Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs : 1. Teil / von Christian Bahl
Entstehung
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Thätigkeit an sich; auch hat er verschiedene zeitgenössische Historiker in ihren Arbeiten durch Copien von Limburger Urkunden unterstützt.

Sein besonderes Verdienst ist die Feststellung der Genealogie der isenburgisch-limbur- gischen Dynastenfamilie.*) Die Ergebnisse der Forschungen Cordens hat Vogel in seinerBe- schreibung des Herzogtums Nassau verwertet, ohne sie weiter fortzuführen. Erst in neuerer Zeit hat H. Professor Oberlehrer Hillebrandt in Hadamar in 2 Programmen ²) mit dem Werke Cordens sich eingebender beschäftigt und dasselbe teilweise rektifiziert.

Das Werk Cordens, in dem wir öfters die Marginalbemerkung ex autographo senat. Limb. finden, weist auf ein an alten Urkunden reiches städtisches Archiv hin; allein lange Zeit war in Limburg der Aufbewahrungsort derselben wenig bekannt. Unter dem verstorbenen H. Bür- germeister Menges wurde im J. 1877 aus dem Gemeinderate, insbesondere von Herrn Stadtrat IIeld die Nachforschung angeregt; dieselbe hatte Erfolg, indem ausser zahlreichen Urkunden ein überaus reicher Bestand von Akten nebst einem von sachkundiger Hand gefertigtenRe- pertorium über das Archiv der Stadt Limburg aus der Vergessenheit hervorgezogen wurde. (Vergl. Becker, Dr. W. M., im 14. Bd. der Annalen des Vereins für Nass. Altertumskunde.)

Verfasser dieser Abhandlung wurde mit der Ordnung und Registrierung der Urkunden betraut; zugleich erhielt er die Vollmacht dieselben zu publizieren. Bisher sind nur 8 Kaiser- urkunden in ihnem Wortlaute, 5 Kaiserurkunden in ihren Regesten in dem 18. Bde. derFor- schungen zur Deutschen Geschichte zur Veröffentlichung gelangt. Ich beabsichtige in diesem und in späteren Jahren als wissenschaftliche Abhandlung zum Programm des hiesigen Realpro- gymnasiums diese Publikation von Urkunden des städtischen Archivs in der Art fortzusetzen, dass ich die auf die Dynasten(Herren) von Limburg und ihre Zeit bezüglichen Urkunden, und zwar in diesem Jahre die aus der Zeit Gerlachs I. und Johanns I., also bis zum J. 1312 zum Abdruck bringe.

Es ist nicht meine Absicht eine Geschichte Limburgs zu schreiben; ich halte noch immer die Ansicht fest, die ich bei anderer Gelegenheit geäussert habe: eine Geschichte Limburgs zu schreiben kann man erst dann mit Erfolg beginnen, wenn das gesamte noch vorhandene ur- kundliche und handschriftliche Quellenmaterial des früheren nassauischen Landes zugänglich ist, eine Bedingung, welche durch die Herausgabe des nassauischen Urkundenbuchs der Erfüllung entgegengeführt wird. Dies soll mich jedoch nicht hindern einen Ueberblick über die Preig- nisse zu geben, so weit es bei der jetzigen Kenntnis der Quellen möglich ist und das Ver- ständnis der zu publizierenden Urkunden es erfordert. Ich bin mir der Mängel meiner Arbeit wohl bewusst; ich kann aber zu meiner Entschuldigung geltend machen, dass bis zum Oktober des laufenden Schuljahres eine naturwissenschaftliche Abhandlung für dieses Programm in sichere Aussicht genommen war. Nach Beginn des Wintersemesters wurde erst an mich die Aufforde- rung gerichtet, diese Abhandlung zu liefern; ich konnte somit die Herbstferien nicht für die Vorarbeiten verwenden und musste darauf verzichten, verschiedene Urkunden, die mir nur in der Copie des Cordenschen Manuskriptes zugänglich waren, sowie die Cordensche Geschichte selbst mit den Originalien sämtlich im Landesarchive in Wiesbaden zu vergleichen. Auch war es mir unter diesen Umständen nicht möglich, die vorhandene Litteratur erschöpfend zu verwerten.

Aunm. ¹) Als ich die Abhandlung bereits in Angriff genommen hatte, war es mir erst möglich die Abschrift von der Corden'schen Historia etc., welche früher im Besitze des H. Justizrats Hilf von Limburg gewesen, jetzt aber durch Schenkung desselben Eigentum der hiesigen Seminarbibliothek ist, zu benutzen. Nach dieser Ab-

schrift kann ich nur Corden im Folgenden citieren. Anm. ²) Programm von 1882/3 u. 1886/7.