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B. 5. Formel Tholuck z. d. St.) wird eine Folgerung und zwar mit der Andeutung beſonderer Gewichtigkeit*) in die Rede eingeführt.— Subject von éooötte ſind übrigens hier die redend Eingeführten, inſo⸗ fern ſie nach communicativer Redeweiſe denjenigen, mit welchem ſie im Geiſte rechten, d. i. den Apoſtel in die Rede miteinſchließen. Das Futurum in der erſten Perſon ſteht hierbei ganz an ſeiner Stelle, da es nach Krüger Griech. Sprachl.§. 53, 7, A. 2 beſonders in der Frage dem Conjunctiv ſynonym ſteht(= wollen wir— 9), mit dem Unterſchiede nämlich,„daß der Conjunctiv die Sache mehr fremder Ent⸗ ſcheidung, das Futurum ſie beiderſeitiger Betrachtung oder Berathung an⸗ heimſtellt.“— Ueberaus ſchwierig iſt das„ des folgenden Frageſatzes. Nach regelmäßigem, von Paulus ſonſt ſtets befolgtem Gebrauche heißt es in der Frage:„doch(wohl) nicht“(ſ. das über„ zu V. 3 Bemerkte) und läßt mithin erwarten, daß eine verneinende Antwort erfolgen werde. Dies ſcheint jedoch für die vorliegende Stelle nicht zu paſſen. Denn offenbar können die Fragenden, vorausgeſetzt, daß dies die untreuen Juden ſind, ihre Folgeruug doch nicht ſelbſt als eine zu verneinende hinſtellen und ſomit gleich als eine falſche bezeichnen wollen. Statt„z möchte man daher ob erwarten, da dies eine be⸗ jahende Antwort vorausſetzt. Gleichwohl dürfte hier unz, wenn auch in etwas modificierter Bedeutung, doch nach anerkanntem Sprachgebrauche vollkommen an ſeiner Stelle ſtehen. Nach Winer(Gramm.§. 61, 3 b und Not.) kommt es nämlich auch da vor,„wo die Geneigtheit vorhan⸗ den iſt, das zu glauben, was die Frage zu verneinen ſcheint(vgl. Luc. III, 15; Joh. IV, 33; VII, 26),“ wozu Winer noch ausdrücklich bemerkt,„daß der Sinn ſolcher Fragen an ſich immer negativ bleibe.“ An der Bedeutung„doch nicht“ müſſen wir alſo auch für unſere Stelle feſthalten, wenn wir die Bemerkung Winer’ auf ihre Erklärung anwenden wollen. Der Sinn iſt hierbei eben ſo zu beurtheilen wie z. B. Joh. IV, 33, wo den Worten: ni ig vepesy ad eœyeie; (=„es hat ihm doch nicht Jemand zu eſſen gebracht?“) der Gedanke zu Grunde liegt:„beinahe glauben wir, daß es ſo iſt, obwohl an ſich die Möglichkeit vorliegt, daß es nicht ſo iſt, d. h. kürzer: obwohl wir es nicht mit Gewißheit behaupten wollen.“ Demgemäß wäre in unſerer Stelle der Sinn:„faſt glauben wir, daß dann ungerecht iſt der Gott, der ſeinen Zorn verhängt, obwohl wir es nicht gerade mit Be⸗ ſtimmtheit behaupten möchten.“ Es leuchtet ein, daß dieſe Form der
*) Als beſonders gewichtig nämlich erſcheint die jedesmalige Folgerung dadurch, daß ſie erſt angekündigt und zwar durch einen ganzen Satz angekündigt wird.


