Aufsatz 
Das 3. Kapitel des Briefes an die Römer : übersetzt und ausgelegt ; ein exegetischer Versuch / vom ... G. W. Matthias
Entstehung
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wonach ſie vermöge der in Geſetz und Verheißung ihnen anvertrauten V. 3. Gnadengüter nicht bloß früher, ſondern auch leichter als die Heiden zu dem Heile in Chriſto gelangen ſollten, als noch fortbeſtehend anzuerkennen ſei. Nicht zu überſehen iſt auch hier die Inverſion von vyrcioziαν, welches dadurch als betonter Begriff erſcheint. Aniorery kann nach dem Zuſam⸗ menhange hier nichts Anderes heißen, alsuntreu ſein. Beweis iſt, daß es mit sαιστεᷣνοιeφαααρν mota und miorw eine ſehr emphatiſche Paronomaſie bildet, in dieſer aber der Aehnlichkeit des Klanges doch gewiß auch eine Aehnlichkeit der Bedeutung entſprechen muß. Gemeinſamer Grundbegriff iſt der Begriff der( ½. Vollkommen geſichert erſcheint die Bedeutunguntreu ſein durch 2 Tim. II, 13. Der Aoriſt iſt natürlich nichtuntreu waren, ſondernuntreu wur⸗ den zu überſetzen, da diejenigen Verba, die im Präſens einen Zuſtand bezeichnen, im Aoriſt das Eintreten in dieſen Zuſtand ausdrücken(ſ. Krüger Gr. Spr.§. 53, 5, A. 1). In Bezug worauf das mlorn⸗ α Statt gefunden habe, iſt nicht geſagt, brauchte aber auch, da theils der Zuſammenhang mit dem invertierten Begriffe 16, theils das deut⸗ liche Anklingen an&rιατe οωσαν hierüber keinen Zweifel laſſen konnte, nicht ausdrücklich geſagt zu werden: es bezog ſich das Untreuwerden auf die 16 1 100 905, als auf dasjenige, womit ſie betraut wurden. Untreu aber in Bezug auf dieſe erwies ſich ein Theil der Juden (xwεε) darin, daß ſie die in Geſetz und Verheißung ihnen anver⸗ trauten Heilsgüter nicht nach der Abſicht Gottes, d. i. nicht dazu ge⸗ brauchten, um ſich dadurch zur Buße und zum Glauben, durch Buße und Glauben aber zum Heile in Chriſto führen zu laſſen. Tueg heißt hier keinen FallsEinige, da dies nur im Sinne vonWenigen gefaßt werden könnte. An ſich bezeichnet es(ſ. Krüger Griech. Sprachl. §. 51, 16, A. 14) nur eine unbeſtimmte Anzahl, wobei es ledig⸗ lich auf den Zuſammenhang ankommt, ob Viele(vergl. Plat. Phaedon p. 58 D: αeπωοd Lννεε εααα* oıʃ) oder Wenige gemeint ſind. Daß der Apoſtel bei zereg hier gerade die Maſſe des jüdiſchen Volkes vor Augen hatte, iſt klar. Waren es doch⸗ im Verhältniß zum Ganzen nur Wenige, die in Buße und Glauben Jeſum von Nazareth als den Bringer des Heils willig anerkannten, in ſolcher Anerkennung aber ſich als die treuen Israeliten zeigten! Daß aber Paulus hier wie auch Cap. XI, 17 von einem Theile redet, wo er dieſen Theil geradezu als die große Maſſe hätte bezeichnen können, beruht lediglich auf mildernder Darſtellung, die ſchonend in der Form und doch völlig wahr in der Sache iſt. Die durch w eingeführte Frage enthält eine Folgerung, welche ſich als Zweifel an der Richtigkeit des