Aufsatz 
Das 3. Kapitel des Briefes an die Römer : übersetzt und ausgelegt ; ein exegetischer Versuch / vom ... G. W. Matthias
Entstehung
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Frage nur darauf berechnet iſt, den Ton der Zuverſicht zu mildern, mit B. 5⸗ welchem der Gedanke ſonſt ausgeſprochen erſcheinen würde. Von der Form mit 0b unterſcheidet ſie ſich weſentlich darin, daß ſie, obwohl zu vorausgeſetzter Bejahung übergewichtlich hinneigend, doch zugleich einen leiſen Zweifel hinſichtlich ihrer Verneinnng in ſich ſchließt, während o die Bejahung geradezu und obne Weiteres vorausſetzt. Was aber objectiv als etwas zu Bejahendes erſcheint, kann ſub⸗ jectiv, um die Rede zu mildern, nach Befinden mit einem Zweifel, ob es nicht, wenn auch gegen Wahrſcheinlichkeit, vielleicht doch zu ver⸗ neinen ſei, ausgeſprochen werden. Der Unterſchied des u* von od iſt in ſolchen Fällen, obwohl ein weſentlicher, doch mehr ein formeller als ein materieller, jeden Falls aber ein im ſonſtigen Gebrauche der Partikel vollkommen begründeter. Avog bil⸗ det mit ddιwl und dixudouy eine ähnliche Paronomaſie, wie V. 3 dmioria mit vertoryœiν und lινν. Für den Sinn von weſent⸗ lichem Belang iſt der Artikel vor àιρέοαοω. Ohne denſelben würden die Worte heißen:wenn er ſeinen Zorn verhängt, wobei natür⸗ lich das Verhängen des Zornes als noch in Frage ſtehend erſcheinen würde. Der Artikel dagegen bezeichnet die Sache als eine ſolche, die als ſicher eintretend bereits erwähnt war. Erwähnt aber war ſie Cap. I, 18, an welche Stelle nicht bloß der Begriff dderlc in dem Bedingungsſatze und das àε in& αιρσειαοοωσνν(vgl. damit das Sxl Täœiνν dA0axααν C. I, 18), ſondern namentlich auch das 1* 60» deutlich und beſtimmt anklingt. Allerdings liegt der Gedanke, auf welchen der Artikel vor 6ρέοοαιν Bezug nimmt, ziemlich weit zurück; es kann dies jedoch keineswegs auffallen, da ein ſolcher Gebrauch des Artikels auch ſonſt (ſ. Krüger Griech. Sprachl.§. 50, 2, A. 6) im Griechiſchen durchaus nicht ungewöhnlich iſt. Der Artikel vor 69 bezeichnet den Zorn als einen ſolchen, der nach dem oben(Cap. I, 18) Geſagten Gott ſeinem Weſen nach zukommt, und ſteht mithin als ſchwächeres Poſſeſſivum(ſ. Krüger Griech. Sprachl.§. 50, 2, A. 3). Zu 6ιραέασ iſt aus dem ενꝙν des Bedingungsſatzes einy zu ergänzen. Sinn der ganzen Frage iſt alſo:Iſt dann(d. i. in dem durch al uloryoy bezeich⸗ neten Falle) nicht ungerecht der Gott, der über uns(ergänze: um unſerer ddiula willen) ſeinen Zorn verhängt den Zorn, der nach dem früher Geſagten über jede ddiwia ergehen ſoll? Worauf die Frage abzweckt, iſt klar: ſie ſoll einen vermeintlichen Widerſpruch zwi⸗ ſchen den Worten des Apoſtels und den Worten der Schrift aufdecken, den Widerſpruch nämlich, welcher zwiſchen der Cap. I, 18 vorgetragenen Lehre vom Zorne Gottes, inſofern dieſer um der in Rede ſtehenden ddexla