Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs : 1. Teil / von Christian Bahl
Entstehung
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Der neue König liess es die Herren von Limburg nicht entgelten, dass sie nahe Verwandte seines gefallenen Gegners gewesen und noch in der Entscheidungsschlacht auf Seite desselben gefochten hatten, sondern er wendete Johann seine besondere Gunst zu. Am 11. November 1298 rückte König Albrecht I. auf seiner Fahrt durch das Reich in Nürnberg ein; hier wurde am 16. Nov. seine Gemahlin Elisabeth zur Königin gekrönt. Hier soll sich auch der Vorgang abgespielt haben, den Lichnowski(II. 166) also erzählt:Als der römische König und die- nigin in ihrer Herrlichkeit vor allem, was in Deutschland mächtig und hochgeboren war, tafelten, nahte sich ihnen in Demut eine Frau in Trauergewänder gehüllt. Es war die Witwe König Adolfs, Imagina, Tochter Gerlachs Gr. ſ?] von Limburg. Mit Thränen kniete sie vor der Königin Elisabeth, sie bittend den Gemahl anzugehen, dass er ihr den gefangenen Sohn Ruprecht wie- der freigebe. Die Königin that es alsbald. Gerne hätte Albrecht die Bitte erhört; der Ge- fangene war aber nicht in seiner Gewalt, sondern dem Erzbischof von Mainz überlassen worden. Mag dies auch nur eine Anekdote sein, Imaginas Bruder Johann, H. von Limburg, zählte sicher zu denjenigen, welche auf dem Tage von Nürnberg durch königliche Huld ausgezeichnet wur- den. Nach einer im Landesarchiv zu Wiesbaden befindlichen Urkunde König Heinrichs VII. vom 19. März 1309, welehe die verloren gegangene Originalurkunde König Albrechts vom 15. Novbr. 1298 transsumiert und bestätigt, hat König Albrecht am genannten Tage in Nürnberg dem Edlen Johann von Limburg das Recht zugestanden, seiner Gemahlin Uda, Tochter des Grafen Otto von Ravensberg, die Mühlen auf der Lahn bei Limburg, einen Hof in der Stadt Limburg, Weinberge vor dem Hammerthor daselbst und einen Baumgarten in Castele, welche er von dem Reiche zu Lehn trage, als Morgengabe zu verschreiben.¹) Dauernd hatte sich Johann der königlichen Gunst zu erfreuen. Beweis dessen ist die bei Grüsner(l. c. pg. 61 u. 62) publizierte Urkaunde des Königs Albrecht vom 1. Februar 1303. Es hatte der König aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass verschiedene Herren reichsunmittelbare Lehen, welche sie inne hatten, ohne königliche Zustimmung an geist- liche und weltliche Personen verkauften oder verschenkten oder auf andere ungesetzliche Weise übertrugen. Der König beauftragte Johann von Limburg über die Reichslehen eine Untersu- chung anzustellen und in solcher Weise veräusserte Lehen zurückzuziehen. Ausserdem be- stimmte er, dass solche Güter in Zukunft Johann und seine Erben als Reichslehen besitzen sollten.²) Gerhard II. von Mainz aus dem Hause Eppstein und ein naher Verwandter des Herrn von Limburg scheint aber befürchtet zu haben, dass Johann mit der Herrschaft Lim- burg, die er zum Drittel von Mainz zu Lehn hatte, in Schenkungen etc. an Klöster oder Reli- giosen eigenmächtig verfahre; im J. 1303, 2. Januar schreibt er: inhibemus quod de bonis nostris propriis Limpurch infra muros et extra sive in vineis sive in agris ubicumque sint sita prout volgariter dicitur in deme Bewange opidi Limburgensis... non debent aliquibus con- ventibus sive religiosis conferri vel legari dicta bona nostra propria a nobis et ecclesia nostra alienandoque legatio vel donatio si facta est vel imposterum fieri continget nobili viro Joanni nostro consanguineo precipimus... ut quibuscumque conventibus sive religiosis nostra et ec- clesie nostre bona propria legata vel donata fuerint huie legationi seu donationi nobilis antedictus non consentiat nomine nostro, sed resistat et defendat. ¹)

Auch die Angelegenheiten seiner Schwester Imagina waren gewiss für Johann ein Gegen- stand der Sorge. Ihr Sohn Ruprecht war in der Schlacht bei Göllheim gefangen und trot⸗ ihrer Bitte in Gefangenschaft gehalten worden.¹) Sie selbst erhielt erst durch Heinrich VII., den Nachfolger Albrechts, im J. 1308 einen Witwengehalt von 600 Pfund jährlicher Leibrente durch Anweisung auf die Reichssteuer zu Wetzlar und Friedberg. Wohl war sie durch ihre

Anm. ¹) Vergl. Böhmer Reg. Albrecht n. 651; Böhmer Act. Imp. n. 531; Böhmer Reg. Heinrich VII. N. 608.

Anm. ²) Ein ähnlicher Auftrag des Königs wurde dem Ulrich von Hanau, Landvogt in der Wetterau durch königliches Schreiben d d Speier, 23. Januar, zuteil. Boehm. I. c. pg. 348. De tuec fidelitatis prestantia plenius presumentes tibi committimus et mandamus precise et omnino volentes quatenus bona imperii in tuo districtu duibuscumque obligata alienata illicite vel distracta qui iuri nostro et imperii competere dinoscuntur in potes- tatem nostram... reducere non omittas.

Anmm. ³) Grüsner I. c. pg. 63.

Anm. ³) Schliephake Bd. 4. pg. 10 f. Ruprecht starb 2. Dezember 1304.