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Z. 3. Geſagten aus dem„niorhodv zweg zu ergeben ſchien. Eingeführt iſt ſie durch„(=„doch wohl nicht“), nicht durch ob, weil zur Beſtätigung des Geſagten(vgl. das zu 4„⁴ο Bemerkte) eine verneinende Ant⸗ wort erwartet wird(ſ. Winer Gramm.§. 61, 3. S. 598). Der er⸗ hobene Zweifel wird alſo gleich mit der Andeutung ausgeſprochen, daß er ungegründet ſei.— Worin die daioriaæ der untreu Gewordenen beſtand, ergibt ſich aus dem zu„nloryoxy Bemerkten: dem Geſetze gegenüber beſtand ſie in Unbußfertigkeit, der Verheißung gegen⸗ über in Unglauben.— Der daiorla eines Theiles der Juden ſtellt nun der Apoſtel die lores Gottes gegenüber. Nach dem kla⸗ ren Zuſammenhange iſt dieſe loris nichts Anderes als die Treue Gottes d. i. ſein Halten an dem, was er dem jüdiſchen Volke kraft des durch die Beſchneidung mit ihm gemachten Bundes zugeſichert hatte, mithin ſeine Bundestreue, inſofern ſie ſich auf die Erfüllung der den Juden ertheilten Heilsverſprechungen bezog. Natürlich iſt nun hier nicht an das Heil zu denken, das noch in der Zukunft verborgen, ſondern das in Chriſto bereits erſchienen war. Dieſem bereits er⸗ ſchienenen Heile gegenüber beſtand aber die ioreg Gottes weſentlich darin, daß Gott den Juden, ſofern ſie durch Buße und Glauben ſich treu erwieſen, mittelſt der Predigt des Evangeliums auch den Lohn dieſer Treue d. i. das Heil widerfahren ließ. Bei 2c‿εταραν(=„wird aufheben“„zunichte machen“) beachte man, daß das Futurum ſteht, während bei 4(V. 2) das Präſens(so) zu ergänzen war und das Prädicat des mit el eingeführten Satzes im Aoriſt ſtand. Aus einer Thatſache der Vergangenheit alſo wird eine Folgerung hergeleitet, welche einen in der Gegenwart angeblich noch beſtehenden Vorzug für die Zukunft außzuheben geeignet ſchien. Dieſe Folgerung war, daß Gott, weil ein Theil des jüdiſchen Volkes, und zwar aller⸗ dings die große Maſſe deſſelben, ſich ihm gegenüber untreu erwieſen habe, nunmehr auch ſich und zwar dem ganzen Volke gegenüber nicht mehr treu zu erweiſen brauche. Wäre dieſe Folgerung richtig geweſen, ſo hätte ſelbſtverſtändlich von einem Vorzug, der den Juden vermöge ihres Betrautſeins mit den 10y1016 105 ⸗05 vor den Heiden zuſtehen ſollte, hinfort nicht mehr die Rede ſein können. Denn da dieſes Be⸗ trautſein doch nur deshalb ein Vorzug war, weil ſie in Folge deſſen nicht bloß früher, ſondern auchzleichter als die Heiden zu dem verheiße⸗ nen Heile gelangen konnten, ſo ergab ſich, daß dieſer Vorzug für ſie wegfallen mußte, ſobald mit dem Aufhören der Treue Gottes das Heil für ſie wegfiel. Ausdrücklich iſt übrigens hierbei zu erinnern, daß der Apoſtel hier nur von der Treue Gottes gegen ſein Volk als ſolches,


