Aufsatz 
De aureae aetatis fabulae disputatio / vom ... Klingender
Entstehung
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schen Studien vorbereitet, bezog er zu Ostern 1844 die Universität Marburg, wo er als Mit- glied des philologischen Seminars sich dem Studium der Philologie drei und ein halbes Jahr widmete. Im November des Jahres 1847 bestand er die theoretische Prüfung für Be- werber um ein Gymnasiallehramt, worauf er im Juni 1848 als Practicant am Gymnasium zu Hanau eintrat. Nach Vollendung seines Vorbereitungsdienstes wurde er mit Versehung einer Lehrerstelle an demselben Gymnasium beauftragt. Hier lehrte er ununterbrochen, bis er durch allerhöchstes Rescript vom 2. November v. J. als Hülfslehrer am Gymnasium dahier allergnädigst bestellt wurde. Im Jahre 1849 lieferte er eine wissenschaftliche Abhandlung über die Lehre des Epictet, abgedruckt im Programm des Hanauer Gymnasiums. Im Sommer 1854 bestand er die practische Prüfung für Bewerber um ein ordentliches Gymnasiallehramt vor der Schul- commission für Gymnasialangelegenheiten.

Zur Gymnasialpraxis und zur Erstehung seines Probejahrs wurde zufolge allerhöchster Entschliessung vom 3. Mai v. J., mitgetheilt durch Beschluss Kurf. Ministeriums des Innern vom 12. Mai 1855, Dr. Friedrich Braun am hiesigen Gymnasium zugelassen. Derselbe, ein Sohn des Secretars Braun dahier, geboren den 31. December 1827, wurde auf dem hiesigen Gym- nasium zu den academischen Studien vorbereitet. Er studierte theils zu Marburg, theils zu Berlin Theologie, Philologie und Philosophie. Nach beendigten Studien unterzog er sich der theologischen Prüfung und wurde sodann auf Grund einer Dissertation, betitelt: De Petri Abaelardi Ethica(Marburg 1852), und nach bestandenem examen rigorosum von der philoso- phischen Facultät zu Marburg zum Doctor der Philosophie promoviert Vier Jahre hindurch blieb er im Vorbereitungsdienste zum geistlichen Stande und widmete sich sodann dem Gym- nasiallehramte. Seine Wirksamkeit am hiesigen Gymnasium begann er mit dem 16. Mai v. J.

Durch allerhöchstes Rescript vom 15. November v. J. wurde der bisherige Hülfslehrer Dr. Friedrich Georg Carl Gross zum ordentlichen Lehrer am hiesigen Gymnasium allergnädigst bestellt. Von dem gedachten Lehrer erschien zu Ostern v. J. im Verlag von Th. Fischer: Griechische Laut- und Formenlehre, für den Unterricht auf Gymnasien und Progymnasien.

Unter dem 16. Jan. d. J. nahm das Lehrercollegium Veranlassung, einem der Koryphäen deutscher Wissenschaft, der einst Zögling des Lyceum Fridericianum gewesen war, dem Professor an der Universität zu Berlin, Hofrath Dr. Jacob Grimm, in einer Adresse ihre freudige Theilnahme darüber zu bezeugen, dass er vor fünfzig Jahren an diesem Tage zuerst in die Dienste seines kurhessischen Vaterlandes eingetreten war. Zum Ausdruck dieser Theil- nahme musste sich dasselbe um so lebhafter gedrungen fühlen, je mehr es ihm als eine hohe, dem Lyceum zu Theil gewordene Auszeichnung erscheinen musste, dass ein Mann von solcher Bedeutung, dessen Name auch ausserhalb deutscher Grenzen nur mit Ehrerbietung genannt wird, gerade in dieser Anstalt einst den zu den academischen Studien vorbereitenden Unterricht empfangen hatte. Der ehrwürdige Jubilar beehrte das Lehrercollegium mit einem Antwort- schreiben d. d. Berlin den 24. Jan. 1856, das als Zeichen edler Pietät eines der grössten

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