— 45—
von**☛ 3) der Sinn von 2 Parn und Jodoen e. In V. 4. Bezug auf den erſten Punkt unterliegt es keinem Zweifel, daß die be⸗ treffenden Worte, wie theils deren Inverſion(ſ. Geſenius Grammat. §. 142), theils das 742 zeigt, als Gegenſatz in ſich ſchließen:„und nicht Menſchen.“ Für irrig halte ich die Ueberſetzung:„an dir allein u. ſ. w.,“ da Mord und Ehebruch doch unzweifelhaft Sünden waren, die David gerade an Menſchen begangen hatte. Was es heiße:„Dir allein und nicht Menſchen hab' ich geſündigt u. ſ. w.“ wird ſofort klar, ſobald man als ſelbſtverſtändlichen Zuſatz hinzufügt: „indem ich dein Geſetz und nicht etwa das Geſetz von Menſchen übertrat.“ Daß David im ſtrengſten Sinne ſo reden konnte, ergibt ſich daraus, weil die Gebote 2 Moſ. XX, 13. 14 von theokratiſchem Stand⸗ punkt aus ſich offenbar nicht als menſchliche, ſondern als rein gött⸗ liche darſtellten.— Was ferner 192s betrifft, ſo kann dies in ſeiner Verbindung mit dem Hauptſatze nur die finale Bedeutung„damit“ haben. Allerdings enthält nun der Satz, als Zweckſatz gefaßt, für unſere Anſchauungsweiſe etwas auf den erſten Anſchein Befremdendes. Dies dadurch hinwegzuräumen, daß man ergänzt:„dieſes bedenke“ (ſ. Umbreit Der Brief an die Römer S. 256) iſt m. E. deshalb unzu⸗ läſſig, weil dieſe Ergänzung theils an und für ſich geſucht, theils auf andere Stellen ſowohl des alten als des neuen Teſtamentes, in welchen wir derſelben Anſchauungsweiſe wie hier begegnen, nicht anwendbar er⸗ ſcheint. Man wird daher bei der Annahme bleiben müſſen, daß der Pſalmiſt hier nach„bibliſcher Teleologie“ rede, indem der Erfolg einer Thatſache als in göttlicher Abſicht liegend von ihm bezeichnet wird. M. E. iſt dieſer Gebrauch zu reden nichts Anderes als eine eigen⸗ thümliche Art der Brachylogie, wie ſie namentlich bei einer höheren, Alles mit unmittelbarer Beziehung auf Gott betrachtenden Anſchauung ſich völlig naturgemäß bilden mußte. Was darin von unſe⸗ rem Sprachgebrauch abweicht, iſt lediglich dies, daß die Anknüpfung ſolcher Finalſätze unmittelbar geſchieht, während dieſelbe nach der uns geläufigen Ausdrucksweiſe unter Vermittlung eines Zwiſchenge⸗ dankens Statt findet. Nöthig iſt, wie ſich von ſelbſt verſteht, die Er⸗ gänzung eines ſolchen Zwiſchengedankens nicht, da es lediglich Sache des Leſers iſt, ſich in die fremde Anſchauungsweiſe zu verſetzen und danach den jedesmaligen Sinn zu beurtheilen. Will man jedoch die fragliche Ausdrucksart bloß zum Zweck der Verdeutlichung unſerem Sprach⸗ idiome conform machen, ſo mag eine ſolche Ergänzung immerhin ein⸗ treten; nur muß alsdann der Zpoiſchengedanke ein ſolcher ſein, der für die einſchlägigen Stellen überhaupt und nicht für die eine oder andere


