Aufsatz 
Über den mesites des Galaterbriefes : Abhandlung / vom ... Matthias
Entstehung
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IHlier drängt sich nun aber sogleich die Frage auf, ob irgend eine der vorhandenen Auslegungen, insoweit sie aus den Commentaren ersichtlich sind, dasjenige leiste, was wir so eben als wesentliches Erfordernisz einer zu- treffenden Erklärung bezeichneten. Wir glauben diese Frage verneinen zu müssen. Man betrachte nur die mannigfachen Erklärungen, welche Meyer in seinem kritisch-exegetischen Commentar zum Brief an die Galater (3. Ausg. S. 132 ff.), die der älteren Ausleger bis auf Keil übergehend, angeführt und kritisch beleuchtet hat. Keine einzige derselben entspricht der Anforderung, dasz die einzelnen Glieder der Beweisführung, zu deren Bereich der fragliche Vers gehört, theils zu einander, theils zu dem ganzen Zusammenhange in einem deutlichen und un- gekünstelten Einklang stehen. In Bezug auf die Erklärun- gen Anderer hat nun Meyer, obwohl einen wichtigen Punkt hierbei auszer Acht lassend, mit treffenden Grün- den nachgewiesen, dasz sie nichts weniger als haltbar seien. So gern wir aber auch Veranlassung nehmen, in dieser Hinsicht unsere Uebereinstimmung mit Meyer auszusprechen, so wenig vermögen wir doch diesem ge- lehrten und scharfsinnigen Ausleger in Bezug auf das beizustimmen, was er S. 128 ff. seines Commentars als seine eigene Erklärung aufstellt. Auch diese Erklärung nämlich dürfte, ganz abgesehen davon, dasz sie uns allzu künstlich angelegt erscheint, an demselben Mangel leiden, welchen wir auch an den übrigen uns bekannten Erklä- rungen wahrnehmen, an dem Mangel eines durchgrei- fenden, festen und klaren Zusammenhangs, welcher den Eindruck eines in sich harmonischen Ganzen zu machen

geeignet wäre.