Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs : 1. Teil / von Christian Bahl
Entstehung
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Judaeorum nostrorum anni proxime venturi; dieses Recht war aber offenbar nicht erst Gerlach II. von dem Kaiser gewährt worden. Eine Urkunde Kaiser Ludwigs IV. vom 20. Juli 1336(ge- druckt. Deutsche Forsch. Bd. XVI.) bezeugt, dass Gerlach von Limburg seine Rechte auf die Juden zu Limburg, welche ihm von des Kaisers Vorgängern verpfändet worden seien, nachgewiesen habe. 1338, 16. Mai aber gebot Kaiser Ludwig(vergl. Böhmer. Regest. Ludw. des Bayern n. 3073) dem Grafen Gerlach von Limburg, dem Rat und der Bürgerschaft von Limburg die vertriebenen Juden wieder aufzunehmen, ihnen ihr Hab und Gut zurückzugeben, ihnen zu allen ihren Rechten zu verhelfen und dieselben gegen alle Angriffe zu schützen. Zieht man weiter in Erwägung, dass 1306 d. 11. Mai Graf Gerhard IV. von Diez(vergl. Anl. 4) auch Verzicht leistet vur alle unse Judhen zu Ditse, so ist es nicht undenkbar, dass der Judenschutz, jene bekannte Einnahmequelle des Kaisers, resp. der Territorialfürsten auch zu den Streitfragen zählte, welche 1278 zwischen dem Herrn von Limburg und den Bürgern bestanden.

Gerlach I. erscheint dann noch 1280, 1281, 1282 und 1287 in Urkunden ¹) und fiel nach Trithem, Chron. Hirsaug. im J. 1289 ²) in einem Treffen im Schwarzwalde. Trithem bemerkt nämlich zum J. 1289: Gerlacus. Senior Dominus de Limpurg in conflictu quodam apud nigram Sylvam habito cum Emichone.. Comite de Lyningen, Diethero filio Eberhardi Comitis de Cat- zenelnbogen, Walthero Comite de Geroldseck, Comite de Veyhingen et Comite de Reneck aliisque periit.) Im Nekrologium des Klosters Clarenthal war nach Corden(§ 60) verzeichnet in festo translationis 4) S. Antonii O. nobilis Dominus Gerlacus de Limburgh, pater reginae.

Gerlach I. war einmal verheiratet; bis auf Corden war der Name der Gemahlin unbekannt. Reinhard nennt sie zwar in seinenKleinen Ausführungen Ida von Ravensburg, allein Grüsner) wies schon darauf hin, dass Ida oder Uda von Ravensburg die Gemahlin Johanns I. war. Der- selbe Gelehrte konnte ferner aus einer Urkunde über einen Vertrag Gerlachs mit den übrigen Erben von Blieskastel von 1275 fer. IV. post ascensionem domini(29. Mai) darthun, dass die- selbe eine Tochter des Grafen von Blieskastel war; den Namen aber konnte er nicht eruieren. Corden hat denselben entdeckt; er fand in dem Nekrologium der Franziskaner zu Limburg zum 5. November O(biit) Vmina(Imagina) Domina de Lymporg; ausserdem führt er eine Urkunde aus 1298 an, durch welche Johann I. von Limburg die Burgkapelle zum hl. Petrus zum Heile der Seelen seines Vaters Gerlach und seiner Mutter Imagina und seiner ersten Gemahlin Pli- sabeth dotiert; im Jahr 1305, 11. August stiftete derselbe Herr Johann I. von Limburg ein Anniversarium in der Stiftskirche pro remedio animarum nobilis viri quondam Domini Gerlaci Domini de Lympurch patris ac nobilis matrone. Domine lImagine bone memorie.... matris; endlich verweist Corden auf das Nekrologium des Klosters Clarenthal(Krem. Orig. Nass. II. pg. 420), woselbst es heisst: III. nonas Novembres O. nobilis Domina Ymagina de Limburch mater reginae.

Gerlach I. und Imagina hatten 2 Söhne Johann und Heinrich und 2 Töchter Im a- gina und Agnes. Die beiden Söhne sind in dem Sühnevertrag vom 17. Oktober 1279 ge- nannt; von den Töchtern war Imagina) an den Grafen, späteren König Adolf von Nassau, Agnes]) an Heinrich, Herrn von Westerburg, den Bruder des Erzbischofs Siegfried von Köln, vermählt. Heinrich von Limburg hatte Adelheid, die Tochter des Grafen Gerhard II. von Diez geheiratet; Corden fand ihn nach dem J. 1281 nicht mehr erwähnt.) Wenn Gerhard II.

Anm. ¹) Siehe Grüsner. pg. 13

Anm. ²) 1. c. Wenn Roth, 1. c. pg. 39, Anm. 1. diesen Kampf unter Berufung auf Pertz ins Jahr 1278 verlegt, so steht diese Angabe mit unserer Urkunde im Widerspruch.

Anm. ³) Im J. 1286 hatte Gerlach I. mit dent Grafen Gerhard von Diez wegen derGemeinweide einen Vertrag abgeschlossen. Die Urkunde fehlt, derBertram'sche Vertrag erwähnt diese Uebereinkunft.

Anm. ¹⁴) 15. Febr. nach Grotef. I. c. pg. 104.

Anm. 5) 1. c. pg. 14.

Anm.) nach 1317; die Königswahl am 5. Mai 1292 erlebte Gerlach nicht mehr.

Anm.) Das Necrolog. Francisc. meldet 15. Januar: O. Domina Agnes de Westerburg sepulta in choro 1315; sie war die Mutter des Joannes domicellus de Westerburg. Siehe Anlage 7. Heinrich war Zeuge bei dem Vertrage von 1279. Heinrich fiel 1288 5. Juni in der Schlacht bei Woringen. Die Angabe in Roth, Geschichte Adolfs pg. 46,Agnes starb gegen 1320, ist nach vorstehendem zu berichtigen.

Anm.) Corden B. 2§ 58 u. Grüsner I. c. pg. 17.