Aufsatz 
Das 3. Kapitel des Briefes an die Römer : übersetzt und ausgelegt ; ein exegetischer Versuch / vom ... G. W. Matthias
Entstehung
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gr

und übereinſtimmend mit ſeinem helleniſtiſchen Gebrauche bezeichnet es V. 2. hier die Offenbarungen Gottes in ſeinem Wort. Das Wort Gottes in ſeiner altteſtamentlichen Offenbarung iſt aber ein zweifaches: Geſetz und Verheißung, und der Begriff der 161 1 ½05 9605 umfaßt alſo, wie der generiſch gebrauchte Artikel vor 16 zeigt, Beides zuſam⸗ men, ſo daß eine Beſchränkung des Ausdrucks entweder auf das Geſetz allein oder auf die Verheißung allein keinen Falls möglich iſt. Zu überſetzen iſt übrigens:das Wort Gottes, da in dem vorliegenden Falle der collective Singular dem deutſchen Sprachgebrauch mehr ent⸗ ſpricht als der individualiſterende Plural. Betraut aber mit den 1010 15 s0d wurden die Juden natürlich eben durch die Be⸗ ſchneidung, indem dieſe das Siegel des auf Geſetz und Ver⸗ heißung beruhenden Bundes mit Gott war. Worin dies Betraut⸗ werden beſtand, folgt aus dem zu miœοπενεεν Bemerkten: es beſtand darin, daß dasjenige, was Gott durch Moſes und die Prophetenge⸗ redet hatte, ihrerTreue übergeben, d. h. daß ſein in Geſetz und Verheißung geoffenbartes Wort ihnen als ein Gnadengut dazu verliehen wurde, damit ſie es auf eine der Abſicht des göttlichen Gebers ent⸗ ſprechende Weiſe gebrauchen ſollten.(Als ſachliche Parallele für dieſen Begriff der Treue vgl. Matth. XXV, 1430.) Gottes Abſicht aber war hierbei eine Abſicht des Heiles, abzweckend auf die Erlöſung der Welt und die Gründung ſeines Reiches auf Erden, und gebrauchen ſollten ſie das Anvertraute dazu, daß dieſe Abſicht Gottes erreicht würde. Treue in Bezug auf die 1611 τ⁷⁷§s0 war aber nichts Anderes als Treue in Bezug auf den Bund, der auf Geſetz und Verheißung ruhte, d. i. Treue in Bezug auf den Bund der Beſchneidung. Dem Heile und zwar nicht bloß dem noch verborgenen, ſondern auch dem bereits geoffenbarten gegenüber ſollte ſich dieſe Bundestreue in einer dop⸗ pelten Richtung zeigen: in Bezug auf das Geſetz darin, daß die in jenen Bund Aufgenommenen ſich zur Buße, d. i. zur Erkenntniß der Sünde und dadurch zu lebendigem Verlangen nach dem Heile, in Bezug auf die Verheißung darin, daß ſie ſich zum Glauben d. i. zum Vertrauen auf Gottes Gnade und dadurch zu zweifelloſer Erwartung des zukünftigen, beziehungsweiſe zu freudiger Annahme des er⸗ ſchienenen Heiles führen ließen. Durch Buße und Glauben nänlich ſollten ſie vorbereitet werden auf den, von welchem Moſes und die Propheten nur weiſſagten, d. i. vorbereitet werden auf Chriſtum als denjenigen, in welchem Geſetz und Verheißung ihre vollkommene Er⸗ füllung und thatſächliche Verwirklichung finden ſollten. Warum nun dies Betrautſein mit den 10ytois 105*05 ein überaus wichtiger Vor⸗