Aufsatz 
Baalbek
Entstehung
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bei ihrem Betreten der Vergleich mit der allerdings in noch etwas grösseren Verhältnissen(71: 13,5) gehaltenen Halle von St. Peter in Rom auf. Die korinthischen Kapitelle von vergoldeter Bronze durften ehemals im ersten Strahl der aufgehenden Sonne erglänzen, da die Tempelanlage genau von Osten nach Westen gerichtet ist. Zwei turmartige Eckbauten geben der Halle einen wuchtigen Ab- schluss. Ihre Wandflächen sind durch Pilaster gegliedert; das durch drei Türen zugängliche Innere ist jetzt grösstenteils ver- schüttet.

Aus der Vorhalle gelangt man durch ein hohes Mittelportal und zwei kleinere Seiteneingänge in den sechseckigen Hof. Heut- zutage ist aber nur die Südtüre wieder zugänglich gemacht worden, nachdem die Araber im Mittelalter die drei Zugänge mit grossen Quadern vermauert und die Halle in einen Burgzwinger ver- wandelt hatten. Ein Raum von 60 m Länge auf 80 m Breite tut sich vor uns auf. Er ist von einem auf drei Stufen ruhenden Hallenbau umgeben. Die Steinlagen, aus denen die Stufen aber erst noch herausgemeisselt werden sollten, sowie die Stellen der verschwundenen Basen der Hallensäulen sind noch erkennbar. Den Fussboden des Peristyls bildete ein einfaches Mosaik aus blauem Stein. Im nächsten Hofe hat sich in einer Ecke unter arabischem Mauerwerk auch noch der Giebel eines Satteldachs erhalten, der sich über den Säuleneingängen des Hofes und vier dahinterliegenden, viereckigen, offenen Sälen oder Alen mit je vier Säulen auf der Vorderseite erhob. Arabische Festungsbauten und Schartenkammern nehmen die Alen der Ost- und Südwestseite ein, dagegen lässt sich die Wanddekoration des Nordwestsaales, wenn auch stark verwittert, noch als der in Baalbek zur höchsten Vollendung gekommene römische Barockstil erkennen, der uns überall begegnet.

Den Eingang zum grossen Hofe bildeten, den Propyläen gegenüber, wiederum drei Portale auf der Westseite. Ein Bogen, dessen Ansatzstein sich gefunden hat, betonte den feierlichen Zu- gang und hob ihn stattlich aus den Satteldächern der übrigen Hallen heraus.

Gebannt von dem überwältigenden Eindruck der Grössen- verhältnisse und der Prachtentfaltung zögert der Schritt. Die alte Herrlichkeit lässt sich auch im Zustande der Zerstörung noch erraten: Der Hof öffnet sich 135 m in die Tiefe bei einer Breitenausdehnung von 113 m. Ein Wald glänzend polierter Granitsäulen trägt das Peristyl. Geradeaus erhebt sich der Brand-