den Provinzen gewandert sei, oder ob sich im Orient noch einmal neu schaffend, phantastische Triebe geregt haben(J. Strzygowski, Kleinasien, ein Neuland der Kunstgeschichte, 1903). Für die Entscheidung dieser wich- tigen Frage werden vor allem auch die Ergebnisse von Puchsteins Forschung schwer in die Wagschale fallen.


