Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs : 1. Teil / von Christian Bahl
Entstehung
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7 selbsten durch die gantze Provints sey, uber dieses Closter, sall nit vergessen werden; und sey sagen also darvon. Das Closter zu Lympurg ist das erste und elteste GCloster dieser Nieder-Rheinischen Provints angefangen also: Es was etc.

Gorden aber schreibt(B. 1.§ 412): Origines Ecclesiae ad tempora viventis S. Pran- cisci Assisiensis referendae sunt Anno siquidem 12181) scribente Browero 1 15 pg. 121 Gerlacus de Jsenburg una cum pluribus Loganae nobilitatis Dynastis Friderico II. Im- peratore ad expeditionem in terram sanctam proficiscenti nomen dederat. Hic ex Apulia redux nactus est geminos S. PFrancisci fratres quos peregrinationis socios secum viciniam in Loganam adduxit. Pergunt manuscripta Mechtelii: Hos patres Limburgum abductos eo magis admirabatur populus, quod mendicatum irent et elemosinam rogarent nec tamen aurum argentumque admitterent. Populares vero turpe ducebant micam panis aut quidquam esculenti offerre, sed magis responderunt Gott helff, sive Gott bewadt patribus mendicantibus. Italica lingua nati germanicam non callebant quamobrem placuit interrogare per interpretem quid, hoc esset: Gott bewadt auditoque esse dictum Deus tibi suppeditet respondisse dicuntur: sed hic Deus Germanorum non sic reficit indigentes. Et sic vice prima iterum abierunt Ecclesia medio saeculi XIII§. Sebastiano martyri dedicata ordinis prima sedes et provinciae Thuring- iensis prima mater fuit multa prole foecunda.

Den beiden Autoren reihe ich noch an, was Becker(I. c.) sagt:Nach Limburg im Amte gleichen Namens brachte Gerlach I. Herr von Limburg im J. 1223 die ersten Brüder dieses Ordens. Sie bauten sich hier ein Kloster, das erste Franziskanerkloster in Deutschland. (Vergl. Vogel, a. a O. pg 781.)

Die Verschiedenheit der Berichte springt sofort in die Augen. Mechtel bringt die Be- gebenheit mit einem Kreuzzuge in Verbindung, nennt aber weder den Namen des Herrn von Limburg, noch den Kaiser, noch das Jahr und kann als Quelle seiner Erzählung nur Tradition und Sage angeben Brower ist um Namen und Datum nicht verlegen, weicht aber in der Angabe des Jahres von Becker ab. Dass das J 1218 nicht zur Geschichte des Kreuzzugs Friedrichs II. passt, sei nur nebenbei erwähnt. Die neuere Zeit hat überdies neues Licht in die Geschichte der Anfänge des Franziskanerordens gebracht. Aus der Schrift K. Müller'sDie Anfänge des Minoritenordens und der Bussbrüderschaften und der Besprechung derselben in derZeitschrift für katholische Theologie XI. pg. 725 ff. ergibt sich, dass im J. 1217(spätes- tens 1218) die ersten Mitglieder des 1209 gestifteten Ordens nach Deutschland gesendet wurden. Da die Abgesandten wegen der Ungewohntheit ihres Auftretens keinen Erfolg erzielten, so rüs- tete sie Papst Honorius III. mit einer päpstlichen Empfehlung vom 11. Juli 1219 aus, worauf im J. 1221 eine neue Aussendung nach Deutschland stattfand, welche Erfolg hatte.(Siehe das Weitere Zeitschrift für kath. Theol. I. c.)

Wann Gerlach von Jsenburg gestorben ist und der isenburgische Besitz an die beiden Brüder Heinrich und Gerlach gelangte, und wie lange dieselben die väterlichen Lande in Ge- meinschaft und ungeteilt besassen, lässt sich mit Sicherheit nicht angeben. 1233 d. 3. Novbr. unterzeichnen dieselben Henricus et Gerlacus de Jsenburg als Zeugen eine Urkunde über die Ernennung Eberhards v. Jsenburg zum Propste des Stiftes des hl. Georg in Limburg ²); wir finden dieselben Namen in 3 Urkunden vom J 1235 ³), noch 1243 werden sie in einer Urkunde ihres Rentmeisters Giselbert in derselben Weise genannt Zum ersten Male erscheint Gerlach als Gerlacus de Limburg 1247 unter den Fürsten und Städten, welche den Landfrieden König Wilhelis von Holland unterzeichneten 4). Ausserdem unterzeichnete Gerlacus de Limpurg 1254 7. Dezbr.) u. 31. Dezbr.) als Zeuge in münzenbergischen Urkunden, 1255 14. Januar nennt ihn eine Urkunde der Stadt Cöln unter Bischöfen, Grafen, Herren und Städten, welche

Anm. ¹) Vogel, Beschreibung des Herzogt. Nassau pg. 207, schreibt:Im Jahre 1217 machte er(Gerhard II. von Diez) einen Kreuzzug in das hl. Land mit und peruft sich in der Anm. für diese Angabe auf eine unge- druckte Urkunde des Klosters Eberbach.

Anm. ²) S. Corden B. 1.§ 572.

Anm. ³) S Gudenus cod. dipl. Mog. tom. 3 pg. 1109 u. Krem. Orig. Nass. Pars. II. pg. 274.

Anm.) S. Hontheim Prodrom pg 717.

Anm.) Grüsner, Beiträge zur Geschlechtskunde der Münzenbergischen Dynasten, pg. 179.

Anm.) Bochmer cod. dip. Moenofranc. pg. 92. 5