Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs : 1. Teil / von Christian Bahl
Entstehung
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Verhältnisse genötigt, als sie 1305 ihre Güter bei Müntzenberg,¹) Teile ihres limburgischen Erbes, an den Dynasten von Falkenstein verkaufte. Johann und Agnes von Westerburg spra- chen urkundlich ihre Einwilligung zum Verkaufe aus.²) In demselben Jahre kam es, wie sich aus der Urkunde vom 11. Mai 1306 3) ergibt, am Kirchweihtage von Diez(12. Sept.) zu einer Fehde zwischen Johann und der Stadt Limburg einerseits und dem Grafen Gerhard IV. von Diez 4) und seinem Verbündeten Heinrich Herrn von Weilnau anderseits, welche zwischen Johann, seinem Sohne Gerlach, ihren Mannen und der Stadt Limburg und dem Grafen Gerhard und seinen Söhnen Gerhard und Gotttried durch Sühnevertrag vom 11. Mai 1306, mit dem Herrn von Weilnau aber am 23. Juni dess. Jahres beigelegt wurde.5) In demselben Jahre, 23. Mai, erlangte Johann von dem Erzbischof Heinrich II.(von Virneburg) von Köln, von dem die Herren von Limburg Lehen in Seckbach hatten,) die Vergünstigung, dass der Gemahlin Jo- hanns, Uda, einer Tochter des verstorbenen Grafen Otto von Ravensberg, die Nutzniessung der erwähnten Lehen bewilligt wurde.)

In dieser Zeit haben, wie es scheint, zwischen Johann und seinen Schwestern, Königin Imagina und Agnes von Westerburg, Auseinandersetzungen über das limburger Erbe stattge- funden. Es müssen bei der Erbteilung Schwierigkeiten, über Limburg und Burg und Stadt Staden sich ergeben haben. Johann erwirkte wenigstens für sich von dem Landgraten Heinrich von Hessen(d. d. 1308, 21. Juni feria sexta ante festum Nativ. B. Joannis)) und vom Erzbischof Peter von Mainz(d. d. Gödele, 1. Juli 1308)8) Urkunden, in welchen bezeugt wird, dass Johann castrum et opidum Lymperg cum suis pertinentiis iuribus honoribus et attinentiis

.. sicut idem a nostris predecessoribus habuit contulisse tytulo feodali. Zu derselben Zeit hatte sich Johann an den damaligen Abt Eberhard von Fulda gewendet und demselben ange- zeigt, dass seine Schwestern die dem Kloster Fulda lehnspflichtigen Stücke(Staden)) als Allode beanspruchten. Von Fulda erhielt er dann, wie Grüsner meldet, ¹²) durch eine Urkunde die Belehnung auf die von den Schwestern beanspruchten Stücke. ¹²)

Im Jahre 1309 wurde Ritter Dyther, genannt Schudebudel von Hahnstätten, von drei Lim- burgern bei einem Turnier zu Dierstein(jetzt Oranienstein) unter dem Haine besiegt und auf der Gemeinweide erschlagen. Die Limburger Chronik ¹²) erzählt den Vorgang in kolgender Weise:

JItem korz darnoch ¹³) was ein torner zu Dierstein under dem Hägen und da tornerte ein ritter was genant her Schuddebuddel von Hänstein. Du waren dri gebruder die hiessen die Krechelinge; die daden er harnisch mit eine an und sassen mit eren huben wol bereit of guten hengsten und riden bi den torner zu Dierstein und demuten ¹⁴) hern Schuddebuddel und furten en of die mein- weide und slugen en doit. Und qwamen des in grosen bedrach und in noit die stat von Limpurg.

Graf Eberhard I. von Catzenelnbogen eröffnete, um den Tod seines Ritters zu rächen, gegen Johann I. von Limburg und die Stadt die Fehde, über deren Verlauf nichts Näheres bekannt ist.

Anm. ¹) Oberhessen, Kreis Friedberg.

Anm.*) S. Gudenus B. 3 pg. 133.

Anm. ³) S. Anlage 4.

Anm. ³) Mechtel(IHlontheim Prod. pg. 1073) schreibt:In anno 1301, Sontags nach Jacobi da waren beyde Hern Her Gerhard Grave zu Dietze und Her Johan ein Grave[*] zu Lympurg bey einander zu Camberg auf einer Dagsatzung, dabei waren Her Hildtwin von Elkerhusen und Cuno von Rieffenberg.

Anm.) S. Anlage 5. Diese Fehde hat nach Wenck Hess. Geschichte Bd. 1, Urk. 381 nicht gehindert, dass Johann von Limburg bei einem Vertrage zwischen Graf Gerhard v. Diez und Hartard von Mehrenberg, Propst von Wetzlar, am 3. Okt. 1305(Sondages nach sinte Remiges dage) sein Siegel anhängte.

Anm.) Seckbach, Dorf im Kreis Hanau.

Anm.) Grüsner l. c. pg. 64. Grüsner vermutet, dass Johann diese Lehnstücke seiner Gemahlin zum Wittum verschrieben habe.

Anm.) Grüsner 1. c.. 65 f.

Anm.) Staden in Oberhessen Kr. Friedberg.

Anm. ¹⁰) Grüsner l. c. pg. 23 f. nach Schannat Client. Fuld. pg. 314.

Anm. ¹¹) Grüsner nennt das J. 1314; es muss aber bemerkt werden, dass Johann schon 1312 gestorben ist. Anm. ¹²) pg. 99.

Anm. ¹3 12) P. Erzählung schliesst sich an den Bericht über die Sühne von 1279.

Anm. ¹⁴) besiegen.