V. 2.
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V. 2 enthält die Antwort auf die V. 1 aufgeworfene Frage.— IIolu iſt hier Gegenſatz zu oudéy, welches als falſche Folgerung aus Cap. II, 28. 29 hergeleitet werden konnte; in der Conſtruction erſcheint es an das erſte Frageglied als das wichtigere angeſchloſſen.— Kard ᷣννα νπν σ=„in jeder Hinſicht“ ſteigert die Bedeut⸗ ſamkeit des olö, indem es zuſätzlich hervorhebt, daß daſſelbe ſeine Geltung behaupte, wie man daſſelbe auch anſehn, d. i. gleichviel, ob man es in quantitativer oder in qualitativer Hinſicht betrachten möge. Quantitativ aber beſteht das aν in der Zahl, quali⸗ tativ in dem inneren Werthe der betreffenden Vorzüge. Die Ver⸗ bindung des ard αeντ 1οπσ mit 1 iſt aſyndetiſch, mithin nachdrucksvoller(ſ. Krüger Gr. Spr.§. 59, 1, A. 1) als die ſyndetiſche Verbindung, welche letztere lauten würde:*‿ τοο το cd doro 106„π (= viel„und zwar“ in jeder Hinſicht„viel“). Nach ro*s iſt hiernach mit einem Komma zu interpungieren. Zum Erweis des Folu dient: 0 10 uey, 51⁴*τ⁄. Angeknüpft iſt der Satz gleichfalls aſyndetiſch: denn das„aoο nach νετν)‧o"ʃν erſcheint wohl als richtige Erklärung, aber eben deshalb wohl als unrichtige Lesart. Wie das 16„ bei 00 10» zeigt, ſollten, durch skra ds(reir« 64 u. ſ. w.) angeknüpft, noch andere Vorzüge(ſ. Röm. IX, 4. 5) nachfolgen; der Apoſtel unterläßt jedoch im Fluſſe der Rede eine weitere Aufzählung, bei dem durch 1001 14 arl. angeführten Vorzug als demjenigen ſtehen bleibend, der für ſeine weitere Argumentation allein in Betracht kam. Ore ſteht hier im Sinne von „daß“, nicht im Sinne von„weil“: denn zum Beweis des 1040„„rl. bedurfte es lediglich einer Aufzählung der in Rede ſtehenden Vorzüge. Der mit öꝛz eingeführte Satz würde activiſch gelautet haben: öra nl- qreναεν αιιαοανς Ʒές τ⁴ ⁵ασυόιι να. Paſſiviſch wird derſelbe ſo ausgedrückt, daß aus dem Objects⸗Dativ das Subject wird(ſ. Krüger Griech. Sprachl.§. 52, 4), während der Objects⸗Accuſativ(ſ. Krüger a. a. O. A. 2) unverändert bleibt,(eben ſo 1 Kor. IX, 17; Gal. II, 7).— Subject von nriατεειεmφσσασασφ ſind natürlich die Iuden. aThagzeueg, rν ꝛ¹ heißt aber„Einem Etwas betrauen,“ oder geläufiger„Einen womit betrauen,“ d. h. der Treue Jemandes Etwas übergeben. Das Mo⸗ ment der laxes iſt alſo dem Begriffe egreoee, wie deſſen Abſtammung zeigt(ſ. Kühner Ausf. Gramm.§. 368, 2. a), eben ſo weſentlich, wie dem Begriff des Betrauens, und zwar gleichfalls in Folge der Abſtammung, das Moment der Treue(ſ. Grimm deutſches Wörterbuch, B. I S. 1710, wo„betrauen“ erklärt iſt:„fidei“ ali- cujus committere).— Aöyc iſt in der claſſiſchen Sprache der eigent liche Ausdruck für Götter- oder Orakelſprüche. Gemäß dieſer Analogi⸗


