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Die Versöhnung kam am 31. Januar 1309 ¹) unter Mitwirkung der Grafen Gerlach, Heinrich, Emich und Johannes von Nassau und des Jungherrn Gottfried von Diez zustande. Die drei Uebelthä- ter mussten ins heilige Land, Heinrich Herstuhl nach Rom und S. Jago-de-compostela wallfahren.*)
Sei es, dass Johann I. die Regelung der väterlichen Erbschaft, sei es, dass, wie Corden vermutet,³) die Erhebung Adolfs von Nassau ihn nötigte Anleihen zu machen, sei es, dass an- dere Gründe ihn bestimmten: Johann I. verkaufte 1310 mit Zustimmung seiner Gemahlin die Burg Frauenstein an den Erzbischof Peter von Mainz um 200 Mark denar. colon.
Wie die Stadt Limburg im Jahre 1281 von dem Rechte Verträge mit anderen Herren zu schliessen Gebrauch gemacht und am 27. Februar ein Schutz- und Trutzbündniss mit dem Gra- fen Gerhard IV. von Diez abgeschlossen hatte, so nahm sie durch Urkunde vom 15. März 1311 4⁴) den jüngsten Sohn der Schwester Johanns IL. Agnes von Westerburg, Johann, damals noch Jung- herr, der auf Schaumburg wohnte, in ihren Dienst, sie zahlte ihm sofort 100 Mark und versprach jährlich um St. Georg 10 Mark zu entrichten.
Jobann I. von Limburg starb 29. September 1312 und wurde am 1. Oktober in der Fran- ziskanerkirche beerdigt; auf diese Weise hat schon Corden ⁵) den Widerspruch, der scheinbar zwischen dem Grabstein in der genannten Kirche und dem Nekrologium der Franziskaner be- steht, gelöst. Der rechts vom Hochaltar der Kirche in der Wand befindliche Grabstein hat fol- gende Umschrift: Anno Domini MCCCXII. in die Michaelis O. Dominus Johannes de Limpurg; im Nekrologium aber las Corden ⁶) Oktober 1. O. Nobilis Dominus Johannes Dominus de Lym- purch sepultus in choro apud Dominam suam de Gerolseck anno Domini 1312, largissimus bene- factor fratrum.)
Johann I., auch der blinde Herr genannt, war zweimal vermählt, zuerst mit Elisabeth von Gerolseck,s) dann mit Uda von Ravensberg. Die limburger Chronik“ berichtet: Der vurgenante blinde herre hatte ein wip von Rabensperg uss Westfalen, genant frauwe Uda, der son was der vurgenante her Gerlach; unde waren die egenanten hochgeborn fursten unde lantgreben zu Hes- sen Henrich unde Ludewig unde her Gerlach zu Limpurg zweier rechter gesuster Kinde.²) Ihr Name erscheint in den früher erwähnten Urkunden von 1298 u. 1305 gelegentlich der Stiftung der Burgkapelle resp. des Anniversariums. Dem Nekrologium der Franziskaner entnahm Corden: Junius 25. O. Nobilis Domina Uda de Lympurg sepulta in choro apud Dominum suum 1313. ¹⁰) Grüsner ¹¹) nimmt mit Consistorialrat Schneider an, dass die Gemahlin Ulrichs von Bickenbach eine Tochter Johanns I. gewesen sei; Corden erscheint es als wahrscheinlich, dass sie aus der 1. Ehe stammte. Aus der 2. Ehe nennt Corden ³²) 2 Kinder: den Nachfolger Gerlach II. und Mena, Klosterfrau und später Aebtissin in dem Kloster Aldenberg bei Wetalar.
An Johann I. erinnert heute nicht nur der Grabstein, der durch die Restauration der sog. Barfüsserkirche dem Besucher derselben leichter erkennbar wurde, sondern vor allem das sog. Hospital. Corden(und nach ihm Vogel) nahm an, dass das Spital zum hl. Geiste gleichzeitig mit der Stiftskirche entstanden sei; allein Wyss hat in seiner Ausgabe der limburger Chronik ¹⁵) auch in diese Frage Klarheit gebracht. Im 3. Anhange„Limburger Annalen“ Recens. A. heisst
Anm. ¹) Corden Bd. 2.§ 107 nimmt für die Fehde 1308 an.— Wäre für das in der Urkunde angegebene Jahr 1309 stilus trever. anzunehmen, dann müsste 1310, 30. Januar gelesen werden.
Anm. ²) S. Anlage 6. 3
Anm. ⁹) Bd. 2.§ 92.
Anm. ⁴) S. Anlage 7. Auch dieses Datum ist nach stil. commun. pestimmt.
Anm.) BdG. 2.§ 114.
Anm. ⁷) Bd. 2.§ 26.
Anm. ⁷) Von Gerlach I., dem angeblichen Gründer des Klosters, finde ich in der Abschrift von dem Nekro-
logium bei Corden keine Notiz. Sollte Gerlach I. der Gründer des Klosters sein, dann muss es befremden.
Anm. ⁵) Der Name ergiebt sich aus der Stiftungsurkunde über die Burgkapelle a. 1298; die Familie ist in dem Nekrologium der Franziskaner zum 1. Okt. genannt.
Anm. ⁹) S. pg. 26. f. Die Eltern Udas oder Idas waren Otto und Hedw ig; ihre Schwester war Adelheid,
Gem. des Landgrafen Otto von Hessen. Anm. ¹⁰) Bd. 2.§ 22. Anm. ¹¹) Beiträge 4. Stück Bikkenbachisches Stamm-Register pg. 29 u. I. c. pg. 28. Anm. ¹²) Bd. 2.§ 89. Anm. ¹⁴) pg. 116.


