Aufsatz 
Das 3. Kapitel des Briefes an die Römer : übersetzt und ausgelegt ; ein exegetischer Versuch / vom ... G. W. Matthias
Entstehung
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L. 4. allein paßt. Ein ſolcher Zwiſchengedanke aber iſt der Satz:damit es es ſich zeige(zeigte),damit es offenbar werde(würde), woran ſich dann das Weitere mitdaß anzuſchließen hat. Sinn des durch ſond eingeführten Satzes iſt alſo:damit es(natürlich kraft deiner meine Sünde zu einem guten Erfolg lenkenden Gnade) mir offenbar würde, daß gerecht du ſeiſt in deinem Reden, lauter in deinem Richten. Um endlich den Sinn von 72273 Parn und Joorn afn klar zu ſtellen, ſind beſonders zwei Punkte von Wichtigkeit, nämlich: 1) daß die Formen Payn und n2fm betonte Begriffe, und 2) daß die Infinitive 12373 und Ioors hier abſtract zu faſſen und mithin gleichfalls durch Infinitive zu überſetzen ſind. Aus der Hervorhebung der Begriffe parn und n2m durch die Betonung folgt, daß darin nach Maßgabe von 7725 7 ein Gegenſatz angedeutet iſt, in parn näm⸗ lich der Gegenſatz:und nicht wie Menſchen ungerecht, in naf der Gegenſatz:und nicht wie Menſchen unlauter. Die abſtracte Faſſung der Infinitivformen 722 und JIodrze aber gibt dem Satze das Gepräge der Allgemeinheit, ein Gepräge, deſſen derſelbe, wenn man mit Umbreit(a. a. O.) 72222in deinem Spruch und Iadrgin deinem Gericht überſetzen wollte, natürlich entbeh⸗ ren würde. Was heißt nun abergerecht im Reden undlauter im Richten? Gerecht zunächſt heißt ſoviel als übereinſtimmend mit dem Geſetze Gottes als der Offenbarung ſeines heiligen Willens, lauter ſoviel als ohne Trug. Gerecht im Reden iſt alſo, wer in der Sphäre des Redens, d. i. in Bezug auf das, was er redet, ſo iſt, wie er dem Geſetze nach ſein ſoll, d. i. wer ſtets und in allen

Stücken vollkommen wahr redet. Lauter im Richten ferner iſt, wer ohne Trug richtet, d. i. wer ſo richtet, daß er dabei nicht trügt. In Bezug auf Gott bekennt nun David hier Beides ſowohl daß er gerecht in ſeinem Reden, als daß er lauter in ſeinem Richten ſei, während er in Bezug auf Menſchen, wenn auch nur indirect, doch gleich⸗ wohl nicht minder beſtimmt, das Bekenntniß ablegt, daß bei ihnen das Gegentheil Statt finde, d. i. daß ſie ungerecht in ihrem Reden und unlauter in ihrem Richten ſeien. Beides, will er ſagen, ſei ihm durch ſeine Sünde erſt recht offenbar geworden, nachdem es ihm vorher eine verborgene d. i. nicht ſelbſterfahrene Weisheit geweſen ſei. Was für ein Reden und Richten Gottes David bei jenem allgemeinen Satze im Auge habe, ergibt ſich leicht aus dem Zuſammenhange: es iſt das Reden und Richten Gottes in ſeinem Geſetz, in welchem Gott ganz anders als der Menſch von der Sünde redet und ganz anders als der Menſch die Sünde richtet, ſo nämlich redet und richtet, daß er, die Sünde ver⸗