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Gelehrten dieses Jahrhunderts in der Chronik des Gymnasiums nicht fehlen darf und folgender- massen lautet:
„Verehrte herren lehrer des gymnasiums zu Cassel, Sie haben, wie ich voraussetsen musz, als Ihnen zufällige kunde ward von dem tage meiner ersten anstellung vor funfszig jahren in Hessen, diese gelegenheit ergriſfen, um mir Ihre wohlwollende theilnahme zu bezeugen und mich dadurch auf das höchste zu ehren. Was könnte mir, einem frommen schüler des lceums, wie es damals hiesz, schmeichelhafter sein, als mitten aus der schule, in der ich zuerst gebildet wurde, nach dem verlauf so vieler jahre durch den mund der lehrer selbst, unter welchen eine fortlaufende tradition waltet, ein lautes zeugnis der anerkennung zu empfangen? Nimmer erlischt in mir das frohe andenken an die heilsame lehre, die mir in Ihren räumen zu theil geworden ist, noch an den ehrwürdigen Richter, der zu jener zeit der anstalt vorgesetst war. Möge auf ihr sein geist segenvoll ruhen/ Für den mir gesandten glüchwunsch spreche ich Ihnen sämtlich diesen gegen-
vunsch von ganzem herzen aus und bin dankbarst in gröszter hochachlung Ihr ergebenster Jacob Grimm.“
B. Bibliothek und Lehrapparate.
Bibliothek und Lehrapparate erhielten, dem vorhandenen Bedürfniss entsprechend, einen durch die etatmässigen Mittel gewonnenen Zuwachs.
Mit besonderem Dank ist hier verschiedener Geschenke, welche theils der Bibliothek, theils den Sammlungen zugingen, zu erwähnen.
Der Bibliothek verehrte Herr Buchhändler Fischer dahier: Palaeontographica von Dunker und v. Meyer IV. 2 und V. 1—5; Herr Buchhändler Kempf dahier: Heinsius Geschichte der deutschen Literatur. 6. Ausg., Oeuvres choisies de Florian. 11 Vol., II Parnasso Italiano; Herr Buchhändler Bohné dahier: Verzeichniss der im Jahr 1855 von Januar bis Juni erschienenen Bücher; Herr Bibliothekar Dr. Schubart dahier ein Exemplar seines Werkes: Methodologie der diplomatischen Kritik; Herr Studiosus v. Lorentz: 2 Universitätsprogramme von Döder- lein; Herr Dr. Linker, Privatdocent an der Universität zu Wien, seine neue Ausgabe des Sallust nebst seinen Emendationen zu Sallust; Herr Dr. Heraeus zu Dresden ein Exemplar seiner Abhandlung über den Unterricht in der griechischen Formenlehre; Herr Professor Hessel zu Marburg ein Exemplar seiner Schrift: Die Anzahl der Parallelstellungen u. s. w.
Zu den naturgeschichtlichen Sammlungen schenkten Beiträge: die Untertertianer von Kal- tenborn, Elich, Dallwig, C. Schäffer und Brehm, die Quartaner Haas, Fenner, Amelung, Fr. Pfeiffer, Casselmann, Pinhard u. Braun, wie auch der Quintaner G. Wagner.


