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Formen des erhöhten, dreischiffigen Chores der christlichen Basilika, deren Entstehung bekanntlich noch in den Bereich der ungelösten wissenschaftlichen Fragen gehört.
Wie den grossen Tempel die auf das Riesenhafte gerichteten Formen, so zeichnen den kleineren die zierlichen Verhältnisse aus.
Die wichtigen Fragen nach der Erbauungszeit und den gött- lichen Besitzern der Tempel lassen sich heute aus dem Baubefund, den Inschriften und literarischen Zeugnissen zum grössten Teile sicher beantworten.
Die Weihinschriften gehören fast ausnahmslos der Zeit der Römerherrschaft in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten an und nennen Juppiter Heliopolitanus als Herrn des Heiligtums. Nur ein Mitglied der Priesterschaft, der Speculator Longinus, und ein anderer Dedikant stifteten unter der Regierung des Kaisers Caracalla vergoldete Verkleidungen für Kapitelle in der Propyläen- halle und weihten sie ausdrücklich einer Mehrzahl von Gottheiten, den Dei Heliopolitani. Diese sind uns aus den Inschriften von Baalbek und anderen Orten bekannt und auch durch ein in Baalbek selbst aufgefundenes kleines Kalksteinrelief als Zeus, Hermes und Aphrodite bezeugt. Soviel wissen wir also über die in Baalbek verehrten Gottheiten: Wir kennen die Herren des grossen Tempels, ohne aber über die Bestimmung des kleineren genauer unterrichtet zu sein.
Baalbek war aber schon vor grauen Zeiten eine hochheilige Stätte, und der Juppiter Heliopolitanus, oder 6 dε uναos Huonolirne dsonöryc, wie er in einer neu gefundenen Inschrift heisst, hat wahrscheinlich das Erbe einer älteren Gottheit ange- treten: des orientalischen Sonnengottes Baal. Bereits in den alten assyrischen und ägyptischen Kriegsberichten wird Balbiki, d. h. „Baal des Tals“, erwähnt. Nicht unwahrscheinlich haben die Phönizier an ihrer wichtigen Verkehrsstrasse nach den Euphrat- ländern dem Gott, dem sie allerwärts Kultstätten in ihren Kolonien errichtet haben, ein Heiligtum gebaut. Auch von Salomo und seinen Beziehungen zu Syrien und einem Tempelbau für die arabische Königin Balkis wissen die Geschichtschreiber des Mittel- alters zu erzählen, ohne dass wir dadurch eine bestimmtere Nach- richt erhielten. Wahrscheinlich schwebt aber dem Propheten Amos, der ums Jahr 800 v. Chr. gelebt hat, der in Baalbek ge- triebene Götzendienst vor Augen, wenn er den Herrn in seinem Zorne sprechen lässt:„Und ich will die Riegel zu Damaskus zer- brechen und die Einwohner auf dem Felde Aven(d. h. des Götzen-


