Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs : 1. Teil / von Christian Bahl
Entstehung
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nuitate plerumque pinguntur perutile; trotzdem ist das Werk für die frühere Zeit wertlos und verdient nur dort Beachtung, wo der Verfasser über seine Zeit redet. ¹)

Wichtige Publikationen über die Geschichte Limburgs brachte das letzte Viertel des vo- rigen Jahrhunderts; es sind zu nennen dieKleinen Ausführungen von Reinhard, dasGe- schlechtsregister der uralten deutschen reichsständischen Häuser von Jsenburg, Wied u. Run- kel von Fischer und vor allemDiplomatische Beiträge von Johann Adam Grüsner, Hoch- fürstlich-Salm-Kyrburgischen Hofrat etc. 2. Stück.(Frankfurt etc. Andreäë 1775). Sind auch nicht alle Ausführungen der genannten Verfasser aufrecht zu halten, so haben sie doch über manchen dunklen Punkt Licht verbreitet; insbes. hat Grüsner das urkundliche Material durch Mitteilung von 18 Urkunden bereichert, welche sich im Kyrburgischen Archive befanden.

Der Ruhm die Geschichte Limburgs in ihrem wesentlichen Teile auf sichere Urkunden gestützt zu haben gebührt dem letzten Stiftsdechanten Johann Ludwig Corden. Derselbe war den 28. Juli 1740 in Ehrenbreitstein geboren, wo seine Eltern, Kabinetssekretär u. Registrator Nikolaus Corden und Maria Elisabeth geb. Ludwig, wohnten. Nachdem er seine Gymnasial- studien in Coblenz absolviert hatte, bezog er 1759 die Universität Trier und studierte dort mit glänzendem Erfolge bes. weltliches und kanonisches Recht. Der 1761 erfolgte Tod des Vaters nötigte den von seinen Lehrern, bes. von Prof. Neller sehr geschätzten jungen Mann die Uni- versität zu verlassen. Auf kaiserliche Fürsprache hatte er bereits 1753 eine Präbende in dem Stifte des hl. Georg in Limburg erhalten, dieselbe aber erst 29. Mai 1758 in Besitz genommen und 18. Juni 1762 nach boendetem Karenzjahre angetreten. 1763 in Mainz zum Priester ge- weiht, gelangte er 22. Juli 1765 durch Option in den Besitz einer Stiftswohnung und konnte jetzt seine Mutter u. seine 3 Brüder zu sich nehmen. 1766 wurde er zum Notarius apostolicus ernannt; 1767 mit der Verwaltung der Propstei betraut, erhielt er 1774 die Ernennung zum commissarius archidiaconalis für das Archidiakonat Dietkirchen. Als der Dechant Albert Dor- nuff 1781 resigniert hatte, wurde Corden am 22. Februar dess. Js. zu dessen Nachfolger er- wählt, welche Würde er bis zu seinem Tode(30. Mai 1808) bekleidete. Die französische Re- volution hatte die frühere Erzdiözese Trier auf die rechtsrheinischen Tbile beschränkt, in denen Corden die Stelle eines Commissariatssekretärs innehatte. Die letzten Lebensjahre waren für Corden eine Zeit schwerer Heimsuchung. Infolge seiner grossen Anstrengungen stellte sich ein Gichtleiden ein, so dass er in den beiden letzten Lebensjahren fast ganz lahm war. ²)

Er war ein Mann von reichem Wissen und grosser Geschäftstüchtigkeit Von seiner Ge- lehrsamkeit zeugen verschiedene juristische Schriften, vor allem dieHistoria chronologica- diplomatica civilis et ecclesiastica oppidi, Collegiatae et satrapiae Limburgensis ad Lahnam bis zum J. 1784 in 3 Bänden, welche Manuscript geblieben ist. Der eigentliche Wert des in den Jahren 1784 und 1785 verfassten Werkes beruht auf den zahlreichen Urkunden, welche der Verfasser mit einem staunenerregenden Fleisse gesammelt hat. Er fand dieselben in dem Ar- chive seines Stiftes, das er aus dem Schutt und Moder hervorgezogen hatte; ferner in den von ihm geordneten Archiven der Stadt Limburg und des Stiftes Dietkirchen. Viele Urkunden des stäPdtischen Archivs tragen in den kurzen Inhaltsangaben von seiner Hand die Spuren seiner

Anm. ¹) Ueber Mechtel entnehme ich v. Stramberg, denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius, Mittelrhein. II. Abt. 3. Bd. pg. 409 ff. Folgendes: Johann Mechtel, geb. 1562 in Pfalzel(Brower adressierte daher Scinen Brief: anno 1610. 16. Ap. Admodum Rdo. et spectata eruditione et auctoritate Domino Joanni Pfaltz Colleg. Eccl. Limburgensis Decano dignissimo... Limburgi), besuchte zuerst die Schule seines Heimatsortes und kam dann nach Pfingsten 1576 nach Trier, wo er 1581, als Johann von Schönenburg am 31. Juli zum Kurfürsten er- wählt wurde, poeseos studiosus war. Zum Priester geweiht, wurde er zu Anfang des J. 1587 zum Pfarrer von Elz ernannt, wo er 5 J. blieb und mit seinen Pfarrkindern während des köln. u. des strassb. Krieges durch Truppen- züge zu leiden hatte. Als durch den am 19. März 1592 erfolgten Tod des Canon. u. Schol. Daniel Zanger ein Canonikat der Stiftskirche zum hl. Georg in Limburg erledigt wurde, übertrug dieses der Kurfürst Johann dem Pfarrer Mechtel in Elz am 2. April dess. Jahres. Der neue Kanonikus erlangte bald grosses Ansehen und bedeu- tenden Einfluss im Kapitel, so dass dasselbe ihm die wichtige Pfarrei Camberg übertrug; 1599 wurde er Custos und am 19. Januar 1604 Dechant des Stiftes. Streitigkeiten zwischen ihm und dem Kapitel bestimmten ihn das Dekanat niederzulegen und ein Kanonikat in der Colſegiatkirche v. St. Paulinus pei Trier am 16. Febr. 1617 von Kurfürst Lothar anzunehmen, wo er noch 1630 lebte.

Anm. ²) Vergl. v. Stramberg l c. pg. 531 fl. Das Denkmal im Dom und das Register der Gestorbenen ge-

ben den 30. Mai als Sterbetag an.