Aufsatz 
Das 3. Kapitel des Briefes an die Römer : übersetzt und ausgelegt ; ein exegetischer Versuch / vom ... G. W. Matthias
Entstehung
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B. 4. rativiſch iſt er ausgeſprochen, weil Anerkennung für die in ihm ent⸗ haltene, einen Augenblick nur vergeſſen geweſene Wahrheit gefordert wird. Tuε‿ςανισι(=es werde ergänze:in unſeren Augen) iſt hier, da es gleich dem½ννταηα V. 19 im logiſchen, nicht im realen Sinne ſteht, ſynonym mit oεονονέκα. Daß zur Bezeichnung dieſes Sinnes geradeννέασα οο ſteht rührt m. E. daher, weil der Paronomaſie in der Frage(imloτσασeρ dνπα, 1) eine Paronomaſie in der Antwort(pL*οιιτο,νές⁴α) entſprechen ſollte. Die Partikel hinter*νεοςασαό ſteht natürlich, um den Gedanken als Gegenſatz zu dem durch mrotro verneinten Satze hervorzuheben. Antithetiſche Begriffe ſind einer Seits HsGe und deνασαισασο, anderer Seits dνο und heuorig. Aay heißt, wer nicht anders ſpricht, als er denkt oder thut, peoorye dagegen, bei wem das Gegentheil Statt findet. War alſo Gott d* in dem angegebenen Sinne, ſo unterlag es keinem Zweifel, daß er dasjenige, was er in ſeinem Worte dem jüdiſchen Volke bundesmäßig zugeſichert hatte, trotz der Untreue eines Theiles der Juden halten und folglich in ſeiner Treue ſich nicht beirren laſſen werde. Die Annahme des Gegentheils hätte ja Gott zum Lügner gemacht, während doch zweifellos und unumſtößlich feſtſtand, daß nur der Menſch ein Lügner, Gott aber wahrhaftig ſei. Gerade darin alſo, daß dieſe Annahme des Gegentheils auf gänzlicher Begriffsverwirrung be⸗ ruhen würde, liegt die Berechtigung zu der durchενεκος αι ϑι. aus⸗ geſprochenen Forderung und ſomit die Stärke des geführten Beweiſes. Aber ſtand denn die fragliche Wahrheit wirklich ſo feſt, daß nur Begriffs⸗ verwirrung ihr die Anerkennung verſagen konnte? Allerdings, denn die Schrift und folglich göttliche Autorität bezeugte ſie in der Stelle Pſ. LI, 6. Der Apoſtel citiert dieſe Stelle mit Weglaſſung des hier nicht in Betracht kommenden Hauptſatzes:Dir allein hab' ich geſün⸗ digt u. ſ. w. nach der alexandriniſchen Ueberſetzung. Zwei Fragen ſind nun hier ſtreitig: 1) ob die Ueberſetzung dem Sinne des Originals, 2) ob das Citat an und für ſich dem Zuſammenhange entſpreche. Beide Fragen ſind m. E. entſchieden zu bejahen.

Was die erſte betrifft, ſo iſt vor Allem der Sinn des Originals und zwar nach ſeinem vollſtändigen Zuſammenhange feſtzuſtellen. Von der traditionellen Erklärung glaube ich hierbei in mehrfacher Hinſicht ab⸗ weichen zu müſſen. Zu überſetzen ſind m. E. die Worte in folgender Weiſe: Dir allein hab' ich geſündigt und was böſe iſt in deinen Augen gethan, damit gerecht du ſeiſt in deinem Reden, lau ter in deinem Richten. Zum Verſtändniß dieſer Worte kommt hauptſäch⸗ lich Dreierlei in Betracht: 1) der Sinn von 7725 72 2) der Sinn