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Gegen diese Erklärung nun ist wohl zunächst das einzuwenden, dasz in ihr dem Begriffe„ein Einziger sein“ der Begriff„als ein Einziger thätig sein““ sub- stituirt erscheint. Auszerdem aber dürfte aus ihr nicht recht ersichtlich sein, wie die Thatsache, dasz das Gesetz durch einen Mittler, die Verheiszung dagegen von Gott einseitig d. i. ohne Mittler gegeben wurde, auch nur scheinbar zu einem Schlusse berechtige, wie ihn Meyer in der V. 21 aufgeworfenen Frage ausgesprochen findet, wir meinen zu dem Schlusse:„Ist also das Gesetz gegen*) die Verheiszungen Gottes?“ Der Mittler näm- lich, an welchen man hier zu denken hat, ist selbstverständ- lich kein Anderer als Moses, der Knecht Gottes. Dasz nun dieser, indem er das Gesetz als ein Gesetz Gottes gab, eben nur dasjenige, was Gott ihm auftrug, geoffen- bart habe, dasz er also weit entfernt gewesen sei, irgend- wie Eigenes, der Absicht Gottes möglicher Weise Ent- gegenstehendes einzumischen, dies verstand sich wohl so durchaus von selbst, dasz weder dem Apostel noch seinen Lesern der Gedanke kommen konnte, das Gegentheil als in irgend einer Weise möglich zu unterstellen. Musz aber dies zugestanden werden, so möchte bezüglich der in Rede stehenden Folgerung:„Ist also das Gesetz gegen die Verheiszungen Gottes?- wohl nicht zu bestreiten sein, dasz die Frage de Wette's:„nach welcher Logik dieser Schlusz hätte gemacht werden können,“ der Er- klärung Meyer's gegenüber sich als eine völlig berech- tigte darstelle. 4
*) Dasz Meyer(s. Comm. S. 130) hier auf eura den rhetorischen Accent legt, möge hier ausdrücklich bemerkt werden.


