Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs : 1. Teil / von Christian Bahl
Entstehung
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Gerlach I. von Limburg 1289.

Die Geschichte der älteren Zeit der Stadt Limburg ist in Dunkel gehüllt, das durch die phantasiereichen Darstellungen von Mechtel und Corden nicht an Licht gewinnt. Phantasiege- bilde sind alle jene Darstellungen, welche die Stadt auf eine römische Ansiedlung zurückführen wollen; am wenigsten aber kann der auch in den Urkunden häufig vorkommende NameOastel als Beweis für diese Annahme geltend gemacht werden. Das Haus Castel(auch Stiftshaus C. genannt) war nach einer Urkunde vom 23. April 1488 von Erzbischof Johann am 13. Sept. 1487 dem Schöffen Johann Wolf in Limburg als Lehn übertragen worden; am 23. April 1488 aber überliess der genannte Schöffe Wolf das Wohnhaus im Garten und den Weiher um das Haus Castel dem Rate der Stadt Limburg. Von demselben Haus Castel redet der Chronist Tilemann Elhen in der Chronik in folgender Weise: Item da man schreip dusent druhon- dert unde zwei unde virzich iar uf sente Bonifacien dag da vaurbrante die Stat binahe halber. JItem darnach ober ein iar oder darbi da wart der nuwer grabe usswendig Limpurg an Castelle von Menzer porten an bit an di Lane beleidet. ¹)

Nicht weniger herrscht Dunkel hinsichtlich der früheren politischen Verhältnisse; zweifellos ist, dass das isenburgische Haus im Besitze der Herrschaft Limburg am Ende des 12. Jahr- hunderts war. Corden(B. 1.§ 448 u. 565 ff.) vermutet, dass die Stadt und Herrschaft Limburg von den Grafen von Arnstein durch Heirat des Gerlach(nach Kremer des Reinbold) von Jsen- burg mit der 6. Schwester Ludwigs II. v. Arnstein an die Jsenburger gekommen sei; auch versucht es der genannte Geschichtschreiber die Genealogie bis auf Gerlach I. festzustellen. Grüsner ist vorsichtiger; derselbe schreibt(Diplom. Beitr. 2. St. pg. 5):Wie und wann die Herrschaft Limpurg an das Haus Jsenburg gekommen seye, ist bis jetzo noch nicht ausfindig gemacht worden; richtig aber ist, dass der alte Gerlach von Isenbung, so im J. 1202 ²) gelebt hat, sie allbereits besessen und seinen Söhnen hinterlassen hat.

Noch unbestimmter ist die Aeusserung des Chronisten gehalten Zum J. 1336 schreibt er: Jtem in derselben zit was gar ein dugentlicher ediler herre zu Limpurg, der was genant Ger- lach. Wie wol daz doch vur manchen langen jaren gar vil ediler herren das gewest sin bit her davon ich nit entweiss zu schriben dan daz si edil unde herlich gewest sint unde endeiles sint von Jsenburg. Grüsner(I. c. p. 6. Anm. b.) ist nicht abgeneigt auf den 1202 erwähnten Ger- lach, den Vater Gerlachs I. von Limburg, zu beziehen, was er bei Hontheim Prod. pg. 1067 findet.Es was ein Erbher von Lympurg umb die Zeit, darin der heilig Franciscus anfienge den Orden, gezogen uber Mehrr zu streiten vor die Christenheitt und hatte sein Eheweib daheime gelassen und ihr verheischen etwas wunderlichs mit aus dem heiligen Landt zu bringen, da er nun nach vollendten Reisen wiederkam brachte er mit sich aus Jtalien zween Patres S. Fran- cisci Ordens, legte das closter zu werck wie es noch bestehet und pflanzet den Orden S. Francisci also durch gantzes Teutsche Land. Dass von Gerlach I. von Limburg, gewöhnlichder alte Herr genannt, diese Erzählung gelten könne, wie noch Corden, Vogel und in neuester Zeit noch Becker(Necrologium der Abtei Arnstein Annal. des Vereins für Nass. Altertumskunde Bd. 16. pg. 43) annehmen, glaubt Grüsner nicht, weil genannter Gerlach I. erst im J. 1289 im Kampfe fiel. Ueberhaupt herrscht bezüglich des Anfanges des Limburger Franziskanerklosters unter den Historikern keine Uebereinstimmung.

Mechtel, dem die aus Hontheim oben angeführte Stelle entnommen ist, leitet diese Worte also ein:Franziskanerclosters Anfang alhey zu Lympurg, befindet man zwar nit beschrieben; was aber die Tradition und die Sage under den Brudern

Amm. ¹) Herr Prof Hillebrandt(Progr. 1886,7) irrt., wenn er sagt:Von dem durch Gerlach II. um 1342 zwischen dem Greifenberg und der Mainzer Vorstadt angelegten(astell. Die unter Johann I. zu erwäh- nende Urkunde Albrechts I. vom 15. Nov. 1298 nennt schon einen Baumgartenin castele.

Anm. ²) Corden nimmt Bd. 1§ 570 ff. an, dass Gerlach von Jsenburg, der in einer Urkunde von 1202 er- wähnt ist, der isenburg-koverner Linie angehöre, während die isenburg-limburger Linie damals durch den in der- selben Urkunde erwähnten Heinrich vertreten sei. Diesen Heinrich nennt er dann§ 575 den Vater von jenen Brüdern Gerlach und Heinrich, welche die später zu erwähnende Erbteilung vornahmen. Dies hindert ihn nicht B. 2.§ 50 wie Grüsner den 1202 erwühnten Gerlach in der tabula genealogica als Vater von Gerlach und Hein- rich zu nennen,